X

Spanisch lernen – 3 muttersprachliche Spanischlehrer geben Dir hilfreiche Tipps und Ratschläge (aus ihrer Praxis)!

Hallo und herzlich willkommen zu unserem Spanischpanel, in welchem Du von 3 muttersprachlichen Spanischlehrern wichtige Tipps und Ratschläge zum Spanisch lernen erhältst. Unsere Teilnehmer geben Dir hierbei unter anderem Antworten auf die Fragen,

  • Wie Du als Anfänger am besten mit dem Spanisch lernen beginnst.
  • Wie Du die spanischen Zeiten und dabei vor allem die Vergangenheitsformen (Indefinido, Imperfecto, Perfecto und Plusquamperfecto) zu unterscheiden lernst.
  • Wie Du einfach spanische Vokabeln oder spanische Grammatik lernst.
  • Worin der Unterschied zwischen ser und estar liegt, und wie Du Dir diesen einprägen kannst.
  • Wie Du es schaffst Spanisch flüssig bzw. fließend zu sprechen.
  • Wie Du das rollende spanische R  lernen kannst.

Lies hier: 10 Tipps zum besseren Verständnis der spanischen Grammatik von Alejandra Kudo (ebenfalls muttersprachliche Spanischlehrerin aus Kolumbien, welche in Deutschland lebt).

Zuerst möchte ich Dir aber die Teilnehmer an unserer Gesprächsrunde vorstellen, die so freundlich waren mir in ihrer wertvollen Zeit Rede und Antwort zu stehen:

Hier siehst Du das Video unserer Expertenrunde zum Thema Spanisch lernen und darunter findest Du eine ausführliche Zusammenfassung in Textform.

Womit Du beim Spanisch lernen anfangen solltest?

Das hängt im Wesentlichen von der Zielsetzung ab. Lernst Du für den Beruf oder nur zum „Spaß“ wie Reisen. Bist Du noch jung (oder ein Kind), schon ein Erwachsener oder gar schon im Rentenalter und möchtest Spanisch deshalb zum Auswandern lernen. Welches Deine Ziele mit der Sprache sind, das solltest Du Dir gleich zu Beginn klarmachen, noch bevor Du wirklich mit dem Lernen beginnst.

Denn nur mit einer genauen Vorstellung darüber, was Du erreichen möchtest, kannst Du Dir in weiterer Folge einen Lernplan erstellen. Dieser wiederum hilft Dir dabei auf Deinem Weg kleinere Zwischenziele zu setzen, wobei das Erreichen von diesen einerseits dazu dient Dir Deinen Fortschritt vor Augen zu führen und damit andererseits Deine Motivation aufrecht zu erhalten.

Ausgehend von Deinen Zielen setzt Du danach Prioritäten und steckst Themengebiete ab, welche Dich interessieren oder welche nützlich für Dich sind. Das typische Ziel der deutschsprachigen Spanischlerner ist es Spanisch zum Reisen und für den Urlaub zu lernen – nach Spanien oder in eines der vielen anderen spanischsprachigen Länder der Welt. Dafür ist es vor allem wichtig einen gewissen Reisewortschatz aufzubauen und typische Urlaubskonversationen zu üben.

Ähnlich wie beim Tandem-Fahradfahren geht es bei einem Sprachtandem darum zusammen zu arbeiten, um gemeinsam vorwärts zu kommen.

Das kannst Du zuerst einmal mit einem Tandempartner. Entweder persönlich vor Ort mit einem der vielen spanischen Muttersprachler, welche in Deutschland, der Schweiz und auch in Österreich vor allem in den größeren Städten leben. Oder falls Du in einem kleinen Ort leben und keine Muttersprachler in der Nähe haben solltest, dann kannst Du Dir einen Spanisch-Deutsch-Tandempartner immer noch ganz leicht online suchen und finden.

Lies hier: 40 Möglichkeiten und noch ein paar mehr, um einen Tandempartner zu finden.

Ein Sprachtandem ist eine hervorragende Möglichkeit um Spanisch online und kostenlos sprechen zu lernen. Bei einem solchen Sprachaustausch solltest Du mit einfachen Themen beginnen und Dich dann schrittweise zu komplexeren Gesprächen vorarbeiten. Das hilft ebenso dabei Deine Fortschritte zu sehen und nicht die Motivation zu verlieren.

