Sprachen lernen: Die 3 effektivsten Methoden, die 5 wichtigsten Tipps und die 5 häufigsten Fehler

Wie kannst auch Du erfolgreich Sprachen lernen? Bild zusammen mit Luca Lampariello beim Videodreh.

Du möchtest effektiv eine neue Sprache lernen? Hattest aber bisher wenig Erfolg dabei? Dann bist Du hier genau richtig.

  • Die nächste Reise steht an und Du willst Dich nicht mit Händen und Füßen verständigen?
  • Du willst Deine Fremdsprache sprechen, aber hast Angst Fehler zu machen und Dich zu blamieren?
  • Dir fehlen die Worte? Du kannst Dir einfach keine Vokabeln merken und Grammatikregeln bleiben erst recht nicht hängen?

Erfahre im Sprachheld-Videoseminar, wie Du Schritt-für-Schritt vorgehen musst, um eine neue Sprache in nur 6 Monaten zu lernen.

Ich selbst spreche 6 Sprachen, berichte schon seit 4 Jahren hier auf Sprachheld über effektives Sprachen lernen und habe Dutzende der bekanntesten Experten auf diesem Gebiet interviewt.

In diesem Beitrag bekommst Du einen Überblick über:

  1. Welche 3 Methoden beim Sprachen lernen zum Erfolg führen (welche Methoden nutzen Polyglotte, die 10 und mehr Sprachen sprechen)
  2. Welches sind die 5 wichtigsten Tipps zum Sprachen lernen – Beachte diese und Du wirst schnell Deine Fremdsprache lernen.
  3. Welches sind die 5 gängigsten Fehler beim Sprachen lernen – welche Fehler machen die meisten Sprachlerner und warum sie deshalb nicht vorankommen.

Anmerkung: Hier findest Du die besten Sprach-Apps für effektives Sprachen lernen.

Die 3 besten Methoden, um effektiv und erfolgreich eine Sprache zu lernen

Was ist die beste Methode um eine Fremdsprache zu lernen? Das ist die ewige Frage.

Da habe ich leider enttäuschende Neuigkeiten: es gibt keine.

Jeder erfolgreiche Sprachlerner und Polyglott hat irgendwo seine eigene Methode. Und trotzdem lernt jeder effektiv mit dieser Methode seine Fremdsprache.

Es gibt jedoch 3 sehr populäre und effektive Methoden, die die meisten erfolgreichen Sprachlerner nutzen. Auch ich bediene mich dieser Methoden:

Methode 1: Die Inputmethode (Comprehensible Input)

 

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Höre die Fremdsprache viel, um Dein Hörverständnis zu verbessern und ein Gehör für sie zu entwickeln.

Diese Methode wurde vor allem populär gemacht von Stephen Krashen und Steve Kaufmann.

Bei dieser Methode hörst und liest Du möglichst viel in der Fremdsprache, um Dein Hörverstehen und Textverständnis zu verbessern, Dein passives Vokabular zu erweitern und ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln.

Dabei fängst Du mit einfachen Texten und Hörtexten an (z. B. aus dem Lehrbuch oder für Kinder) und arbeitest Dich progressiv zu schwereren Inhalten vor.

Die Inhalte sollten aber stets im Kern verständlich für Dich sein, auch wenn Du nicht jedes Wort verstehen musst. Deshalb nennt es sich auch „Comprehensible Input“ (verständlicher Input).

Weiterführender Beitrag: Interview mit Steve Kaufmann zur Inputmethode.

Methode 2: Die Outputmethode (Speak First bzw. Speak from Day 1)

 

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Sprich Deine Fremdsprache, um zu lernen wie Du Sätze bildest und um fließend sprechen zu lernen.

Diese Methode wurde vor allem von Benny Lewis als „Speak from Day 1“ populär gemacht. Es geht bei dieser darum, so früh wie möglich mit dem Sprechen zu beginnen, um zu lernen wie die Sprache gesprochen wird und Sätze gebildet werden.

Was kannst Du denn alles am ersten Tag sagen? Hallo, wie geht es und ich heiße. Das reicht doch gar nicht aus?

Genau so geht es jedoch. Du sagst alles, was Du kannst und mit jedem Tag kommt mehr dazu.

So kannst Du schnell die Sprache anwenden und sprechen. Es macht mehr Spaß, weil Du Dich nicht monatelang vorbereiten musst.

Gefahr bei dieser Methode: Der Akzent! Wenn Du Schwierigkeiten hast die Sprache gut auszusprechen, würde ich Dir von dieser Methode abraten. Wenn Du Dir nämlich einmal einen schlechten Akzent einschleifst, wird es schwer diesen wieder loszuwerden.

