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Was kann Duolingo: Die Wahrheit über die bekannte Sprachlern-App in unserem Test (2018)

Kann man mit Duolingo eine neue Sprache wie Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Russisch oder auch Deutsch lernen? Eine Frage, die Dir wahrscheinlich nicht nur Du stellst, sondern genauso eine ganze Reihe weiterer potentieller Sprachlerner.

In diesem Beitrag erhältst Du ausgehend von meinen persönlichen Erfahrungen eine Antwort auf Deine Frage. Dafür habe ich Duolingo zuerst einem ausgiebigen Test unterzogen, um anschließend eine möglichst fundierte Bewertung abgeben zu können. Das Ergebnis von meinem Duolingo-Test findest Du in diesem Beitrag.

Finde hier: Die besten Sprachtools – Welches Online-Wörterbuch ist der beste digitale Übersetzer?

Inhaltsverzeichnis: Durch das Anklicken von einem Unterpunkt kannst Du auch direkt zu einem für Dich interessanten Kapitel springen.

  1. Einleitung – Was ist Duolingo?
  2. Wie funktioniert Duolingo?
  3. Was kostet Duolingo und wie wird Duolingo finanziert?
  4. Welche Sprachen bietet Duolingo? Kann man mit Duolingo auch 2 oder mehr Sprachen gleichzeitig lernen?
  5. Der Duolingo-Test – Was bringt Duolingo?
  6. Fazit – Meine persönliche Duolingo-Bewertung.
  7. Babbel vs Duolingo – was ist besser?

Einleitung – Was ist Duolingo?

Zu Beginn will ich mich kurz der Geschichte von Duolingo und dem Konzept der Sprachlern-App widmen. Gegründet oder erfunden wurde es im Jahr 2012, also vor nicht einmal 6 Jahren, von zwei nicht unbekannten Größen der Digitalwelt, nämlich Luis von Ahn (gebürtiger Guatemalteke) und Severin Hacker (gebürtiger Schweizer) an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh.

Aufgrund der Einfachheit des Prinzips, und wahrscheinlich auch aufgrund der schon vorherigen Bekanntheit eines der beiden Gründer (Luis von Ahn gilt doch unter anderem als der Erfinder des Captcha und verkaufte seine Firma reCAPTCHA an Google), setzte die App unverzüglich zum Steilflug an. So wird der Wert von Duolingo heute mit 700 Millionen Dollar beziffert, die Nutzerzahlen sollen sich um die 200 Millionen Nutzer weltweit bewegen.

Die Duolingo-Startoberfläche. Hier werden Dir alle wichtigen Informationen zu Deinem Account und Deinem aktuellen Lernfortschritt angezeigt.

Doch sprechen nun wirklich 200 Millionen Menschen weltweit aufgrund des Online-Sprachkurses eine neue Sprache? Oder sogar mehrere, da es ja nicht wenige Nutzer gibt, die schon in mehreren bis vielen Fremdsprachen bis auf das höchste Level 25 aufgestiegen sind? Oder wie erklärt sich der enorme Erfolg der Applikation ansonsten?

Um diese Frage zu klären sehen wir uns am Besten zuerst einmal die Funktionsweise von Duolingo an, um uns der Antwort auf die Frage was Duolingo wirklich bringt ein Stück weiter zu nähern.

Wie funktioniert Duolingo?

Zu Beginn musst Du Dir zwingend ein Duolingo-Profil erstellen, denn ohne dieses ist die Nutzung der Online-Sprachkurse nicht möglich. Die Erstellung von Deinem Profil ist jedoch auf jeden Fall kostenlos und in einigen Augenblicken erledigt. Danach kannst Du auch schon loslegen.

Alle Duolingo-Sprachkurse sind ähnlich aufgebaut. Beginnend von Level 1 musst Du Dich durch verschiedene Lerneinheiten (Fähigkeiten genannt) arbeiten, um Level für Level aufzusteigen und schließlich irgendwann das höchste Level 25 zu erreichen. Diese Level entsprechen aber nicht irgendwelchen Sprachniveaus, sondern stellen lediglich Deinen Fortschritt innerhalb der Lernapplikation dar.

Hier siehst Du anhand des Beispiels Spanisch den grundsätzlichen Aufbau von Duolingo. Ein sogenannter Baum aus “Fähigkeiten”, welchen Du Lektion für Lektion und Fähigkeit für Fähigkeit hochklettern musst.

Eine Lerneinheit oder Fähigkeit ist dabei immer einem bestimmten Thema gewidmet. Das können einerseits allgemeine Themen wie Essen, Kleidung oder Fragen sein. Doch genauso spezielle wie bestimmte Gruppen von Verben, Zeitformen, Pronomen, Konjunktive oder Adjektive.

Innerhalb einer Einheit gibt es dann wiederum mehrere Lektionen (in der Regel zwischen 2 und 5), welche Du alle abschließen musst, um die Fähigkeit abzuschließen und mit der nächsten fortzufahren.

Innerhalb jeder Lektion übst Du eine bestimmte Anzahl an Wörtern, Phrasen und Ausdrücken mit Hilfe von verschiedenen Arten von Übungen. Du musst

  • hören (und teilweise nachsprechen),
  • schreiben,
  • lesen
  • und Mulitple-Choice-Fragen beantworten.

Im Gesamten beträgt der Duolingo-Wortschatz pro Sprache rund 2000 Wörter. Alle diese Tätigkeiten auch immer in beiden Richtungen, das heißt sowohl von Deiner Ausgangssprache in Deine Zielsprache (also zum Beispiel von Deutsch nach Englisch) als auch umgekehrt (von Englisch nach Deutsch).

Und natürlich kannst Du auch das Mikrofon und den Ton bei den Übungen abschalten. Falls Du zum Beispiel gerade in der U-Bahn oder im Wartezimmer vom Zahnarzt sitzen solltest und nicht möchtest, dass Deine komplette Umgebung mitbekommt, dass Du gerade Level 12 in Italienisch  abgeschlossen hast. Vielleicht solltest Du in so einer Situation sogar den Ton abschalten, um nicht übermäßig unhöflich zu wirken.

