Lerne die Grammatik einer Fremdsprache mit Memotechniken wie Gedächtnisgebäuden, Lernexperte und Gedächtnistrainer Jonathan Levi im Interview

Jonathan Levi Superhuman Speed-Lesen und Speed-Lernen

Dieses Mal im Interview ist Jonathan Levi. Neben seinen vielen Projekten und Talenten ist er Speedreader und Superlerner.

Das bedeutet er kann mit der Speedreading-Methode deutlich schneller lesen als der Durchschnitt. Als Superlerner erlernt er neue Inhalte ebenfalls mit rasanter Geschwindigkeit. Damit er das schafft, bedient er sich Memomethoden, die er in diesem Interview mit Dir teilt.

Er ist ebenfalls der Moderator des “Become a Superhuman” Podcasts sowie Autor. In dieser Funktion verfasst er Bücher und erstellt Online-Kurse auf Udemy zum Thema, allen voran den “Become a Superlearner”-Kurs, in welchem er Dir zeigt, wie Du ebenfalls schneller lesen und lernen kannst.

Im Interview sprechen wir über die folgenden Themen:

  • Wie Du Vokabeln und vor allem Grammatik (oder auch jegliche andere Information) mit Memotechniken wie zum Beispiel der Gedächtnisgebäudemethode lernen kannst.
  • Wie Du mehr Sicherheit beim Sprechen einer Fremdsprache entwickeln und dadurch noch schneller Fortschritte machen kannst.
  • Wie Du Memotechniken dazu nutzen kannst, um im Alter erfolgreich Sprachen zu lernen.

Hier findest Du das Video und darunter eine Zusammenfassung des Gesprächs:


Zusammenfassung des Interviews mit Jonathan Levi:

Wie bereits eingangs erwähnt lernt Jonathan nicht nur Vokabeln, sondern sogar die ganze Grammatik einer Fremdsprache mit Memotechniken. Im Interview erklärt er dies anhand des Beispiels Russisch und wie er mit den verschiedenen russischen Fällen ein Gedächtnisgebäude konstruiert hat.

Dabei ordnet er (ähnlich wie dies auch schon Anthony Metivier im Sprachheld-Interview erklärt hat) zuerst jedem Fall einen Raum zu und danach platziert er in diesen Räumen Gegenstände, Personen und schließlich ganze Szenen, welche ihn an daran erinnern wann welcher Fall wie zur Anwendung kommt.

Das Wichtige dabei ist nicht, was Du Dir vorstellst, sondern nur, dass für Dich eine logische Verbindung entsteht. Jonathan selbst verwendet hier teilweise sogar etwas deftigere Bilder und Kraftausdrücke, da er sich diese besser einprägen kann.

Für Russisch ist das ganze etwas aufwändiger, wie man im Interview sehen kann. So gibt es zuerst einmal 6 russische Fälle und damit 6 Räume. Dazu dann eine eigene Szene oder ein eigener Teil des Raumes für jedes Fragewort, mit dem man nach dem Fall fragen kann.

Und schließlich in dieser Szene jeweils eine männliche und eine weibliche Person, da innerhalb eines Falles auch noch Unterscheidungen zwischen dem Geschlecht gemacht werden. Plus noch ein paar weitere Unterregeln, auf welche ich hier jetzt nicht genauer eingehen möchte. Falls es Dich aber im Detail interessiert, kannst Du einfach das Video und die Erläuterungen von Jonathan ansehen.

Du siehst also es handelt sich hierbei um ein recht komplexes Grammatikkapitel, welches er aber geschafft hat sich mithilfe seines selbst erdachten Gedankengebäudes sehr gut einzuprägen.  Und der wirklich große Vorteil von diesem ist, dass er Dir immer – jederzeit und an jedem Ort – zur Verfügung steht.

Die Grundregeln dabei sind, dass die von Dir geschaffenen Bilder sowohl einprägsam als auch detailliert sind, und darüber hinaus eine Emotion bei Dir auslösen. Die örtliche Gebundenheit (Raum in einem Haus) ist deshalb zusätzlich wichtig, weil unser Gehirn sich Bilder und Orte am besten merkt.

So erinnerst Du Dich zum Beispiel sicher noch äußerst detailliert an das Haus (oder die Wohnung), in welchem Du aufgewachsen bist. Darum kann es vorteilhaft sein, Dein persönliches Gedankengebäude in diesem zum Erstellen, um die schon vorhandenen neuronalen Netzwerke auszunutzen.