Eine weitere Möglichkeit, um Deine Spanischkenntnisse zu verbessern, ist natürlich (Online)-Spanischunterricht, wie ihn zwei der Teilnehmer aus unserem Spanischpanel anbieten. Dabei kannst Du prinzipiell zwischen Einzel- und Gruppenunterricht wählen. Der Vorteil von Einzelunterricht ist, dass Du schneller Fortschritte machst. Der von Gruppenunterricht, dass er mehr Spaß macht.

Und der Spaß sollte beim Sprachen lernen immer im Vordergrund stehen. Ansonsten sind wir wieder beim Thema der nachlassenden Motivation – der Hauptgrund, warum viele Sprachlerner es nicht schaffen, die von ihnen gewünschte Fremdsprache zu Erlernen.

Was kannst Du tun, falls Du zu schüchtern bist und Dich nicht traust Spanisch zu sprechen?

Dann beginne wie bereits erwähnt mit möglichst einfachen Themen und Satzkonstruktionen. Und falls Du eine bestimmte Zeitform, Konjugation oder ein Wort nicht kennst, dann versuche Dich anders auszudrücken. Paloma (aus Brasilien) zum Beispiel fragt Ihre Schüler oft als Einstieg, was Sie am letzten Wochenende unternommen haben. Falls diese noch nicht in ganzen Sätzen antworten können, dann lässt Paloma sie mit einzelnen Worten antworten.

Das heißt mit den Namen der Orte, an welchen sie waren, den Verben der Aktivitäten, welchen sie dort nachgegangen sind usw. Dadurch können sich die Schüler langsam von einzelnen Wörtern und Phrasen hin zu ganzen Sätzen und schließlich kurzen Gesprächen vorarbeiten, und verlieren auf diese Art gleichzeitig die Scheu vor dem Sprechen. Die Angst zu sprechen und dabei Fehler zu machen ist leider oft das größte Hemmnis und damit aber eigentlich auch leicht abzulegen.

Erfahre hier: Warum es wichtig ist Fehler zu machen, um Fortschritte zu erzielen.

Regelmäßig selbst zu sprechen ist zum Erlernen einer Fremdsprache nämlich unbedingt notwendig. Genauso wie das regelmäßige Hören von dieser. Dafür eignet sich einerseits Musik, andererseits Podcasts wie „A mi aire“ von Paloma aus der Schweiz (welcher übrigens komplett kostenlos nutzbar ist).

Der Vorteil von einem Podcast ist, dass Du bei diesem das Gehörte mitlesen kannst, vorausgesetzt er verfügt über ein Transkript, so wie dies die Podcasts von Podcasts des PodClub tun. Diese verfügen alle über  ein Transkript und eine sogenannte Karaokefunktion (welche ein einfaches Mitlesen des Audio-Textes ermöglicht).

Zusäzlich hat der Podclub seine eigene App (für Android und iOS) herausgebracht, mit welcher Du deren kostenlose Podcasts zum Sprachenlernen noch viel einfacher unterwegs anhören kannst. Mit dieser bekommst Du alle vierzehn Tage aktuelle und unterhaltsame Podcast-Episoden in den Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch und Französisch direkt auf Dein Smartphone geliefert.

Steter Tropfen höhlt den Stein – oder warum es wichtig ist täglich zu lernen, um wirklich Fortschritte mit Spanisch zu machen.

Um rasch Fortschritte zu machen und Dein Ziel fließend Spanisch zu sprechen zu erreichen, ist es wichtig Dich täglich mit der Sprache auseinanderzusetzen.  Auch falls es nur ein Hobby für Dich sein sollte und nicht unerlässlich wichtig für Dein Leben oder Deinen Beruf, solltest Du es anstreben das Lernen zu einer Gewohnheit zu machen.

Damit Dir das gelingt, solltest Du Dir Aktivitäten suchen, welche Dir Spaß bereiten. Etwas anhören (zum Beispiel langsam gesprochene Nachrichten), lesen, Kurzfilme oder Serien anschauen (eventuell welche, die Du schon auf Deutsch oder auch Englisch gesehen hast). All diese Aktivitäten (oder zumindest eine davon) finden in 15-30 Minuten pro Tag Platz. Was im Endeffekt viel effektiver ist, als nur einmal pro Woche zwei oder drei Stunden etwas zu machen.