Für abgeschlossene Lektionen und Fähigkeiten erhältst Du eine gewisse Anzahl an Erfahrungspunkten (sogenannte „experience point“ oder XP). Die Anzahl der erhaltenen XP, sowie die Anzahl der erlaubten Fehler pro Lektion, unterscheiden sich einerseits zwischen den verschiedenen Übungsformen (normal, stärken, auf Zeit, freispielen), andererseits zwischen den verschiedenen Plattformen.

  • Duolingo-Desktop: 10 XP pro Lektion (normal) und unbegrenzte Fehlermöglichkeiten. Begehst Du einen Fehler geht lediglich der Fortschrittsbalken etwas zurück.
  • Duolingo-App für iOS oder Android: Ebenfalls 10 XP (normal), aber lediglich 5 erlaubte Fehler.
  • Duolingo-App für Windows Mobile: 3 Leben pro Lektion, bei dem vierten Fehler musst Du die Lektion wiederholen. Diese Variante existiert in der Desktop-Version auch noch für die Variante „Freispielen“ wie mir bei meinem Test aufgefallen ist. Bei dieser kannst Du anstatt aller Lektionen einer Einheit einfach diese „Challenge“ absolvieren, um die Einheit abzuschließen.

Je nachdem, wie motiviert Du bist, kannst Du Dir ein Tageslimit an verdienten Erfahrungspunkten festlegen. Das Minimum ist dabei ein XP, das Maximum sind 30. Wenn man bedenkt, dass man zum Absolvieren einer Lektion bei Duolingo circa 5 Minuten benötigt, dann ist meiner Meinung nach eine gute Einstellung 30 XP. Damit ergäben sich rein rechnerisch 15 Minuten Tagesaufwand.

Falls Du dieses selbst festgelegte „Limit“ erreichst, dann beginnt sich ein sogenannter „Streak“ aufzubauen. Nach dem ersten Tag hat dieser die Dauer 1. Mit jedem weiteren Tag, an welchem Du (ohne einen Tag zu pausieren) Dein Tagesziel erreichst, verlängert er sich um 1. Das heißt nach 30 Tagen ununterbrochenem Üben würde dein Streak 30 Tage betragen.

Lingots sind die virtuelle Duolingo-Währung, welche Du Dir durch fleißiges und regelmäßiges Üben verdienen kannst. Danach kannst Du diese für kleine Zusatzspiele oder für Interaktionen in der Community ausgeben.

Durch das Ausbauen Deines Streaks, sowie für das Abschließen von Fähigkeiten und Erreichen von einem neuen Level verdienst Du außerdem sogenannte Lingots. Lingots sind die virtuelle Duolingo-Währung, mit welcher Du in weiterer Folge bestimmte Extras erwerben oder auch Kommentare im Forum hochbewerten kannst. Umso mehr Lingots ein Kommentar bekommt, umso wahrscheinlicher ist es, dass es die Aufmerksamkeit der Duolingo-Mitarbeiter erregt und berücksichtigt wird.

Das Forum ist allen Nutzern zugänglich und dient nicht nur dem Austausch unter diesen, sondern ebenso mit dem Entwicklerteam. Wie Du siehst hat die Sprachenlern-App nicht wenig zu bieten und Du wirst Dich deshalb eventuell gerade fragen:

Was kostet Duolingo und wie wird Duolingo finanziert?

Prinzipiell sind die Duolingo-Sprachkurse umsonst. Natürlich ist die Entwicklung eines solchen Programms aber alles andere als kostenlos, weshalb sich selbstverständlich die Frage stellt wie Duolingo denn nun Geld verdient?

Nun wie bereits eingangs erwähnt war einer der Gründer, Luis von Ahn, schon als sehr junger Student sehr erfolgreich als Entwickler und Programmierer tätig und verkaufte nicht weniger als zwei komplette Unternehmen an den Google-Konzern. Doch anstatt sich auf den Lorbeeren (oder besser Geldscheinen) auszuruhen, investierte er lieber einen Teil seines Vermögens in das nächste Projekt – Duolingo.

Zusätzlich war das Vertrauen in den jungen Mann von Anfang an so groß, dass Duolingo nicht unwesentliche Summen von Investoren übertragen bekam, unter anderem von Timothy Ferris und Ashton Kutcher oder wiederum Google. Und schließlich erscheinen in der Anwendung selbst inzwischen mehr oder weniger unauffällige Werbeeinblendungen, welche bei der schieren Anzahl an Nutzern sicherlich nicht unerhebliche Summen in die Unternehmenskasse spülen.

Seit einer gewissen Zeit erscheinen bei Duolingo an verschiedenen Stellen der Benutzeroberfläche zielgruppengerechte Werbeeinblendungen. Wie bei mir zum Beispiel als spanischsprachiger Großinvestor.

Von dieser Werbung kannst Du Dich aber problemlos mit einer monatlichen Gebühr loskaufen, welche je nach Laufzeit zwischen 10 (1 Monat Vertragslaufzeit) und 7 Dollar (12 Monate) schwankt. Nicht ganz günstig, für das was im Endeffekt geboten wird, würde ich zumindest meinen.

Denn damit kaufst Du Dich im Endeffekt nur von Werbung frei, kannst Lektionen auf Dein Handy herunterladen (Duolingo offline nutzen) und unterstützt das Projekt. Immerhin ist das Unternehmen hier ehrlich, das kann man nicht bestreiten.

Duolingo offline zu nutzen ist ansonsten nur in begrenzten Ausmaß und nur über die App, nicht aber über die Desktop-Version, möglich. Im Endeffekt handelt es sich dabei um einen Puffer, falls Du während der Verwendung die Internetverbindung verlieren solltest.

Dieser sorgt dafür, dass Du zumindest die schon freigeschaltenen aber noch nicht abgeschlossenen Fähigkeiten weiter üben kannst. Bereits abgeschlossene Fähigkeiten zu wiederholen ist genauso wenig möglich wie neue Fähigkeiten freizuschalten.

