ᐅ Übersetzer werden: Mit welcher Ausbildung wird man Übersetzer?

Übersetzer werden: Wie wird man Übersetzer und welche Ausbildung braucht man dazu? (Gastbeitrag)

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In diesem Beitrag finden Sie alle Informationen zum Beruf des Übersetzers: Was macht ein Übersetzer eigentlich genau? Was ist der Unterschied zwischen einem Übersetzer und einem Dolmetscher? Und welche Ausbildungen und Fähigkeiten benötigt man, um Übersetzer zu werden?

Übersetzer werden – der Leitfaden mit allen Informationen:

Übersetzer sind sehr gefragt – und das branchen- und disziplinenübergreifend. Während sich unsere Lebenswelten globalisierungsbedingt näherkommen, steigt die Bedeutung von sprachlichen Vermittlern.

Als Übersetzer bzw. Übersetzerin erleichtern Sie die geschriebene Verständigung zwischen Geschäftspartnern, Vertragsparteien und Interessengruppen. Dabei geht die Bedeutung dieser Profession sogar über die rein sprachliche Verständigung hinaus.

Übersetzer vermitteln zwischen Kulturen und bauen mit Ihrer Arbeit Brücken auf und Barrieren ab. Möglicherweise fragen Sie sich nun: „Gibt es für all das nicht schon längst technische Hilfen, wie zum Beispiel Online-Übersetzer?“

Ja und nein. Online lassen sich zwar bereits schnell und unkompliziert Lösungen finden, doch diese stecken sprachlich noch immer in den Kinderschuhen. Bisher schneiden die menschlichen Sprachgeschicke also noch besser ab.

Dazu ein kleines Experiment:

Versuchen Sie einmal z. B. eine englische Redewendung mittels einem Online-Dienst zu übersetzen. Über die wortwörtliche Übersetzung kommen die Dienste selten hinaus. Verschiedene Kulturkreise umschreiben bestimmte Aussagen mit ganz unterschiedlichen Phrasen. Redewendungen sind höchst kultursensibel, mit der jeweiligen Region und ihren Einwohnern also fein verwoben. Diese sprachlichen Codes müssen entschlüsselt und dann wiederum neu codiert werden, um sie einem anderen Kulturkreis zugänglich zu machen oder um sie einer breiten Masse allgemeinverständlich zu vermitteln.

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist der Unterschied zwischen einem Übersetzer und einem Dolmetscher?
    1. Was macht also ein Übersetzer?
    2. Und ein Dolmetscher?
  2. Arbeit als Übersetzer – wie sind die Berufsaussichten?
  3. Diese Voraussetzungen und Qualifikationen sollten Sie für den Beruf des Übersetzers mitbringen.
  4. Mit oder ohne Ausbildung Übersetzer werden: Verschiedene Wege bringen Sie ans Ziel!
    1. Kennen Sie schon die verschiedenen Qualifikationen?
  5. Tauchen Sie in die Arbeitswelt der Übersetzungen ein!
    1. So gelingt der erfolgreiche Berufseinstieg als Freelance-Übersetzer: 7 Tipps.

Was ist der Unterschied zwischen einem Übersetzer und einem Dolmetscher?

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Obwohl die beiden Begriffe Übersetzer und Dolmetscher oft synonym verstanden (und gebraucht) werden, handelt es sich im Endeffekt um zwei sehr unterschiedliche Berufe mit ebenso unterschiedlichen Anforderungen und Qualifikationen. 

Der Unterschied ergibt sich dabei im Wesentlichen durch die Arbeitsweise. Während ein Übersetzer wie bereits angesprochen weitgehend schriftlich – also an Texten – arbeitet, übersetzt ein Dolmetscher das gesprochene Wort.

Was macht also ein Übersetzer?

Sprich ein Übersetzer überträgt Texte von einer Fremdsprache in seine Muttersprache und umgekehrt (=übersetzen). Hierzu ist notwendig den Text in der Ausgangssprache in einem ersten Schritt genauestens zu analysieren. Um ihn dann in einem zweiten Schritt derart in die Zielsprache zu übertragen, dass er zwar einfach und gut verständlich ist, aber gleichzeitig die ursprünglichen Aussage nicht verliert. Dabei muss viel Wert auf die sprachlichen Details und einen guten Satzbau gelegt werden.

Und ein Dolmetscher?

Dolmetscher hingegen übersetzen Gehörtes aus einer Fremdsprache in ihre gesprochene Muttersprache und umgekehrt. In vielen Fällen muss das Gehörte gleichzeitig übersetzt werden (=Simultandolmetschen). Das Gegenteil davon wäre das Übersetzen von Audioaufnahmen (=Konsekutivdolmetschen).

