ᐅ Sprachkurse: Warum (die meisten) absolute Zeitverschwendung sind!

Warum Sprachkurse absolute Zeitverschwendung sind (oder zumindest die meisten)


Ist ein Sprachkurs sinnvoll

Viele Sprachkurse bringen Dir wenig beim Sprachen lernen.

Ich bin der Meinung, dass die meisten Sprachkurse wenig bringen. Es gibt nur wenige gute und sinnvolle Kurse.

Alle meine Sprachkurse haben wenig dazu beigetragen, dass ich die Sprache gelernt habe. Das gilt vor allem für den Sprachunterricht in der Schule.

Das Selbststudium durch Immersion und Gespräche mit Muttersprachlern waren hauptverantwortlich dafür, dass ich meine Sprachen gelernt habe.

Die Hauptprobleme von Sprachkursen, zumindest in meinen Augen, habe ich Dir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Problem 1: Zu viele Schüler.

Das größte Problem der meisten Sprachkurse (besonders in der Schule) sind zu viele Schüler. Dadurch findet fast nur Frontalunterricht statt. Der Lehrer lehrt die Sprache und die Schüler können kaum aktiv teilnehmen. Es gibt einfach zu viele.

Die Schüler nehmen auf, aber lernen nicht wirklich. Denn sie wenden das Gelernte kaum an. Die Anwendung ist aber entscheidend. Nur so kannst Du Deine Kenntnisse verbessern.

Wenn ein Schüler etwas sagt, kann und darf er nicht viel mehr als einen Satz sagen. Es gibt zu viele andere, die auch etwas sagen möchten. Es gibt zu viel Material, das durchgegangen werden muss. Sprechen kommt in größeren Kursen viel zu kurz.

Lies hier: Wie Du Muttersprachler findest, mit denen Du Sprechen üben kannst.

Schüler trauen sich nicht Fehler vor anderen zu machen

Es gibt ein weiteres Problem, das mit zu vielen Schülern einhergeht. Viele Schüler trauen sich nicht Fehler vor den anderen zu machen. Deshalb sagen sie lieber gar nichts im Unterricht.

Zudem ist der Lehrer in einem Dilemma. Falls er einen Schüler korrigiert, kann es sein, dass dieser und andere sich nicht mehr trauen etwas zu sagen. Falls der Lehrer nicht korrigiert, nehmen die Schüler an, dass das Gesagte fehlerfrei war.

Gruppenarbeit ist auch (k)eine Lösung

Gruppenarbeit, in der jeder die Fremdsprache spricht, kann dieses Problem lösen. Meistens tun sich aber neue Probleme bei der Gruppenarbeit auf. Die Schüler sollen zwar in der Fremdsprache mit ihren Gruppenmitgliedern sprechen, machen es aber oftmals trotzdem nicht. Wenn sie es denn doch machen, gibt es keine Rückmeldung, ob das was sie sagen richtig ist.

Da keiner der anderen Mitglieder Muttersprachler ist, kann auch niemand lernen wie Dinge richtig gesagt werden. Im schlimmsten Fall lernt man die Fehler der Anderen mit.

Eine Lösung wäre einen Muttersprachler in jede Gruppe zu schicken. Dies ist jedoch in den meisten Fällen gar nicht möglich, weil die Ressourcen fehlen.

Problem 2: Grammatik pauken, statt Sprache lernen.

Ein weiteres Problem von Sprachkursen ist, dass zuviel Gewicht auf Grammatik und Vokabeln lernen gelegt wird. Grammatik sollte aber nicht einfach so auswendig gelernt werden. Das zeigen mittlerweile auch neue Studien zum Thema Sprachen lernen.

Das Wichtigste ist das Sprechen der Sprache. Neue Grammatik wird beim Sprechen angewendet. Danach muss direkt Feedback gegeben werden, ob die Anwendung korrekt war. Bei einem Text, der erst Wochen später korrigiert wird, kommt das Feedback zu spät.

Die Grammatik wird so lange angewendet, bis der Schüler nicht mehr über Grammatikregeln nachdenken muss. Die Grammatik ist dann fest im Gehirn verankert und wird automatisch angewandt.

Problem 3: Sprachkurse sind zu langsam.

Die meisten Sprachkurse sind sehr langsam. Manche sind auf viele Jahre ausgelegt. Dem Lernenden wird vorgegaukelt, er bräuchte viele Jahre, bis er die Sprache beherrscht.

Lies hier: Wie lange es dauert eine Sprache zu lernen (Auflösung: Es dauert nicht 10 Jahre).