Hier siehst Du die derzeit gültigen Duolingo-Preise (Januar 2018) für die verschiedenen Formen des monatlichen Abonnements.

Und last but not least arbeiten an Duolingo noch eine ganze Reihe Freiwilliger rund um den Globus mit. Diese übersetzen von Unternehmensseite vorgegebene Wörter, Sätze und Phrasen für die verschiedenen Sprachkurse.

Damit treiben sie nicht nur kostenlos den Ausbau des Angebots voran, sondern erwirtschaften nebenbei noch einen Gewinn, da diese Übersetzungen durchwegs von zahlenden Kunden wie etwa CNN und Buzzfeed genutzt werden. Ein Umstand, welcher eventuell auch nicht allen freiwilligen Helfern bewusst sein dürfte.

Welche Sprachen kann man mit Duolingo lernen?

Das hängt in erster Linie einmal stark von Deiner Ausgangs- oder Muttersprache ab, da die Erstellung neuer Kurse wie bereits erwähnt im Wesentlichen Freiwilligenteams von Nutzern aus aller Welt obliegt.

Diese müssen einerseits fließend in beiden Sprachen des Kurses sein, an dessen Gestaltung sie mitwirken wollen, andererseits darfst Du in der Regel nur in Deine Muttersprache übersetzen. Das heißt, falls Du deutscher Muttersprachler bist und zusätzlich fließend Russisch sprichst, dann dürftest Du für Duolingo Übersetzungen von Russisch nach Deutsch vornehmen.

So gibt es folglich für Englisch schon eine sehr breite Kombination an Sprachen – nicht weil die Britten oder US-Amerikaner so sprachbegabt wären, sondern ganz einfach weil Menschen in aller Welt Englisch sprechen. Wohingegen die Auswahlmöglichkeiten für Sprachen wie zum Beispiel Ungarisch oder Hindu schon weitaus geringer ausfallen. Für Deutschsprachige (oder auf Deutsch) stehen derzeit Spanisch, Englisch und Französisch zu Verfügung.

Für Deutsch gibt es bei Duolingo derzeit folgende drei Sprachen: Englisch, Spanisch und Französisch.

Natürlich kannst Du, falls Du bereits Englisch sprechen solltest, auch übers Eck lernen. Das heißt eine Kombination aus Englisch und einer Sprache wählen, welche Du gerne üben würdest, die aber in Kombination mit Deutsch nicht verfügbar ist.

Genauso kannst Du mit Duolingo zwei (oder mehr) Sprachen gleichzeitig lernen. Du musst dazu nur im Menü jeweils die Zielsprache ändern und schon wechselt der Baum mit den Einheiten und Fortschritten auf diese. Was Du dabei bedenken solltest ist, dass Du dann auch den doppelten Zeitaufwand einrechnen musst. Also statt zum Beispiel 15 dann eben 30 Minuten täglich.

Der Duolingo-Test – Was bringt Duolingo?

Ich persönlich habe Duolingo zum Spanisch lernen ausprobiert und ausgehend von meinen Erfahrungen möchte ich Dir nun folgende Frage beantworten: Ist Duolingo zu leicht oder kann man mit der App ernsthaft Sprachen lernen?

Duolingo ist prinzipiell sehr unterhaltsam und der große Erfolg seiner Sprachkurse ist aufgrund folgender Faktoren leicht zu erklären.

  • Kostenlose Nutzung.
  • Spielerische Art des Lernens mit stetigem Fortschritt und kleinen Erfolgserlebnissen. Du sammelst Erfahrungspunkte, steigst Level auf, sammelst Lingots und kannst diese in kleinen Zusatzspielen wieder riskieren, Dein Streak verlängert sich und möchte aufrechterhalten werden. All diese Faktoren sorgen dafür, dass Du am Ball bleibst.
  • Community: Jeder Nutzer kann aktiv an der Gemeinschaft bis hin zu der Mitarbeit an neuen Kursen teilnehmen. Das Forum ist sehr aktiv, es herrscht ein reger Austausch nicht nur zwischen den Lernenden, sondern genauso mit dem Entwicklerteam. Des Weiteren kannst Du in sozialen Medien wie Facebook sehen, welche Deiner Freunde genauso mit Duolingo Sprachen üben und mit diesen in „Wettbewerb“ treten. Ein weiterer wichtiger Faktor, damit Du die Motivation nicht verlierst.
  • Ständige Weiterentwicklung: Das Kursangebot wird genauso ständig erweitert und aktualisiert, wie das Programm selbst. Dabei können die Nutzer durch den stetigen Austausch mit dem Team bis zu einem gewissen Grad mitbestimmen in welche Richtung die Entwicklung vorangetrieben wird.

So weit, so gut – doch reichen diese gesammelten Faktoren wirklich aus, um eine Sprache fließend sprechen zu lernen? Ich kann aufgrund meiner Erfahrungen mit Duolingo nur sagen – nein, natürlich nicht. Denn dazu reicht es nun einmal nicht aus täglich ein paar Minuten im Endeffekt recht monotone Übungen am Computer oder Smartphone auszuführen, welche sich nur durch die zu übenden Vokabeln und Phrasen unterscheiden. Zusätzlich sind die Übungen recht wahllos zusammengewürfelt und in keinster Weise irgendwie aufeinander aufbauend oder sonst irgendwie verknüpft.

Auf diese Art und Weise wirst Du Dir zwar einen gewissen Grundwortschatz  (im besten Fall bis zu den maximalen 2000 Wörtern, welche jeder Sprachkurs beinhaltet) und somit auch ein gewisses Grundverständnis für die Sprache aufbauen. Dieses wird ausreichen, um den Sinn von einfachen Texten, Konversationen und auch Liedern zu verstehen. Zum Erlernen der Sprache und vor allem dem fließend Sprechen ist dies jedoch zu wenig.

Denn um eine Sprache sprechen zu lernen, musst Du diese in erster Linie einmal selbst sprechen. Und dazu ist es nicht ausreichend kurze Sätze oder Phrasen nachzusprechen, sondern Du musst Sprache wirklich selbst produzieren. Dich an Vokabeln erinnern, diese zu Sätzen verknüpfen und dabei die entsprechenden grammatikalischen Regeln anwenden.