In diesem Fall lohnt es sich mit Muttersprachlern oder Sprachlehrern die Aussprache und Deinen Akzent zu üben.

Methode 3: Die Übersetzungsmethode

 

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Übersetze aus der Fremdsprache und zurück.

Diese Methode wurde vor allem von Luca Lampariello bekannt gemacht. Dabei übersetzt Du einen fremdsprachigen Text und übersetzt ihn anschließend wieder zurück.

So lernst Du explizit Vokabeln und die Satzstruktur. Das heißt, Du musst nicht Grammatik und Vokabeln lernen, sondern bekommst ganz automatisch ein Gefühl dafür durch das Übersetzen.

Sie eignet sich vor allem, wenn Du gerne nach vorgegebener Struktur vorgehst. Wenn Du nach Lehrbuchtexten vorgehst und Dich stetig zu schwereren Texten vorarbeitest, hast Du eine klare Struktur.

Weiterführender Beitrag: Interview mit Luca Lampariello zu seiner bidirektionalen Übersetzungsmethode.

Abschließende Anmerkung: Auch wenn jede Methode von bestimmten Polyglotten populär gemacht wurden, heißt es nicht, dass sie deren Erfinder sind. Alle diese Methoden sind schon älter, teilweise Jahrhundert alt und werden so oder ähnlich schon seit langer Zeit genutzt.

Meine persönliche Methode

Ich nutze gerne eine Kombination aus Methode 1 & 2.

Das heißt, ich hole mir erstmal viel Input, indem ich viel höre und lese. Das mache ich ca. 1-2 Monate lang.

Jeden Tag gebe ich mir so viel Input wie nur möglich. Und fange dann möglich schnell mit dem Sprechen an – ebenfalls so viel wie möglich (ca. 3 Gespräche pro Woche).

Die 5 besten Tipps zum Sprachen lernen

Aus meiner jahrelangen Erfahrung beim Sprachen lernen und dem Coaching von Dutzenden von Sprachlernern, haben sich für mich diese 5 Tipps als die wichtigsten herauskristallisiert (hier findest Du weitere Tipps zum Sprachen lernen):

Tipp 1: Anwendung der Sprache

Ohne die Sprache anzuwenden, wirst du sie niemals beherrschen. Vokabeln und Grammatik lernen ist schön und gut, wird Dich aber alleine nicht zum Ziel bringen.

Vergleiche das mit Schwimmen lernen. Du könntest in der Theoriestunde im Trockenen zwar die besten Techniken lernen, aber wirst Du dadurch schwimmen lernen?

Genauso ist es beim Sprachen lernen. Du musst die Sprache anwenden, um sie zu beherrschen.

Das bedeutet konkret: Sprechen. Auch Schreiben hilft. Das wichtige ist, dass Du Sprache manipulierst. Das bedeutet, Du bildest Deine eigenen Sätze.

Bei den Methoden war es die Outputmethode: du kreierst Sprache.

Tipp 2: Relevante Inhalte lernen

Stell Dir vor Du möchtest Spanisch für den Beruf lernen, damit Du Verhandlungen führen kannst.

Du besuchst einen Kurs:

  • Rechts von Dir sitzt jemand, der gerne nach Mallorca zum Strandurlaub reist.
  • Links von Dir jemand, der sich mit seiner kolumbianischen Freundin unterhalten können möchte.

Solltet ihr wirklich alle im selben Kurs sitzen?

So läuft es leider meistens. Jeder Sprachlerner lernt die gleichen Inhalte. Obwohl jeder die Sprache für einen anderen Zweck lernt.

Das ist gleich mehrfach sinnlos:

  • Es ist langweilig für Dich, weil Du die falschen Inhalte lernst.
  • Du kannst die Inhalte nur schlecht anwenden (siehe Tipp 2), weil Du sie nicht benötigst. Und vergisst sie so schnell wieder.

Du kommst kaum voran und es macht keinen Spaß.  Deshalb solltest Du nur für Dich nützliche Inhalte lernen.

Tipp 3: Die Sprache in den Alltag integrieren

 

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Wieso nicht auch mal in der Fremdsprache kochen? So macht das Lernen gleich viel mehr Spaß!

Das traditionelle Sprachenlern-Modell sieht so aus: 1-2 Mal wöchentlich Sprachkurs, Hausaufgaben fleißig machen und dann lernst man schon die Sprache.

Leider funktioniert das nicht. Du kannst eine Fremdsprache nicht erfolgreich lernen, wenn Du nur ein paar Stunden die Woche zu bestimmten Zeiten nach Vorgabe lernst.