Ein Dolmetscher muss also nicht nur die Fremdsprache perfekt verstehen, sondern gleichzeitig auch noch das Gehörte spontan aber sinngemäß übersetzen. Eine wichtige Fähigkeit eines Dolmetschers ist somit das vorausschauende Erkennen und Verstehen von Aussagen in einem Gespräch oder Vortrag.

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Der Unterschied zwischen einem Übersetzer und einem Dolmetscher ist, dass der Übersetzer Schriftstücke von der Ausgangs- in die Zielsprache überträgt (=übersetzen). Und der Dolmetscher Gesprochenes (=dolmetschen).

Während Dolmetscher in Echtzeit Gespräche übersetzen (= dolmetschen), geht es im Arbeitsalltag des Übersetzers eine Spur entspannter zu. Das gilt zumindest in Hinsicht auf das nötige Arbeitstempo

Als Übersetzer bleibt weitaus mehr Zeit für die Recherche und das Arrangieren von Worten. Und sollten Sie eines Tages den Wunsch nach mehr Abwechslung und beruflicher Neuorientierung verspüren, finden Sie auch in der Film- und Fernsehbranche dankbare Abnehmer Ihrer Arbeit.

Ein spannendes Aufgabenfeld ist hier zum Beispiel die Synchronisation von Filmen, Shows und Serien. Vor allem der deutsche Medienmarkt investiert beachtliche Summen in die Synchronisation erfolgreicher Formate und Werke.

Arbeit als Übersetzer – wie sind die Berufsaussichten?

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Falls Sie sich nun fragen sollten, wo Sie als Übersetzer Arbeit finden können und wie die allgemeinen Berufsaussichten sind, dann sollten Sie sich zuerst selbst ein paar Fragen stellen.

Wofür interessieren Sie sich? In welchem Industriezweig wären Sie gern aktiv? Als Übersetzer befinden Sie sich in der glücklichen Lage zwischen verschiedensten Bereichen wählen zu können.

Wären Sie gern in der Politik aktiv und live dabei, wenn im Tagesgeschäft Geschichte geschrieben bzw. gesprochen wird? Oder zieht es Sie doch eher in die Wirtschaft und damit an die Verhandlungstische dieser Welt?

Auch abseits des politischen und wirtschaflichen „Hochparketts“ locken interessante Jobaussichten. Im breiten Spektrum der Literatur werden gute Übersetzer händeringend gesucht.

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Die nicht nur korrekte sondern ebenso genauso gut lesbare Übersetzung eines ganzen Buches ist keine leichte Aufgabe – hier ist ein qualifizierter Übersetzer gefordert.

Denn auch hier gilt es weitaus mehr zu übersetzen als die blanken Worte. Übersetzer von Romanen, aber auch von pragmatischeren Werken aus der Kategorie Sachbücher/Fachbücher, müssen den Ton des Autors so genau wie möglich treffen.

Hier gilt es Witz, Charme, Charakter und andere Feinheiten einzufangen, die zwischen den Zeilen für die Besonderheit des Buches sorgen. Sicherlich finden Sie schnell Freude an Fachübersetzungen, gerade weil die Einsatzmöglichkeiten so divers sind.

Wenn Sie von literarischen Großprojekten nicht viel halten, bietet sich die breite Palette von Benutzerhandbüchern, Regelwerken, Erklärungen und Bedienungsanleitungen an. Die Arbeit in diesem Bereich kennt kein Ende. Und es bieten sich eine Vielzahl von Möglichkeiten in Heimarbeit und/oder online als Übersetzer zu arbeiten.

Es besteht natürlich genauso die Möglichkeit, sowohl literarische als auch andere Projekte anzunehmen. So ist immerhin stets für Abwechslung gesorgt.

Diese Voraussetzungen und Qualifikationen sollten Sie für den Beruf des Übersetzers mitbringen:

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Angehende Übersetzer sollten

  • ein gutes Gespür für Sprache haben,
  • über einen breiten Wortschatz
  • sowie einschlägige Fremdsprachenkenntnisse verfügen.
  • Auch die vielseitigen Kulturen dieser Welt sollten Sie interessieren, denn Sprache und Kultur sind eng miteinander verbunden.

Im Idealfall sind Sie entweder zweisprachig aufgewachsen oder haben sich im Laufe Ihres Lebens eine oder mehrere Fremdsprachen angeeignet, sodass Sie diese fließend in Wort und Schrift beherrschen.

Kurzum:

Gesucht werden weltoffene Sprachtalente, die fundierte Kenntnisse vorweisen können.

Mit oder ohne Ausbildung Übersetzer werden: Verschiedene Wege bringen Sie ans Ziel!