Die Bots sollen in Zukunft das übernehmen, was Duolingo bisher am meisten abgeht – Sprechtraining.

Zwischenzeitlich wurden von Seiten der Entwickler sogenannte Duolingo-Bots vorgestellt, welche genau diese Funktion übernehmen sollen. Diese Bots sind im Moment für drei Sprachkombinationen verfügbar: Englisch – Deutsch, Englisch – Französisch und Englisch – Spanisch.

Falls Du die normale Duolingo-App am iPhone (nicht für Android!) hast, dann lassen sich die Bots bereits nutzen. Du musst nur die Ausgangssprache auf Englisch umstellen und danach eine der drei erwähnten Zielsprachen auswählen.

Ich persönlich bin bei diesen Bots noch etwas zurückhaltend, da diese einerseits natürlich nur ein eingeschränktes Repertoire an Antwort- und Fragemöglichkeiten besitzen. Und ich andererseits nicht nur deshalb der Meinung bin, dass ein Computer (noch) keinen echten Tandempartner ersetzen kann. Was die Zukunft in dieser Hinsicht bringen wird – seien wir gespannt.

Genauso wird Dir immer das Verständnis für die grammatikalischen Regeln der Fremdsprache fehlen. Weil Du diese zwar (in einem beschränkten Rahmen) anwendest, aber nie die zugrundeliegenden Regeln lernst. Nicht, dass ich dem sturen Auswendiglernen von Grammatik jetzt allzu Gewicht verleihen möchte, doch zumindest gehört solltest Du sie einmal haben.

Mit Duolingo wirst Du zwar zu Beginn schnell Fortschritte machen, doch genauso schnell wirst Du dann auch an Deine Grenzen stossen.

Ein höheres Sprachniveau wie A2 wirst Du mit der alleinigen Hilfe von Duolingo also nur schwer erreichen können. Und natürlich schmückt sich das Unternehmen gerne damit, dass seine Methode wissenschaftlich nachgewiesen effektiv ist.

Doch erstens muss hier dazugesagt werden, dass diese Studie von Duolingo selbst in Auftrag gegeben und dementsprechend bezahlt wurde. Und in dieser zweitens lediglich untersucht wurde, wie schnell der vermittelte Lernstoff von den Nutzern aufgenommen wurde.

Dabei wurde ein Vergleich mit Einführungskursen an US-Universitäten angestellt (entsprechen Sprachniveau A1 und A2), in welchem die Fähigkeiten Hören und Schreiben überprüft wurden. Sprechen zum Beispiel nicht.

Fazit – Meine persönliche Duolingo-Bewertung.

Wie bereits erwähnt reicht Duolingo alleine meiner Meinung nach nicht aus, um eine neue Sprache zu lernen. Warum ich sage alleine? Weil es trotz allem eine gute Ergänzung sein kann (oder ein guter Anfang, wie im vorherigen Kapitel beschrieben).

Falls Du eine Fremdsprache bereits beherrscht und diese aktiv halten möchtest, dann kann die tägliche Auseinandersetzung mit dieser durchwegs vorteilhaft sein, auch wenn es sich nur um recht einfache Übungen und Spiele handelt. Trotzdem solltest Du dabei noch auf andere Dinge setzen, wie zum Beispiel Bücher, Hörbücher, Filme, Videos, Podcasts und Musik.

Genauso kann es eine gute Ergänzung zu einem ernsthaften Sprachkurs oder Deiner eigenen Lernroutine außerhalb von einem solchen sein. Manchmal bleibt eben nur wenig Zeit oder Deine Motivation ist gerade nicht besonders hoch. In diesem Fall kann eine Sprachenlern-App wie Duolingo eine gute Möglichkeit sein, um nicht komplett auszusetzen und damit die Routine beim Sprachen lernen zu verlieren.

Die Flashcard-Anwendung Tinycards eignet sich recht gut, um zwischendurch und unterwegs alle möglichen Lerninhalte (wie Vokabeln) zu üben. Besonders gut gefällt mir die kostenlose Bereitstellung von Bildmaterial zu einer Vielzahl von Begriffen.

Eine ebenfalls noch recht neue Anwendung von Duolingo, welche Du gut dazu nutzen kannst, ist die unternehmenseigene Flashcard-Applikation Tinycards. Mit dieser kannst Du von anderen Nutzern erstellte Kartensets üben oder auch Deine eigenen Sets erstellen.

Der Vorteil des Duolingo-„Vokabeltrainers“ ist dabei, dass Du Dir zu jeder neu erstellten Karte auch immer gleich ein passendes Bild aussuchen kannst. Und in Kombination mit einem passenden Bild merkst Du Dir neue Wörter bei weitem schneller. In Anführungszeichen habe ich Vokabeltrainer deshalb gesetzt, weil Du mit Tinycards ja nicht nur Vokabeln, sondern jeglichen Lernstoff wiederholen kannst.

Babbel vs Duolingo – was ist besser?

Eine Frage, die ich schon öfter gehört habe ist „Was ist besser – Babbel oder Duolingo?“. Diese kann man in meinen Augen aber nicht pauschal beantworten. Je nachdem, was Deine persönlichen Ansprüche sind, kann die eine oder die andere Sprachenlern-App von den beiden besser für Dich geeignet sein.

Meiner Meinung nach ist zwar keine der beiden alleine dafür ausreichend, um eine neue Sprache zu lernen, aber als Ergänzung oder Erweiterung sind sie sehr wohl geeignet. Ich habe Dir deshalb die wichtigsten Charakteristika der beiden Anbieter in der folgenden Tabelle kurz gegenübergestellt.