Eine Sprache lernst Du nur dann, wenn Du täglich von ihr umgeben bist und sie lebst. Immersion nennt sich das Ganze, also quasi das Eintauchen in die Fremdsprache.

Deshalb lernt man eine Fremdsprache im Ausland so schnell: weil man ständig umgeben von ihr ist. Aber eine solche Umgebung kannst Du auch in Deiner Heimatstadt schaffen.

Hier sind einige Möglichkeiten:

  • Schau fern in Deiner Fremdsprache (gerne auch mit Untertiteln),
  • höre Radio und Musik,
  • lies Zeitung, lies Bücher (am Anfang auch Kinderbücher),
  • gehe in die passenden Restaurants,
  • umgib Dich mit Muttersprachlern,
  • gehe auf Events.

Versuch möglichst viel in Deinem Alltag auf die Fremdsprache umzustellen und Du wirst die Sprache schon in kürzester Zeit leben.

Weiterführender Beitrag: Mit Immersion umgibst Du Dich täglich mit der Fremdsprache.

Tipp 4: Keine Angst vor Fehlern, denn diese sind der Sprachenlern-Turbo

Jeder hat Angst davor Fehler zu machen. Es ist peinlich und man möchte sich nicht blamieren.

Jedoch sind Fehler eigentlich die schnellste Art und Weise, um die Sprache zu lernen. Vorausgesetzt Deine Fehler werden korrigiert.

Denk an das Kind, das auf die Herdplatte fasst, um zu sehen was passiert. Ein zweites Mal passiert das nicht. Wie oft mussten die Eltern es sagen? Im Endeffekt war es der Fehler, der die Verhaltensänderung bewirkt hat.

Genauso ist es beim Sprachen lernen. Mache Fehler und Du wirst aus diesen lernen. Viel schneller als wenn Du die ganze Zeit nur Theorie paukst und krampfhaft versuchst jeden möglichen Fehler zu vermeiden.

Weiterführender Beitrag: Warum Du Fehler machen musst, um eine Sprache zu lernen.

Tipp 5: Ein guter Grund zum Lernen für langfristigen Erfolg

Die meisten Sprachlerner scheitern, weil sie keinen Grund zum Lernen haben.

„Es sieht schön auf dem Lebenslauf aus“, „mein Arbeitgeber hätte das gerne“ oder „es wäre toll eine weitere Sprache zu beherrschen“ sind keine Gründe, die zum Erfolg führen.

Es ist nämlich so: Eine Fremdsprache lernst Du nicht über Nacht und es kostet Mühe und Zeit.

Die Frage, die Du Dir stellen solltest ist deshalb: Lohnt sich das?

Besser diese Frage am Anfang stellen als nach 2 Monaten Mühe festzustellen, dass es sich nicht lohnt und dann abzubrechen.

Überlege Dir also wirklich gute Gründe, damit sich die Mühe lohnt.

Potentiell gute Gründe sind:

  • Du reist gerne in das Land.
  • Es ist die Muttersprache Deines Partners.
  • Deine Familie spricht diese Sprache.
  • Du interessierst Dich wirklich für die Kultur.

Wie kannst Du es sonst noch lohnenswert machen?

Weiterführender Beitrag: 15 Tipps, wie Du Dich zum Sprachen lernen motivieren kannst.

Die 5 größten und gleichzeitig häufigsten Fehler beim Sprachen lernen

Vermeide diese 5 Fehler beim Sprachen lernen:

Fehler 1: Zu wenig Kontakt mit der Sprache

In Tipp 3 hast Du erfahren, dass Du täglich Kontakt mit der Fremdsprache brauchst. Der Gegenpart dazu, ist zu wenig Kontakt zu haben.

Erschaffe eine Umgebung, in der Du mehrmals täglich Kontakt mit der Fremdsprache hast – sie überall hörst, siehst und liest – und Du wirst schneller vorankommen.

Kurz: Schaffe Immersion.

Lebe die Sprache als wärst Du im Ausland.

Fehler 2: Ziellos und ohne Plan lernen

 

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Ein Lernplan hilft Dir strukturiert vorzugehen und die richtigen Inhalte zu lernen.

In Tipp 5 hast Du erfahren, dass Du einen guten Grund zum Sprachen lernen brauchst.

Wenn Du diesen Grund hast, solltest Du Dir überlegen, was Du tun musst, um Dein Ziel zu erreichen.

Was sind die Zwischenziele, die Du erreichen musst, um auf Spanisch Verhandlungen führen zu können?

  • Welche Vokabeln musst Du beherrschen?
  • Über welche Themen musst Du Dich unterhalten können?

Stelle Zwischenziele auf. Erstelle Dir einen täglichen oder wöchentlichen Lernplan, was Du erreichen musst.