Es werden unwichtige Details der Sprache gelernt. Details, die beim Sprechen selten gebraucht werden.

Wozu muss man zum Beispiel die Tiere des Zoos kennen? Man mag glauben, dass Löwe und Tiger wichtige Wörter sind. Die meisten Leute benutzen solche Wörter im Alltag so gut wie nie. Es sei denn Du bist Zoowärter.

Diese Wörter sind nicht wichtig für die Alltagssprache. Genau die Alltagssprache sollte aber gelernt werden.

Probleme vor allem bei Sprachkursen in der Schule

Vor allem Sprachkurse in der Schule sind kritisch zu betrachten. Leider kommt keiner von uns diesen aus. Wir müssen sie in der Schule belegen.

Die Gefahr besteht, dass den Kindern früh der Spaß am Sprachen lernen genommen wird. Das Lernen geschieht zu strukturiert.

So war es auch bei mir in der Schule. Der Sprachunterricht hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Deshalb entwickelte ich erst spät eine Neigung zum Sprachen lernen.

Die meisten Schüler lernen jahrelang die Sprache in der Schule, ohne sie jemals zu beherrschen. Zum Beispiel können nur 56% aller Deutschen fließend Englisch sprechen. Obwohl wir alle jahrelang Englisch in der Schule lernen. Manchmal sogar bis zu 10 Jahren.

Es wird den Schülern vermittelt, dass sie

  • jahrelang die Sprache pauken,
  • tausende und abertausende von Vokabeln lernen und
  • jede ach so kleine grammatikalische Regel kennen müssen.

Erst dann können sie die Sprache fließend. Es wird davon abgesehen, dass sogar viele Muttersprachler grammatikalische Fehler machen.

Trotzdem  schneiden unsere Sprachkurse in der Schule im europäischen Vergleich noch relativ gut ab. Natürlich abgesehen von den skandinavischen Ländern und den Niederlanden.

Alle Franzosen, Spanier und Italiener beschweren sich über die niedrige Qualität ihrer Sprachkurse. Das schlägt sich dann auch in deren Sprachkenntnissen nieder. In Spanien können zum Beispiel nur 22% der Bevölkerung fließend Englisch sprechen (siehe Link oben).

Sprachkurse sind nur am Anfang sinnvoll

Es gibt nur einen einzigen Zeitpunkt, zu dem ein Sprachkurs oder zumindest einige Lektionen eines Kurses sinnvoll sein können. Wenn Du anfängst eine neue Sprache zu lernen. Im Sprachkurs lernt man am Anfang die Aussprache, wie sie gelesen wird und andere wichtige Grundregeln.

Diese lernst Du am besten vom Profi. Alternativ kannst Du auch Videos online nutzen. Nach 5-10 Lektionen kannst Du Dir den Unterricht auch sparen. Ab diesem Zeitpunkt ist ein Selbststudium deutlich effektiver. 

Das ist eine Möglichkeit. Aber auch ohne Sprachkurs kannst Du Dir online alles wichtige Basiswissen selbst beibringen.

Es gibt Ausnahmen

Es gibt natprlich Ausnahmen, wann Sprachkurse eine sinnvolle Alternative sein können.

Mit einem Sprachkurs alleine dauert es jedoch sehr lange, bis Du die Sprache beherrschst. In diesen Fällen wäre ein Privatlehrer also eine bessere Alternative (einmal die Woche reicht völlig aus).

In jedem Fall sollte der Sprachkurs so klein wie möglich sein. Ein Kurs mit 15 oder mehr Schülern (pro Lehrer) ist auf keinen Fall hilfreich.

Informiere Dich ausführlich über einen Sprachkurs, bevor Du dich entscheidest ihn zu belegen. Zum Beispiel was andere Schüler über den Kurs sagen.

Hier ist meine Alternative zum klassischen Sprachkurswie ich in 6 Monaten jede Fremdsprache lerne.

Was hältst Du von Sprachkursen? Hast Du ebenfalls schlechte Erfahrungen gemacht oder hast Du bessere Erfahrungen mit Sprachkursen? Hinterlasse mir doch Deine Meinung in den Kommentaren – Dein Gabriel Gelman.

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Über den Autor

Gabriel Gelman ist Gründer von Sprachheld, Sprachenthusiast und nutzt gerne seine 6 Sprachen für Reisen und Kennenlernen neuer Leute. Er hilft Sprachlernern dabei schnell ihre Fremdsprache zu lernen.

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