  Babbel Duolingo
Kosten Circa 5 Euro pro Monat Kostenlos
Dauer pro Lektion 10 Minuten 5 Minuten
Schwierigkeit der Übungen Einfach – Mittel Einfach
Qualität der Übungen Mittel – Hoch Niedrig
Abwechslungsreichtum Mittel Niedrig
Grammatikerklärungen Ja Nein
Eigener Vokabeltrainer Ja (füllt sich selbst) Ja (muss befüllt werden)
Erreichbares Sprachniveau (alleine mit dem jeweiligen Programm). B1 A2

Wie Du siehst wird Duolingo vor allem dann für Dich geeignet sein, wenn Du auf der Suche nach einer kostenlosen und einfachen Methode bist, um bereits vorhandene Sprachkenntnisse zu trainieren. Oder eine Ergänzung zu einem hochwertigeren Sprachenlernprogramm für Tage mit wenig Zeit und/oder Motivation suchst, dass Dich ebenfalls nichts kostet, wobei Deine Ansprüche im Allgemeinen aber eher gering sind. Genauso gering ist ebenso der mit Duolingo verbundene Zeitaufwand.

So kurzweilig sie auch sein mögen – besonders anspruchsvoll oder hochwertig sind die Duolingo-Übungen nun einmal nicht.

Babbel (hier kannst Du übrigens unseren ausführlichen Babbel-Test nachlesen) ist zwar kostenpflichtig, bietet Dir dafür aber auch bei weitem mehr und gar nicht so wenig. Babbel alleine wird zwar genauso wenig ausreichend sein, um Deine Wunschsprache zu lernen – doch aufgrund des umfangreicheren und hochwertigen Angebots kannst Du Dir mit einem Babbel-Sprachkurs eine gewisse Basis schaffen. Falls Du diese mit den richtigen Dingen ergänzt, dann kann Dich der Duolingo-Konkurrent durchwegs zum Ziel führen. Natürlich auch mit etwas mehr Aufwand (vor allem an Zeit) wie Duolingo.

Ich persönlich würde an Duolingo zusammenfassend 3,5 von 5 möglichen Sternen vergeben (vor allem hinsichtlich des Umstandes, dass die App komplett kostenlos ist):

Hier nachlesen: Duolingo im Vergleich mit weiteren bekannten Apps zum Sprachen lernen.

Damit wäre ich am Ende meines Duolingo-Tests. Was denkst Du darüber? Findest Du meine Duolingo-Bewertung gerechtfertigt oder bist Du anderer Meinung? Über Deine Meinung, Anregungen und Kommentare freue ich mich wie immer sehr!

Kommentare ansehen (31)

  • Hallo,
    Ich teile deine Meinung nicht.
    Am PC kann man die Grammatik abfragen. Die ständigen Wiederholungen schaffen im Zusammenhang mit der Tonausgabe der Sätze ein Gefühl für die Sprache, sodass sie einem vertrauter erscheint. Die Sätze scheinen auf den ersten Blick sinnlos zu sein, aber es fällt einem danach leicht, sich aus den bekannten Brocken etwas zurecht zu schustern, wenn es sein muss. Ich wohne seit zwei Monaten in Prag und lerne so lange auch mit Duolingo. Seit Ende Mai habe ich Sprachunterricht und meine Lehrerin ist begeistert von dem, was ich daher schon konnte (man lernt beispielsweise sehr natürlich, wie ein Kleinkind, konjugieren). Man braucht ab einem bestimmten Lerngrad auch nur noch eine Minute pro Lektion. Sollte einem das zu lästig sein, kann man immer mit Tests nach vorne springen, und muss die Wiederholungen nicht machen.

    Außerdem funktioniert zumindest beim Kurs Englisch-Tschechisch der Support hervorragend. Es sind in der Kommentarfunktion oft drei Admins, die sich am Gespräch beteiligen und darüber aufklären, was die natürlichste Variante ist und warum eine andere auf tschechisch keinen Sinn ergibt.
    Durch diese Funktion verstehe ich bereits auch besser, was den Tschechen am Deutschen so schwer fällt.
    Ich habe ein knappes Drittel durch (auf Gold, ohne 100 Wiederholungen bringt es bei tschechisch als neue Sprache nichts) und fühle mich sehr gut damit.

    Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass ich die Übungen durchaus aufeinander aufbauend finde, sonst könnte ich ja schon längst nichts mehr verstehen. Die anfänglich eingeführten Vokabeln werden immer wieder aufgegriffen und damit gleichzeitig wiederholt. Tschechisch ist nämlich eine Sprache, bei der man Lösungen für Satzkonstruktionen nicht notfalls bei Google translate oder ähnlichem findet.

    Vielleicht versuchst du es ja noch einmal und kommst zu einem etwas gnädigeren Ergebnis. Ich fand dein Urteil hier nämlich ziemlich vernichtend.

    LG :)

    • Guten Tag Dir Malikono,

      und vielen Dank für Dein ausführliches Kommentar mit Deinen persönlichen Duolingo-Erfahrungen.

      Freut mich zu hören, dass für Dich die Sprachlern-App funktioniert. Für mich tat sie das nicht. Aber so muss jeder seine eigene Methoden zum Sprachen lernen finden.

      Dir weiterhin eine schöne Zeit in Prag und viel Erfolg mit Duolingo.

      LG,

      Jeremy-James

  • Hi :)
    Ich wollte mal meine (sehr positive) Erfahrung mit duolingo beitragen. Ich nutze die App seit einigen Monaten, um Russisch ganz neu zu lernen. Zuerst hatte ich versucht, mit einem Schulbuch aus der Bücherei nach der klassischen methode zu beginnen, habe aber parallel auch duolingo benutzt. (Duolingo stand ich kritisch gegenüber, da ich zuvor schon vergeblich versucht hatte, mein Französisch aufzubessern, in dem ich aber schon bei B2 war). Nachdem das Buch mich eher schleppend voranbrachte, wechselte ich dann komplett zu duolingo. Und zwar aus folgenden Gründen:
    1. Meines Empfindens nach ist das die schnellste art und weise, einen grundwortschatz aufzubauen.
    2. Man entwickelt schnell ein gefühl für grammatik, obwohl diese nicht erklärt wird
    3. Wenn etwas zu einfach wird, kann man in der lektion zum ende springen und woanders weitermachen.
    Ich finde auf jeden fall, dass das nicht ausreicht, um eine sprache zu lernen. Ich erhoffe mir allerdings, dass ich, wenn ich mit dem duolingo kurs fertig bin, in der lage bin, ein russisches kinder/jugendbuch in ansätzen lesen zu können, sodas ich mir die dann noch fehlenden vokabeln selber nachschlagen kann und so meinen wortschatz aufbauen kann. Mit etwas geduld kommt das sprachgefühl dann ja vielleicht von selbst.