Miss Dich dann an Deinen eigenen Zielen. Das motiviert und Du siehst ganz klar, wie Du vorankommst.

Wenn Du einfach so aus dem Bauch heraus lernst, ohne Struktur und ohne Plan, was Dir gerade vor die Nase kommst, wirst Du nur langsam vorankommen.

Weiterführender Beitrag: Wie Du Dir einen Lernplan erstellst, um strukturiert und effektiv zu lernen.

Fehler 3: An Grammatik und Vokabeln festbeißen

Grammatik und Vokabeln. Grammatik und Vokabeln.

So hat man sich Sprachen lernen in der Schule vorgestellt. Das macht natürlich keinen Spaß.

Auch wenn beides wichtig ist beim Sprachen lernen, viel wichtiger ist die Anwendung der Sprache (siehe Tipp 1) mit relevanten Inhalten (siehe Tipp 2).

Wenn Du das machst, wirst Du Grammatik und Vokabeln ganz nebenbei lernen.

Denn mal ehrlich, kannst Du wirklich nur (oder überwiegend) durch Lernen von Grammatik und Vokabeln eine Fremdsprache sprechen lernen?

Fehler 4: Unregelmäßiges Lernen

Stell Dir vor, Du möchtest mehr Kondition. Du gehst laufen. 1 Woche lang jeden Tag. Dann 2 Wochen gar nicht und dann eine Woche 2 Mal.

Wird das zum Erfolg führen oder eher, falls Du die ganzen Male gleichmäßig auf die Wochen verteilst?

Legst Du einmal eine längere Pause (das könnten schon einige Tage sein) ein, geht viel wieder verloren.

Das heißt, nach jeder Pause fängst Du quasi von vorne an. Und die ganze Arbeit (zumindest teilweise) war umsonst.

Lerne stetig, lerne regelmäßig. Lieber so als ein paar Wochen oder Tage ganz extrem zu lernen und dann eine längere Pause zu machen. Besser jeden Tag 15 Minuten als 2 Mal die Woche 1 Stunde.

Der stete Tropfen höhlt den Stein.

Fehler 5: Zwanghaft lernen

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Zwang beim Sprachen lernen ist ein wahrer Motivationskiller.

Die meisten Sprachlerner zwingen sich dazu eine Fremdsprache zu lernen. Vor allem in der deutschen Arbeitsmoral besagt, wer hart arbeitet, wird die Früchte seiner Arbeit ernten.

Beim Sprachen lernen ist das der größte Motivationskiller.

Ohne ausreichend Motivation ist es unmöglich eine Fremdsprache zu lernen und wenn Du Dich täglich zum Lernen zwingst, wirst Du stetig Deine Motivation abbauen.

Sprachen lernen kann auch Spaß machen!

Wie?

  • Lerne mit Inhalten, die Dir Spaß machen.
  • Schau auch mal eine Serie in der Sprache.
  • Mach Lernspiele und koche mit Freunden in der Sprache.

Es gibt viele Möglichkeiten, um beim Sprachen lernen Spaß zu machen. So wirst Du mehr Erfolg haben, als wenn Du Dich immer zwingst hart zu lernen.

Fazit: So lernst Du erfolgreich Deine Fremdsprache

Probiere die Methoden aus, befolge die Tipps und vermeide die Fehler. Dann wirst Du Erfolg haben beim Sprachen lernen.

Und wenn Du gerne eine Schritt-für-Schritt Anleitung hättest, um effektiv und erfolgreich Deine Fremdsprache zu lernen, dann habe ich genau das Richtige für Dich:

Ich habe ein Videoseminar für maximalen Erfolg beim Sprachen lernen erstellt: „Lerne jede Fremdsprache in 6 Monaten“. In diesem erfährst Du, wie Du ganz genau vorgehen solltest, um Deine Fremdsprache zu lernen.

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Damit sind wir am Ende meines Beitrags mit den besten Methoden, Tipps und größten Fehlern beim Sprachen lernen. Und – welche von den Methoden wendest Du schon an, oder wirst Du nun anwenden? Oder lernst Du nach einer ganz anderen Methode? Welcher Tipp hat Dir am meisten geholfen, welche Fehler wirst Du nun nicht mehr begehen? Hinterlasse mir ein Kommentar – ich freue mich auf Deine Nachricht, Dein Gabriel Gelman!

Über den Autor

Gabriel Gelman ist Gründer von Sprachheld, Sprachenthusiast und nutzt gerne seine 6 Sprachen für Reisen und Kennenlernen neuer Leute. Er hilft Sprachlernern dabei schnell ihre Fremdsprache zu lernen.

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