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Um offiziell als Übersetzer tätig zu werden, können Sie eine Ausbildung machen. Das ist allerdings kein Muss. Da die Berufsbezeichnung bzw. der Begriff des Übersetzers in Deutschland keinem rechtlichen Schutz unterliegt, ist die Bezeichnung an keinen vorgeschriebenen Werdegang gekoppelt. Sie haben allerdings verschiedene Möglichkeiten, sollten Sie sich für eine professionelle Ausbildung als Übersetzer entscheiden.

Kennen Sie schon die verschiedenen Qualifikationen?

 Nach Rom führen sprichwörtlich alle oder viele  Wege. Ähnlich verhält es sich, falls Sie den Wunsch hegen Übersetzer zu werden. Denn dies ist über ganz verschiedene Pfade möglich:

Tauchen Sie in die Arbeitswelt der Übersetzungen ein!

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Ob in Festanstellung im Übersetzungsbüro oder als Selbständiger in freiberuflicher Arbeit: Wir wünschen Ihnen auf Ihrem Weg zum Übersetzer viel Freude und Erfolg. Und wer weiß? Vielleicht stolpern wir bald schon über Ihre Fachtexte.

Damit der Start in Ihre Karriere als Übersetzer kein allzu holpriger wird, haben wir Ihnen hier 7 Tipps für Berufseinsteiger zusammengestellt.

So gelingt der erfolgreiche Berufseinstieg als Freelance-Übersetzer: 7 Tipps

  1. Lassen Sie sich eilige Aufträge durch Zuschläge angemessen vergüten.
  2. Holen Sie nach getaner Arbeit stets ein Statement vom Kunden ein. Lassen Sie sich öffentlich bewerten, beurteilen und in Ihren Leistungen bestätigen. So zum Beispiel via sogenannter „Endorsements“ auf LinkedIn.
  3. Klären Sie den Abrechnungsmodus, die Zielsprache und den voraussichtlichen Umfang Ihrer Arbeit stets genau im Vorherein ab. Schauen Sie sich auch direkt zu Beginn den Ausgangstext in Gänze an und überlegen Sie, ob sich damit gut arbeiten lässt.
  4. Legen Sie sich zeitnah auf Fachgebiete und gefragte Spezialisierungen fest. Machen Sie sich im Rahmen von diesen einen Namen.
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      Die Arbeit als Übersetzer ist zwar einerseits anspruchsvoll, aber andererseits auch sehr interessant.
  5. Schaffen und pflegen Sie ein Netzwerk mit anderen Übersetzern und potentiellen Geschäftspartnern (Quereinsteiger, klassisch Ausgebildete, Freiberufler, der ein oder andere Fremdsprachenkorrespondent, Kontakte in die Übersetzungsbüros).
  6. Überlegen Sie gut: Wie viel Zeit können, müssen und wollen Sie für Ihre Übersetzungsarbeiten aufbringen? Planen Sie den Monat und das Quartal entsprechend.
  7. Vergleichen Sie sich selbst und Ihre Qualifikationen eingehend mit dem Berufsbild. Werfen Sie einen Blick auf Ihre schulischen Leistungen. Wie war es zu Schulzeiten um die Fachnoten in Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch etc. bestellt (schriftlich und mündlich)? Hat sich schon damals ein ausgeprägtes Talent für Sprachen abgezeichnet? Dann ist der Beruf sicherlich ganz nach Ihrer „Fasson“.

Mit diesen Tipps beenden wir unseren Beitrag zum Thema “Wie werde ich Übersetzer” und hoffen Ihnen mit unseren Informationen bei Ihrer Entscheidungs, ob Sie Übersetzer werden wollen oder nicht, behilflich gewesen zu sein. Ihre eventuell zukünftigen Kollegen von EHLION – Übersetzungsagentur und Sprachendienstleistungen.

EHLION ist ein international tätiges Unternehmen, das Sprachdienstleistungen in mehr als 100 Sprachen und rund 800 Sprachpaaren nach Industriestandard ISO 17100 anbietet. SPEAK THE WORLD®: Mit Partnern in den USA, Europa und Asien unterstützt die Full-Service-Agentur Kunden mit Hilfe von maßgeschneiderten Lösungen in den Bereichen der internationalen Kommunikation.

Über den Autor

Jeremy-James Peter - Österreicher und Agrarwissenschaftler. Nachdem er eine Zeit lang in der Forschung tätig war, wollte er noch einmal etwas Neues erleben und ist ohne Plan, Rückflugticket und Spanischkenntnisse nach Südamerika aufgebrochen. Heute spricht er nicht nur Spanisch, sondern schreibt auch für Sprachheld.

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