    • Vielen Dank auch Dir Lioba für diese positive Erfahrung. Und ja, ob die eigene Erfahrung mit Duolingo eher positiv oder negativ ist, hängt sicherlich viel mit der persönlichen Erwartungshaltung und Zielsetzung zusammen. In Deinem Fall kann das eventuell funktionieren. Ich möchte hier jetzt weder Nein oder Ja dazu sagen. Vielleicht berichtest Du uns einfach in ein paar Wochen oder Monaten noch einmal. Ich würde mich darüber freuen.

      LG, Jeremy-James

  • Schöner Artikel - gefällt mir sehr gut.
    Um die Schulkentnisse der englischen Sprache aufzufrischen: Wirklich super, der nächste Urlaub ist gerettet. Auch das doch sehr verwandte Niederländische lässt sich meiner Meinung nach (mal unabhängig von der gewöhnungsbedürftigen Aussprache) angenehm lernen.
    Aber! Hätte ich - und wenn auch nur für sehr kurze Zeit - keinen Französischunterricht in der Schule gehabt, würde es mir extrem schwer fallen den Französischkurs zu bearbeiten (finds trotzdem nicht so easy :D).
    Und spätestens da habe ich mich gefragt wie das mit Chinesisch, Japanisch, Ungarisch, etc. im Selbststudium zu schaffen sein soll.
    Babbel hatte ich auch probiert, aber das war mir doch etwas zu statisch (da sind die Pluspunkte für den "spielerischen Lernbetrieb" bei Duo hängen geblieben).

    Mein Tipp: Harry Potter - die Buchreihe wurde vermutlich in jede Sprache übersetzt (vllt sogar Klingon...) ist eine super Unterstützung und gebraucht als Taschenbuch durchaus erschwinglich.

    LG Daniel

    • Guten Tag Dir Daniel und freut mich zu hören, dass Dir mein Bericht über meine Erfahrungen mit Duolingo gefällt. Und vielen Dank Dir für den Tipp mit den Harry Potter Büchern, um das Lesen in einer Fremdsprache zu üben. Diese empfehlen wir übrigens auch zum Beispiel für Englisch oder Spanisch.

      Dir weiterhin viel Erfolg beim Französisch lernen bzw. wieder auffrischen - LG, Jeremy-James

  • Hallo,

    ich nutze Duolingo derzeit nur für Englisch - Japanisch und muss sagen, dass die Erfahrung doch durchwachsen sind.

    Man bekommt genügend wiederholende Übungen, um Hiragana und Katakana zu üben - wobei einige deutlich häufiger vorkommen als andere.

    Nach den Hiragana-Lektionen inkl. einfacher Vokabeln (Hund, Katze, Wind etc.) geht es bereits in kleinere Sätze über (Ich bin Student. Ich spreche Englisch und Japanisch. etc.), die man als Ausländer in Japan auch gebrauchen kann.

    Noch im selben Lernabschnitt geht es bereits zu längeren Sätzen über, die auch direkt Kanji mit sich bringen. So lernt man gleich grundlegende Kanji-Zeichen sowie weitere, längere Satzaufbauten und dergleichen.

    Da ich bereits Hiragana und Katakana erkenne, aber bisher nicht fließend lesen kann oder teilweise noch überlegen musste, welches "Bild" welcher Buchstabe sein soll, hilft Duolingo mir tatsächlich die Begriffe flüssig zu erfassen.
    Zudem habe ich mich bisher vor Kanji gedrückt und bin positiv überrascht, dass ich nun ein gutes Dutzend bereits erkennen kann (schreiben lasse ich mal außen vor, ist nicht mein Fokus derzeit).

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich frage, wie ein kompletter Neuling den Einstieg finden würde. Anfangs würde fast jedes Zeichen und die simplen Vokabeln (die mir auch bereits bekannt waren) fast nur in trial&error enden oder Ausschlussverfahren.

    Naja, ich nutze die App aber auch erst seit fünf Tagen (aktuell 2000 exp) und bin grundsätzlich bisher positiv gestimmt, auch wenn mich einige Lektionswiederholungen schon etwas nerven ;-) [ichi, ni, chi ...]

    Bin gespannt, was da noch so kommt. Ich muss aber zugeben, dass ich mich zu 90% auf das Gesprochene konzentriere und weniger auf das Geschriebene, ich würde also vermutlich die aktuell bekannten Kanji ohne Wiederholungen in zwei Tagen wieder nicht mehr erkennen.

    Grüße, Mel

    • Vielen Dank Dir Mel für Dein ausführliches Kommentar und Deinen persönlichen Erfahrungsbericht zu Duolingo. Die Kombination mit Englisch und einer (zumindest im deutschsprachigen Raum) nicht so gängigen Lernsprache ist sicherlich eine gute. Denn ansonsten ist es oft schwierig für diese eine App zum üben zu finden.