Im Deutschen wäre die Sache etwas weniger aufwändiger, da es sich hierbei auf 4 Fälle beschränkt und das Einzige, was sich zwischen diesen unterscheidet, ist der Artikel. Und ja, ich weiß – die Deutschlerner unter Euch werden mir jetzt wohl weniger zustimmen.

Aber falls Du gerade Deutsch lernst, oder auch deutschsprachig bist, dann probiere es doch einfach einmal selbst kurz aus und erbaue Dir Dein eigenes Gedankengebäude für die 4 deutschen Fälle. Vielleicht hilft es Dir ja dabei dieses gleichzeitig grundlegende wie etwas schwierige Thema der deutschen Grammatik endlich richtig zu verstehen – falls Du bisher Schwierigkeiten damit hattest.

Natürlich ist es mit einem Gedankengebäude wie mit allem Gelernten. Umso öfter Du es im Anschluss verwendest, umso leichter wirst Du Dich im Laufe der Zeit daran erinnern. Das liegt daran, dass unser Gehirn öfter gebrauchte Information näher an seinem Zentrum abspeichert, wo diese leichter verfügbar ist.

Der Vorteil von einem Gedankengebäude ist aber, dass Du mit diesem genauso nur wenig gebrauchte Information wieder abrufen kannst (welche Du ansonsten wahrscheinlich „vergessen“ hättest). Nur eben über den Umweg des gedanklichen Abgehens des dazugehörigen Raumes.

Die Technik sich Dinge mittels eines Gedächtnisgebäudes (oder auch „Memory Palace“) einzuprägen benötigt natürlich etwas Zeit. Du musst Dich wirklich hinsetzen und aktiv gedankliche Verbindungen schaffen. Dafür ist sie aber ebenso nachhaltig. Und der Prozess geht Dir mit mehr Übung natürlich immer leichter von der Hand.

Gedankengebäude eignen sich natürlich nicht nur als Unterstützung beim Sprachenlernen, sondern im Prinzip für jedes Gebiet. Alles was Du lernen und Dir aneignen möchtest, kannst Su Sir mit Hilfe von Gedankengebäuden nicht nur leichter sondern genauso dauerhafter einprägen.

Ein weiterer wichtiger Tipp, welchen Dir Jonathan mit auf den Weg geben möchte ist, dass Du beim Sprechen Deiner Fremdsprache keine Scham kennen solltest. Das heißt, Du solltest einfach drauf los reden, egal ob Dir dabei Fehler unterlaufen oder nicht. Und Dir ruhig auch einmal kurz Zeit nehmen, um über ein Wort oder eine Formulierung nachzudenken (oder diese in Deinem Gedankengebäude aufzusuchen). Egal in welchem Umfeld – ob bei der Arbeit, mit Freunden oder in der Öffentlichkeit mit Unbekannten.

Nur so erlangst Du Sicherheit und vor allem Praxis. Der größte Fehler beim Sprachenlernen ist es nicht zu Sprechen (oder nur im geschützten Rahmen eines Kurses), weil Du Dich für Deine Aussprache schämst, denkst dass Du nicht genug bist oder Angst davor hast ausgelacht zu werden. Denn „The only normal way to begin speaking in a new language is to begin speaking badly“ – ein Zitat, welches Du auch in unserer Zitatsammlung zum Thema Sprachenlernen.

Und falls Dir einmal ein Fehler unterläuft und Dich jemand korrigieren sollte, dann bedanke Dich aufrichtig dafür – immerhin hat Dir gerade jemand eine gratis Mini-Unterrichtsstunde gegeben. Und es war normalerweise auf keinen Fall böse gemeint.

Natürlich sind Gedankengebäude auch für ältere Menschen als Unterstützung beim Lernen geeignet. Schließlich besitzen diese den großen Vorteil eines sehr umfassenden Erfahrungsschatz aus ihrem langen Leben, welchen Sie dazu verwenden können Erinnerungen mit neuen Lerninhalten zu verknüpfen.

Lies hier: Unseren Übersichtsartikel zum Thema Grammatik lernen.

Über den Autor

Gabriel Gelman ist Gründer von Sprachheld, Sprachenthusiast und nutzt gerne seine 6 Sprachen für Reisen und Kennenlernen neuer Leute. Er hilft Sprachlernern dabei schnell ihre Fremdsprache zu lernen.

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