Wie lernst Du am besten die spanische Grammatik wie zum Beispiel die verschiedenen Zeitformen?

Am einfachsten und schnellsten lernst Du die spanische Grammatik immer direkt mit Beispielen. Zwar ist es genauso wichtig, dass Du die zugrundeliegenden Regeln kennst, doch solltest Du diese immer direkt mit Anwendungsbeispielen verbinden. Zu Beginn hilft es auch diese wie in Kästen einzuordnen – wann (unter welchen Bedingungen) verwende ich welche Zeitform zum Beispiel.

Falls Du also die verschiedenen Vergangenheitsformen im Spanischen (Indefinido, Imperfecto, Perfecto und Plusquamperfecto) lernen oder besser verstehen möchtest, dann stell Dir eine bestimmte Aktivität in all diesen vor bzw. unter welchen Umständen Du welche Zeitform für diese verwenden müsstest.

Und – wie viele spanische Vergangenheitsformen oder Zeiten im Allgemeinen kannst Du auf diesem Bild entdecken?

Hast Du Dir die unterschiedlichen Zeitformen (oder auch ein anderes Grammatikkapitel) auf diese Art und Weise eingeprägt, dann hilft für das Festigen des Gelernten eigentlich nur eines – Üben, üben, üben. Oder anwenden, anwenden und noch einmal anwenden. Das kannst Du mit schriftlichen und mündlichen Übungen, durch Lesen und wiederum Hören.

Effektiv Spanische Vokabeln lernen – wie solltest Du dabei vorgehen?

Wichtig ist es diese auch aufzuschreiben, dadurch merkst Du sie Dir nicht nur schneller, sondern ebenso dauerhafter. Zum Beispiel gibt Dir Thomas den Tipp, dass Du Dir beim Anhören von einem spanischsprachigen Video oder Lied direkt danach oder schon währenddessen die Wörter aufschreiben solltest, welche Du noch nicht kanntest oder welche Dir wichtig erscheinen.

Paloma aus Brasilien rät Dir neue Vokabeln auch immer zu visualisieren. Das kannst Du zum Beispiel klassisch machen, indem Du alle Gegenstände in Deiner Wohnung mit Post-It´s mit den entsprechenden spanischen Bezeichnungen versiehst. Oder indem Du Dir zum Beispiel ein visuelles Wörterbuch anlegst. Dazu kannst Du Dir einfach ein Word-Dokument anlegen, in welches Du Deine neu gelernten Vokabeln einträgst und zu jedem Wort mittels der Bildersuche ein passendes Foto aus dem Internet suchst.

Im Internet findest Du für jede Vokabel ein passendes Bild, welches Dir das Wort verbildlicht – egal ob es sich dabei um ein Substantiv oder ein Verb handelt.

Für den Podcast von Paloma aus der Schweiz gibt es zusätzlich einen Spanisch-Vokabeltrainer (welcher einmalig ca. 5 Euro kostet), in welchen Du Dir unbekannte Wörter aus dem Podcast-Transkript einspeisen und in weiterer Folge üben kannst. Die Vokabeln können auf der Lernkarte auch im Kontext des Satzes abgespielt werden, so wird das Lernen noch erfolgreicher. Und zu guter Letzt ist es genauso möglich eigene Wörter in den Vokabeltrainer einzupflegen.

Wie bereits erwähnt richtet sich Palomas / Alicias Podcast an Spanischlerner mit dem Niveau A2/B1 und im entsprechenden Schwierigkeitsgrad sind die Texte gehalten. Zusätzlich sind etwas schwerere oder neue Wörter noch einmal extra erklärt.

Erfahre hier: Unsere Top5-Strategien für effektives Vokabeln lernen.

Was ist der Unterschied zwischen ser und estar?