      Dir weiterhin viel Erfolg mit Japanisch und LG,

      Jeremy-James

  • Wenn ich mir die Kommentare hier durchlese, scheint bei Duolingo die Qualität wohl von Kurs zu Kurs stark zu schwanken. Ich mach gerade den Französischkurs (also Deutsch-Französisch) und bin bisher ganz zufrieden, denn Duolingo scheint mir eine gute Ergänzung zum Bücherlesen, Videos schauen, Podcasts hören zu sein:

    Ich hab mal einen kurzen Französischkurs an der Uni gemacht in dem ich die wichtigsten Basics gelernt habe, und hab danach angefangen selber einfache Bücher zu lesen. Das klappt mittlerweile erstaunlich gut (ich bin da nicht so streng, am Anfang konnte ich gerade so den groben Sinn verstehen und der Geschichte folgen wenn ich mir Zeit zum langsamen Lesen nahm oder eine Transkription eines Podcasts hatte). Aber selber etwas auf Französisch zu formulieren und einzelne Wörter wirklich zu verstehen (nicht nur aus dem Kontext zusammenzureimen), das habe ich auf diese Weise praktisch nicht gelernt. Das Französische ist da ja gerade am Anfang mit all den Konjugationen und Deklinationen recht kompliziert. Und genau da finde ich Duolingo jetzt enorm hilfreich, ich kann meinen Wortschatz festigen und lerne vor allem das eigenständige Formulieren von (einfachen) Sätzen viel effektiver als mit den analogen Übungen aus dem Unikurs. Denn mit einem menschlichen Partner macht das auch nicht mehr Spaß, wenn man quasi noch nichts sagen kann. "J'aime le chocolat. Est-ce que tu aimes le fromage?" - "Oui, j'aime le fromage. Est-ce que tu aussi aimes le fromage?" - "Non, je n'aime pas le fromage. Mais j'aime la bière" -- das war das "kommunikative und partizipative Unterrichtskonzept"...

    Ja, Duolingo alleine wird nicht viel bringen. Aber für die nervigen (aber nicht ganz so unsinnigen) Wortschatz und Grammatikübungen finde ich es echt gut. Duolingo + viel Input in der Fremdsprache könnte aber echt sinnvoll sein. Es macht fast sogar Spaß ;-)

    • Vielen Dank für Dein ausführliches und sehr aufschlussreiches Kommentar. Und ja, als Ergänzung zu ernsthafteren und vor allem auch Methoden, welche etwas an Eigeninitiative erfordern, ist Duolingo sicherlich geeignet.

      Der Irrglaube mit dem Herumdaddeln an der App alleine eine neue Sprache lernen zu können ist allerdings etwas gefährlich. Zumindest in meinen Augen.

      Vielleicht belügt sich der Mensch aber auch einfach nur gerne und verschließt die Augen vor einer unbequemen Wahrheit, um in bequemer Untätigkeit verharren zu können. Das würde die zum Teil recht wütenden Reaktionen und Kommentare auf diesen Beitrag erklären. Diese enthalte ich den anderen Lesern in der Regel vor, um das Niveau in der Kommentarsektion nicht unnötig nach unten zu treiben.

      Dir weiterhin viel Spaß mit Duolingo et beaucoup de réussite dans tes études de français!

      LG,

      Jeremy-James

  • Du schreibst viele Unwahrheiten. Gramatik kann man bei jeder Übung abfragen. Der schwirigkeitgrad wächst parallel zu den abgearbeiteteten Aufgabe. Ich habe mit Duolingo geschafft eine Sprache von 0 auf reden, verstehen und schreiben zimlich komplexe Texte geschafft.
    Ich empfehle jedem erst Duolingo zu testen, before er ein Unding schreibt.

  • Hallo Jeremy-James,
    eine wirklich erhellende und zutreffende Beschreibung von Duolingo! Neben der schönen Idee, einen Wissensbaum zu "pflanzen" und die Äste mit Wissen zu füllen, erkenne ich leider nicht, welches Lehr-Prinzip die Macher des Programms verfolgen. KI kann im Hintergrund wohl nicht werkeln, denn ich würde sonst nicht immer wieder viele, viele Male gefragt werden, was denn "Hallo" heißen möge: "Hallo, Anna", "Hallo Tim", "Hallo". Und ich weiß es immer... "Your hard work is paying off". Haha. Praktisch kein Lerneffekt bei diesen Mikroschritten. Ja, und die berüchtigten kryptischen Sätze gibt es auch in meiner Zielsprache, Russisch: "It is she who is here." Geht's noch, das taucht bei Basics1 auf!!! Diesen Satz werde ich demnächst sicher in einer Live-Situation anwenden (Ironie aus). Dadurch, dass Erklärungen fehlen, ist Duolingo für mich eine oberflächliche Spielerei, besser als in Social Media zu daddeln allemal, aber nix Ernsthaftes. Deiner Einstufung mit 3 1/2 Sternen stimme ich zu, wenn man berücksichtigt, dass die App ja nichts kostet. Ich werde trotzdem damit aufhören, denn mir ist meine Lebenszeit einfach zu schade. Ich werde ein paar andere Programme/Apps checken.

    • Guten Tag Dir Manni,

      und vielen Dank zuerst einmal für Dein ausführliches Kommentar. Wie ich sehe, schließt Du Dich meiner Bewertung der Duolingo-App weitgehend an - freut mich zu hören, dass ich doch nicht so falsch liegen kann mit meiner persönlichen Einschätzung.

      Und falls Dich eine andere Sprachlern-App interessiert - hier haben wir ein paar der bekanntesten getestet: https://www.sprachheld.de/beste-sprach-app-sprachen-lernen/.

      Dir weiterhin noch viel Erfolg beim Russisch lernen - hier haben wir übrigens einen sehr ausführlichen Beitrag über das russische Alphabet: https://www.sprachheld.de/russisches-alphabet/

      LG,

      Jeremy-James

  • Hi Jeremy, ganz ausgezeichnete Auswertung! Ich würde nur die unterschiedlichen Motive, sich mit einer Sprache auseinanderzusetzen, stärker berücksichtigen. Für die Leute, die für den Urlaub über "obrigado", "gracias", "chiao" oder"efcharisto" ein bisschen hinaus wollen, (wie mich) langt's allemal.
    Gruß Joe

    • Guten Tag Dir Joe, und vielen Dank Dir für Dein Kommentar. Und wie bereits erwähnt für ein grundsätzliches Sprachverständnis und eine genauso grundsätzliche Verständigung, wie z. B. bei einer kurzen Urlaubsreise, kann Duolingo ausreichend sein. Die Frage ist hald, ob ich mir dann den dazu doch recht großen Aufwand mit der App machen will, und nicht einfach einen Urlaubs-Wortschatz lerne. Das sollte schneller gehen und ist von dem her auch zielführender. Im Endeffekt steht aber natürlich jedem offen, was das Mittel seiner Wahl sein soll. Falls Dir persönlich Duolingo gefällt - der schlechtestes Zeitvertreib ist es nicht. Vor allem, weil man dabei sicherlich auch noch etwas lernt.

  • Hallo, Jeremy-James,

    Deine Meinung zu Duolingo (und die von anderen Nutzern) habe ich mit Interesse gelesen.
    Ich bin derselben Meinung wie Du, dass Duolingo allein nicht ausreicht, um eine
    Fremdsprache zu erlernen, selbst wenn schon gewisse Vorkenntnisse in dieser Sprache
    vorhanden sind. Es wird einem - fälschlich - vorgegaukelt, wenige Minuten am Tag würden
    genügen, um die fremde Sprache irgendwann einmal zu beherrschen. Nein, dafür ist Duolingo
    definitiv ungeeignet. Ich kann keinerlei vernünftiges didaktisches Konzept erkennen.
    Grammatikalische Hinweise? Fehlanzeige. Es scheint nur darauf angelegt zu sein, dem Nutzer
    durch das Erreichen sinnfreier "Punkte" einzureden, er habe Fortschritte gemacht. Ich bin
    im Spanischen etwa auf A2-Niveau und habe mich, eher just for fun, darauf eingelassen, ein
    paar Lektionen von Duolingo durchzuarbeiten. Klar, das ging bei mir ruckzuck, aber die
    Fortschritte scheinen sich im bescheidensten Rahmen zu bewegen. Schier endlose
    Wiederholungen, bis es anscheinend auch der Allerdümmste oder sprachlich Unbegabteste
    verstanden hat. Sätze, die man dann im echten Leben gebrauchen kann, sucht man hier
    meist vergeblich - oder sollten die irgendwann doch noch kommen? So darf man
    stattdessen gefühlte 50 mal vom Deutschen ins Spanische (und vice versa) übersetzen,
    "Elefanten sind grau" und "Katzen fressen Enten". Klar, braucht man auch
    täglich...Irgendwie kam ich mir fast vor wie der berühmte Hamster in seinem Rad, er läuft
    und läuft, so schnell er kann... und kommt doch nicht von der Stelle. Wer lediglich in eine fremde Sprache hineinschnuppern will ohne den Ehrgeiz, sie auch wirklich lernen zu wollen, für den mag Duolingo als Einstieg passend sein. Allen anderen möchte ich lieber zu einem anderen Sprachlernprogramm raten. Als weitaus bessere Alternative zu Duolingo möchte ich Rosetta Stone empfehlen. Eines der besten und, allerdings, teuersten Programme, aber ich bin auf eine abgespeckte Version gestoßen, die man mit etwas Glück gratis nutzen kann. Wer Mitglied bei einer Stadtbibliothek ist, die "e-learning"-Kurse anbietet, wird dort wahrscheinlich auf Rosetta Stone und seine "Immersionsmethode" treffen. Wie ein Kleinkind wird man dort an die fremde Sprache herangeführt. Es gibt keinerlei Übersetzungen in der Muttersprache, alles wird nur durch Bilder erklärt. Klingt seltsam, aber funktioniert. Freilich, auch hier wird man an Grenzen stoßen, wenn Fragen auftauchen. Das Programm ist ziemlich realitätsnah orientiert, fliegende Elefanten und zeitunglesende Enten kommen hier nicht vor. Im Laufe des Kurses, der immerhin bis zum B1-Niveau führen soll, wird man früher oder später unweigerlich zu einer Grammatik greifen müssen. Da empfehle ich für die Interessierten die Webseite http://www.spanisch-lehrbuch.de, selbst ein umfangreicher, aber kostenloser Sprachkurs, vielleicht zu umfangreich für den Anfänger. Und was das Wörterlernen betrifft, ohne das kein seriöser Sprachkurs auskommt, so empfehle ich z.B. die App ankidroid (gibt's auch für PC), ebenfalls für lau, wo man nach dem guten, alten und bewährten Karteikartensystem seine Vokabeln lernen kann. Kann ich nur empfehlen!! Unbekannte Wörter kann man schnell bei https://de.pons.com/ nachschlagen. Mein Resümee: Wer eine Sprache ernsthaft lernen will, ohne dafür viel Geld auszugeben, sollte von Duolingo Abstand nehmen. Der Zeitaufwand steht in keinem Verhältnis zum erreichbaren Lernerfolg. VG, K.B.

    • Guten Tag Dir Klaus und vielen Dank für Dein genauso ausführliches wie fundiertes Kommentar. Demzufolge kann ich da auch nicht mehr viel hinzufügen, sondern Dir im Wesentlichen nur rechtgeben. Sowie Dir weiterhin viel Erfolg beim Spanisch lernen wünschen und Dich darauf hinweisen, dass der Rosetta Stone Test hier auch in Bälde veröffentlicht wird. LG, Jeremy-James.

  • Der Niveauvergleich war für mich sehr aufschlussreich. Duolingo war für mich ein super Wiedereinstieg, reicht mir aber nicht aus. Ständige Wiederholungen von Vokabeln, die man kaum braucht und essentielle tauchen zu wenig auf. Es sind zudem viele Fehler eingebaut, die trotz Meldungen nicht korrigiert werden. Ich werde dennoch dabei bleiben, weil es Spaß macht und noch Babbel dazu buchen. Zudem habe ich mir bereis eine Menge Lernmaterial besorgt. Für den kaufmännischen Bereich kann ich auch das kostenfreie owad.de empfehlen. Im Sommer mache ich Urlaub an der englischen Küste, um Spaß mit einem hoffentlich guten Lerneffekt zu verbinden.

    • Guten Tag Dir Edeltraud und vielen Dank für Dein ausführliches Kommentar und auch für die Ergänzung mit owad.de. Falls Du nach einer Ergänzung zu Duolingo suchst, interessiert Dich vielleicht unser Vergleich der bekanntesten Sprachlern-Apps (in welchem Babbel und Duolingo auch vorkommen).

      Dir auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg beim Englisch lernen und viel Spaß an der englischen Küste.

      LG,

      Jeremy-James

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