Wahrscheinlich hast Du schon einmal die Definition gehört, dass ser für alle dauerhaften Eigenschaften angewendet wird, während estar für vorübergehende Zustände genutzt wird. Thomas ist aber kein großer Anhänger dieser Definition, da es seiner Meinung nach bei dieser eine Vielzahl von Ausnahmen gibt. Darum definiert er den Unterschied zwischen ser und estar immer folgendermaßen:

  • Ser wendest Du an, falls Du fragen kannst „Was ist etwas oder jemand?“ und „Wie ist etwas oder jemand?“ – Ich bin groß (Soy alto), ich bin Deutscher (Soy alemán) oder ich bin Lehrer (Soy maestro / profesor). Oder um auszudrücken wann etwas stattfindet – Die Party findet um 22.00 statt (La fiesta es a las diez).
  • Estar hingegen für einen momentanen Zustand oder um auszudrücken, wo Du Dich gerade befindest. Ich bin krank (Estoy enfermo) – ich bin in der Stadt (Estoy en la ciudad).

Hier siehst Du ein Video von Thomas, in welchem er Dir den Unterschied zwischen ser und estar noch einmal persönlich erklärt (dazu hat er auch einen zweiten Teil gedreht).

Wie lernst Du es das rollende R im Spanischen auszusprechen?

Dazu gibt Dir Paloma aus Brasilien den Tipp, es zuerst einmal alleine zu üben. Also einfach mit Zunge ein Rrrrrrrr zu fabrizieren, wie es ein Auto machen würde. Falls Du das geschafft hast, gehst Du dann zu kompletten Vokalen wie re, ri, ro, ru usw. über und schließlich zu ganzen Wörtern.

Im Allgemeinen ist es Ihrer Meinung aber nicht so schlimm, falls Du das rollende spanische R trotz aller Übung nicht perfekt beherrscht. Normalerweise versteht man Dich trotzdem sehr gut, solange Deine restliche Aussprache klar und deutlich ist. Natürlich gibt es aber bestimmte Wortpaare wie zum Beispiel perro und pero (perra / pera), bei welchen sich die Bedeutung mit der Aussprache ändert.

Persönliche Tipps der drei muttersprachlichen Spanischlehrer zur Verbesserung Deiner Spanischkenntnisse.

Paloma aus Brasilien rät Dir ein Hobby auf Spanisch umzustellen, wie zum Beispiel kochen. So merkst Du Dir dann auch neue Wörter und Vokabeln viel leichter, wenn Du Dir wie in diesem Fall Rezepte auf Spanisch durchliest und die spanischen Ausdrücke für verschiedene Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch sowie die Verben zu deren Zubereitung immer wieder siehst und liest.

Kochen mit spanischen Rezepten – es muss ja nicht gleich die landestypische Paella sein – kann eine gute Verbindung von Sprachenlernen und einer angenehmen Freizeitbeschäftigung sein. Ganz nach dem Motto – Lernen mit Spaß.

Paloma aus der Schweiz rät Dir gleichzeitig zu lesen und zu hören, wie zum Beispiel mit Ihrem Podcast. Sowie den dazugehörigen Vokabeltrainer zu verwenden, um Dir neue Wörter einzuprägen.

Thomas rät Dir Hörbücher anzuhören. Denn einerseits gibt es bei diesen eine große Auswahl von Themen und Schwierigkeitsstufen von Kinderbüchern bis hin zu Fachliteratur. Darüber hinaus kannst Du die Geschwindigkeit einstellen und somit noch besser auf Deine Ansprüche anpassen. Und Du musst auch nicht alles verstehen, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen, wichtig ist nur, dass Du den Sinn verstehst.

Damit bin ich auch schon am Ende unserer Expertentalks zum Thema „Spanisch lernen – Tipps und Ratschläge aus der Praxis von 3 muttersprachlichen Spanischlehrern“. Ich hoffe er hat Dir gefallen und Du konntest ein paar Dinge mitnehmen auf Deinen weiteren Weg um erfolgreich Spanisch fließend sprechen zu lernen. Über Anregungen oder auch Fragen in den Kommentaren würden wir und unsere drei Gäste uns natürlich wie immer freuen.

Und hier geht es zu unserer Sprachheld-Spanischschule, dem Spanischkurs, mit welchem Du online und trotzdem mit persönlicher Betreuung Spanisch lernen kannst.

Jeremy-James Peter: @sprachheldJeremy-James Peter - Österreicher und Agrarwissenschaftler. Nachdem er eine Zeit lang in der Forschung tätig war, wollte er noch einmal etwas Neues erleben und ist ohne Plan, Rückflugticket und Spanischkenntnisse nach Südamerika aufgebrochen. Heute spricht er nicht nur Spanisch, sondern schreibt auch für Sprachheld.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu.