ᐅ 21 Tipps um als Sprachlehrer deine Sprachschüler noch besser zu unterrichten (von Christine Konstantinidis)

21 Tipps um als Sprachlehrer deine Sprachschüler noch besser zu unterrichten

Tipps um als Sprachlehrer Deine Sprachschüler besser zu unterrichten von Christine

Tipps um als Sprachlehrer Deine Sprachschüler besser zu unterrichten von Christine Konstantinidis

„Warum bist du überhaupt Sprachlehrerin geworden?“ – diese Frage höre ich immer wieder. Zuerst einmal natürlich übe ich meinen Beruf als Sprachlehrerin – hauptsächlich zuständig für Italienisch – schon seit zwei Jahrzehnten mit großer Begeisterung aus.

Das liegt nicht zuletzt an der Leidenschaft für Sprachen an sich, aber genauso an meinem leicht ausgeprägten „Besserwissergen“. Dieses Gen bediene ich gerne auch in meinem Blog, meinem Buch und meinen Firmenkooperationen.

Was aber macht erfolgreichen Sprachunterricht aus? Wie kannst Du als Sprachlehrer Sprachschüler noch besser unterrichten? Das waren die Fragen, die mir Gabriel von Sprachheld.de gestellt hat.

Warum er ausgerechnet mich gefragt hat? Vielleicht weil ich, wie eingangs erwähnt, schon seit knapp 20 Jahren in Kursen der Erwachsenenbildung unterrichte. In dieser Zeit hatte ich mit den unterschiedlichsten Typen von Schülern und Teilnehmern zu tun.

Immer wieder gebe ich auch Einzelunterricht für Schüler oder Erwachsene, häufig auch zur Prüfungsvorbereitung. Je nach Kursniveau, Kundenwunsch und Prüfungs- oder Institutionsanforderung sind komplett unterschiedliche Unterrichtsabläufe notwendig.

Es gibt hochmotivierte Teilnehmer, die nicht genug Hausaufgaben kriegen können. Und im Gegensatz dazu solche, denen schon 3 Einsetzsätze zu viel Arbeit sind. Häufig sitzen beide Extreme auch noch im selben Kurs.

Es gibt Kurse, die sehr eigenverantwortlich die Themen und Lerninhalte festlegen. Andere Kurse lassen höchst passiv „über sich ergehen“, was ich mir für sie ausgedacht hatte. Es gab und gibt großartige Lerngruppen, aber auch schwierige.

Du siehst also schon das Dilemma: So kannst Du beispielsweise in einem fortgeschrittenen Konversationskurs deine Schüler selbst bei der Themenwahl mitbestimmen lassen. Das ist wiederum bei Prüfungsvorbereitungskursen nicht so einfach möglich.

Ebenso entscheiden Erwachsene häufig selbst, ob sie Hausaufgaben erledigen möchten oder nicht. Wenn dann zu viel Druck von Seiten der Lehrkraft ausgeübt wird, bleiben solche Teilnehmer oft gleich ganz zu Hause, denn die Teilnahme an Kursen der Erwachsenenbildung sind normalerweise freiwillig.

Wie aber schaffst du es, interessant zu unterrichten und deine Schüler zu motivieren? Um Dir diese und noch andere Fragen zu beantworten habe ich Dir in dem folgenden Beitrag 21 Tipps und Tricks zusammengefasst, wie Du als Sprachlehrer deine Sprachschüler noch besser unterrichten kannst.

Anmerkung: Lade Dir hier diese 21 Tipps kostenlos als Checkliste runter.

1. Nutze ein Lehrbuch, das Dir persönlich zusagt

Lehrbuch für einen Sprachkurs

Natürlich wird es immer wieder Kurse oder Institutionen geben, bei denen bestimmte Lehrbücher vorgeschrieben sind. Allerdings erlebe ich immer wieder, dass Sprachlehrer sich trotz der Möglichkeit, frei wählen zu können, sich nicht die Mühe machen, einmal Sprachlehrbücher verschiedener Verlage durchzublättern.

Ich finde, der Sprachlehrer sollte mit Materialien arbeiten, die nicht nur für die Schüler ansprechend gestaltet sind, sondern auch für den Lehrer. Was nutzt mir ein Lehrbuch, wenn es zwar didaktisch gut aufbereitet ist, aber ein so langweiliges Layout hat, dass es eine Qual ist damit zu arbeiten?

Entscheide also selbstständig, welches Lehrbuch Du in deinen Kursen verwenden möchtest.

2. Nutze die Begleitmaterialien zum Lehrbuch

Du hast also Dein (nahezu) perfektes Lehrbuch gefunden. Dann gehe doch einmal auf die Internetseite des Verlages und stöbere ein bisschen. Die meisten Verlage bringen zu den Lehrbüchern sehr gutes und häufig hochaktuelles Begleitmaterial heraus, das man sich von den Internetseiten kostenfrei oder kostenpflichtig – je nach Angebot und Verlag – herunterladen kann.

Manche Lehrwerke bieten sogar Web-Codes an – dabei sind im Lehrbuch selbst sogenannte Web-Codes abgedruckt, die du dann auf der Webseite des Verlages eingeben musst. Du erhältst dann Zugriff auf vielerlei Zusatzmaterialien wie Lesetexte, Lieder, Arbeitsblätter zum Vokabel üben, Rollenspiele, Comics und vieles mehr.

Zum Lehrbuch „A plus 4“ gibt es beispielsweise alleine 32 Web-Codes mit Zusatzmaterialien!

3. Nutze lehrwerksunabhängige Materialien zur Ergänzung

Diese lehrwerksunabhängigen Materialien kannst du gut als Wiederholungseinheiten oder als Informationsergänzung einsetzen. Gute Materialien hierfür bieten ebenfalls die großen Buchverlage, aber auch Sprachportale wie Lingolia oder Babbel.

Ich setze beispielsweise häufig Interviews vom Babbel-Blog als Unterrichtsmaterialien ein. Daran können dann die Teilnehmer die Frage- und Antwortstrukturen üben, lernen Alltagsvokabular, beschäftigen sich mit interessanten Menschen (wenn sie nicht interessant wären, wären sie ja nicht interviewt werden) und erweitern so ganz nebenbei ihren passiven und aktiven Wortschatz.

Häufig liegen solche Artikel sogar noch als Audioversion vor, sodass Du als Sprachlehrer gleich noch eine Hörübung daraus basteln kannst!

4. Arbeite unbedingt mit authentischem Material zum Sprachen lernen

Meine Kursteilnehmer finden Lehrbuchinhalte ziemlich langweilig, vor allem die Lerner, die die Sprache schon seit einigen Jahren lernen. Nicht jeder Sprachenlerner hat Lust, ständig über Restaurantbesuche, Urlaubserlebnisse oder Bank- und Postgeschäfte zu berichten.

Wenn ich aber authentisches Material einsetze und aus italienischen Städten gesammelte Werbeprospekte mitbringe, sind alle mit Feuereifer bei der Sache. Du kannst auch aktuelle Ereignisse aufgreifen – dieses Jahr haben wir zum Beispiel in den Italienischkursen diskutiert über die Themen

  • „70 Jahre Vespa“, „Made in Italy – welche Produkte sind dafür typisch und was macht sie so erfolgreich?“
  • „Eataly – das neue italienische Supermarktkonzept“
  • „Die politischen Pläne zur Erhaltung der italienischen Kulturlandschaft“
  • „Das Aquarium von Genua“
  • „Welches ist die lebenswerteste Stadt Italiens?

Außerdem haben wir uns ein Video in italienischer Sprache von Jonas Kaufmann angeschaut und eine Arie von Puccini angehört. Am Land’s End-Katalog wurden Kleidungsstücke und Farben beschrieben und Einkaufsdialoge durchgespielt, auf booking.com haben wir Hotelprofile angeschaut und gebucht (natürlich nur virtuell).

Das sind Aktivitäten, die den Teilnehmern Spaß machen und im wirklichen Leben auch einen Nutzen bringen!

5. Verschwende die Unterrichtszeit nicht mit (zu vielen) schriftlichen Arbeiten

Schriftliche Arbeiten sind großartig als Hausaufgabe geeignet. Im Unterricht nehmen sie hingegen meist zu viel Zeit in Anspruch und sind darüber hinaus häufig nicht leicht durchzuführen, weil die Teilnehmer unterschiedlich schnell arbeiten.

So kann es durchaus passieren, dass eine Teilnehmergruppe schon seit 10 Minuten dasitzt und sich über das letzte Wochenende unterhält (in Deutsch natürlich), die andere Gruppe aber sich noch durch einen Text „quält“.

Du siehst sicherlich, worauf ich hinauswill: Erstens ist der Zeitrahmen sehr schwer festzulegen – nicht alle Teilnehmer eines Kurses sind auf demselben sprachlichen Niveau, vor allem in der Erwachsenenbildung, nicht alle Teilnehmer erfassen Lerninhalte gleich schnell.

Die noch arbeitenden Gruppen fühlen sich gestört durch die Gruppe, die sich schon unterhält. Die sich schon unterhaltende Gruppe hingegen findet, dass der Unterricht nicht besonders effektiv ist, weil sie ja immer auf andere Teilnehmer warten muss.

Ein Dilemma, das sich leicht umgehen lässt, indem Du schriftliche Arbeiten grundsätzlich als Hausaufgabe gibst.

6. Verzichte auf zu viele Fachausdrücke

Lernt man in einem Sprachkurs gut eine Fremdsprache?

Besonders im Bereich der Grammatikvermittlung ist es für Sprachlehrer selbstverständlich, die entsprechende Terminologie zu verwenden.

So sprechen wir von „Indefinitpronomen“, „Modalverben“ oder „Konjunktionen“ und merken manchmal überhaupt nicht, dass ein Lerner uns nicht mehr folgen kann, weil ihm die grammatikalische Vorbildung fehlt.Natürlich sollten die Lerner zur korrekten Verwendung der Begriffe geführt werden, aber das passiert eben nur nach und nach und ganz langsam.

Lasse also deiner „Konjunktion“ immer das Wort „Bindewort“ folgen, im Idealfall untermalt durch einige Beispiele. Deine Sprachschüler werden es Dir danken.

7. Fordere deine Schüler

Wie viele Teilnehmer hat ein Srpachkurs?

Die Teilnehmer kommen zu Dir, weil sie etwas lernen wollen und nicht weil sie sich mit ihrem Banknachbarn über die neuesten Tortenrezepte austauschen wollen (ok, manche schon J ).

Daher ist es nur logisch, dass Du die Teilnehmer auch fordern und ihnen entsprechendes Material und die Lerninhalte anbieten solltest, die sie fordern. Aber nicht über- oder unterfordern. Über die Tortenrezepte können sie nach der Kursstunde beim gemeinsamen Kaffee immer noch reden.

8. Beobachte deine Sprachschüler ganz genau

Nicht immer hast Du eine homogene Lerngruppe, in der alle Teilnehmer im gleichen Tempo lernen. Also musst Du Deine Gruppe sehr genau beobachten, um zu bemerken, ob alle den Lernstoff verstehen oder nicht. Nicht jeder traut sich, eine Zwischenfrage zu stellen, und auch auf Deine Nachfrage hin werden viele mit „Jaja, das habe ich verstanden“ antworten. Obwohl es in Wirklichkeit gar nicht so ist.

Also bist Du als Sprachlehrer auf deine Beobachtungsgabe angewiesen, um herauszufinden, wann Du etwas noch einmal erklären musst und wann nicht.

9. Liefere deinen Teilnehmern „den besonderen Service“

Besonderer-Service-Sprachkurs

Speziell im Bereich der Erwachsenenbildung gibt es in den meisten Kursen keine Anwesenheitspflicht. Das führt natürlich dazu, dass die Teilnehmer der Kurse auch häufig fehlen, teils aus beruflichen, teils aus privaten Gründen.

Wenn Du aber ohne Lehrbuch oder auch mit vielen Zusatzmaterialien arbeitest, dann hat der Teilnehmer nicht die Möglichkeit, den fehlenden Lernstoff zu Hause nachzuarbeiten. Da ihm ja die dafür notwendigen Unterlagen fehlen.

Daher gibt es in meinen Kursen den „besonderen Service“: Ich habe von meinen Teilnehmern die Mailadressen. Wenn jemand nicht zum Unterricht kommen konnte, informiere ich ihn über das Unterrichtsthema und versende die fehlenden Arbeitsblätter per Mail. Dies muss nicht sehr aufwändig sein. Ich habe für jeden Kurs eine Mailliste – und nach jedem Kurstermin erhalten alle fehlenden Teilnehmer eine Sammelmail von mir.

Außerdem gibt es jede Woche in jedem Kurs – was allerdings ziemlich arbeitsaufwendig ist – ein Arbeitsblatt per Mail mit dem Titel „Vokabeln der Woche“. Darin werden Kursinhalte nochmals vertieft, ein Vokabelthema behandelt, eine kleine Zusatzübung vorgestellt. Meine Teilnehmer lieben das.

Allerdings bedeutet das bei 10 – 12 Kursen pro Woche einen erheblichen Arbeitsaufwand. Überlege Dir also vorher gut, ob Du das leisten möchtest und kannst. Wenn sich Deine Schüler nämlich erst einmal daran gewöhnt haben, fordern sie es sehr schnell ein.

10. Behalte den Überblick

Wenn Du dich nicht strikt an ein Lehrbuch hältst, welches Dir deinen Unterrichtsplan vorgibt, verlierst du leicht den Überblick darüber, was du in deinen Kursen schon bearbeitet hast und was nicht. Daher empfehle ich Dir detaillierte Unterrichtspläne zu schreiben.

Ich habe für jeden Kurs einen Ordner auf meinem Computer, darin befindet sich eine Word-Datei mit einer Tabelle. In dieser zweispaltigen Tabelle befinden sich links die Kursdaten und die Anzahl der Teilnehmer und rechts in Kurzfassung die durchgenommenen Themen.

Zusätzlich befinden sich in diesem Kursordner die ausgeteilten Materialien (unter „ausgeteilt“) und die Arbeitsblätter, die für die kommenden Kursstunden schon vorbereitet sind. Sobald diese ausgeteilt sind, wandern sie in die Rubrik „ausgeteilt“.

So ist das Versenden des Materials (siehe Punkt 9) sehr einfach. Außerdem hast Du mit einem Klick einen Überblick, wo der Kurs gerade steht. Zudem habe ich in meinem Organisationsprogramm – ich nutze dafür Trello – ein Board, in dem ich Unterrichtsideen sammle. Dazu mehr in Punkt 11.

11. Sammle Unterrichtsideen

Wie schon in Punkt 10 erwähnt, nutze ich als Organisationsprogramm Trello. Darin befindet sich ein Board für meine Kurse (meist sind das 10 – 12 pro Semester), in dem ich Unterrichtsideen und andere Informationen festhalte.

Dieses Board ist mit Evernote verknüpft, in dem ich interessante Materialien aus dem Internet archiviere. Durch die geniale Suchfunktion von Evernote finde ich die benötigten Materialien in Sekundenschnelle und verschwende keine Zeit mehr für doppelte Vorbereitung oder zu lange Internetrecherche. Zudem kann ich immer aus einem vollen Pool von Ideen schöpfen.

So komme ich nie in die Verlegenheit, keine Themen parat zu haben. Speziell bei Konversationskursen passiert es häufiger, dass kurzfristig andere Themenwünsche von den Teilnehmern geäußert werden („In Italien ist doch diese tolle Ausstellung von XY, könnten wir dazu mal was machen?“).

Dann kommt diese Themenidee in mein Trelloboard, und sobald ich etwas Zeit habe, bereite ich einen entsprechenden Unterrichtsplan dafür vor. So geht keine Idee verloren, und meine Schüler durften schon an so mancher großartigen Unterrichtsstunde teilnehmen.

12. Bereite dich vernünftig auf die Unterrichtsstunden vor

Besonders wenn Du noch nicht so lange unterrichtest, solltest Du gut auf deine Unterrichtsstunden vorbereitet sein. Stoppe zu Hause immer wieder einmal die Zeit, die Du für die Vorbereitung brauchst. Und unterschätze nicht den Aufwand, Material oder Unterrichtspläne selbst schreiben oder Recherche betreiben zu müssen.

Nach einiger Zeit wirst Du ein Gefühl dafür bekommen, ob sich der Aufwand einer zweistündigen Vorbereitung lohnt oder nicht, um mit den Lernern ein 10-minütiges Thema durchzusprechen.

13. Schreibe verständliche Arbeitsblätter

Wenn Du nicht in der Lage bist, die Regeln zur Bildung und Verwendung der englischen Vergangenheitszeiten, des italienischen Congiuntivo, der französischen zweiteiligen Verneinung oder des spanischen Indefinido und des Pretérito perfecto auf einer Seite zusammenzufassen, dann schreibe kein Arbeitsblatt dazu.

Wenn du nämlich zu komplizierte Regeln aufschreibst und zu „grammatiklastig“ denkst, verstehen Dich deine Schüler nicht. Schreibe also Deine Arbeitsblätter immer so, dass auch Anfänger sie verstehen.

14. Verwende gutes Material

Leider ist „gutes Material“ kein objektiv messbarer Begriff. Für den einen ist gutes Material didaktisch bis ins Detail durchgeplant, für den anderen ist es möglichst realitätsnah. Ich verstehe unter „gutem Material“ folgendes: Du als Sprachlehrer und deine Schüler arbeiten gerne mit dem Material, es unterstützt den Lernprozess und bringt die Schüler voran.

Es gibt übrigens dennoch einen Gradmesser. Wenn Du kein „gutes Material“ verwendest, dann besucht irgendwann niemand mehr Deinen Kurs.

15. Nimm deine Sprachschüler ernst

Frage immer wieder Deine Teilnehmer nach ihren Wünschen. Du wirst Dich übrigens wundern, wie oft dann der Begriff „Grammatikwiederholung“ fällt! Aber auch für andere Themen sind Teilnehmer immer zu haben, vor allem wenn es um Themen geht, die das Zielland betreffen.

Wenn Du nicht die Teilnehmer alleine entscheiden lassen willst, kannst Du auch eine Liste mit 5 Themen schreiben und abstimmen lassen. Dann wird das Thema behandelt, welches die meisten Stimmen bekommt. So fühlen sich die Teilnehmer ernst genommen und kommen gerne zu Dir in den Unterricht.

16. Vermittle Grammatik im Kontext

Wie vermittelst Du Grammatikregeln? Dann, wenn sie im Lehrbuch „dran sind“? Ich bin ein großer Freund davon, Grammatikvermittlung an die Situationen anzupassen. Du sprichst mit den Teilnehmern über die Familie und Verwandtschaft? Dann bietet sich die Grammatikvermittlung der Possessivbegleiter an. Du besprichst Kinofilme? Dann hänge gleich die Uhrzeiten hin und verwende dafür ein Kinoprogramm von Mailand, London oder Paris.

So bringst Du gleich noch die große weite Welt in Deinen Kurs. Du sprichst über die Sternzeichen? Dann nimm gleich noch das Datum, die Monate, die Jahreszeiten und die Präpositionen bei Zeitangaben mit durch. Wenn Grammatik im Zusammenhang gelernt wird, merkt man sie sich leichter und der Lerner hat nicht das Gefühl, stupide Grammatikregeln pauken zu müssen.

17. Vermittle nur Themen, die deine Lerner interessieren

In Lehrbüchern sind häufig Lerneinheiten enthalten, die für den jeweiligen Kurs nicht relevant sind. Wenn Du eine Gruppe von Senioren unterrichtest, werden diese kaum an Vokabular zur Arbeitswelt und an Diskussionen zur beruflichen Selbstverwirklichung interessiert sein.

Sprachlerner ohne Kinder brauchen kein Babyvokabular, Lerner ohne Auto kein Spezialvokabular für Automechaniker. Natürlich gibt es Themenbereiche, die für alle Gruppen relevant sind – dazu zählen sicherlich die Zahlen, die Begrüßungen und Verabschiedungen, die Wegbeschreibungen, der Café- und Restaurantbesuch, der Hotelaufenthalt usw. – aber habe als Sprachlehrer ein bisschen „Mut zur Lücke“.

Dies gilt im Übrigen nicht nur für Wortschatz, sondern auch für Grammatik. Kein Französischlerner braucht in den ersten Jahren 4 Vergangenheitszeiten oder 10 Subjonctif-Alternativen.

18. Höre deinen Teilnehmern zu

Deine Teilnehmer haben sprachliche Fragen? Großartig! Höre ihnen zu, beantworte die Fragen zusammen mit anderen Kursteilnehmern – Dein Kurs ist ein Pool an gesammeltem Wissen. Alleine würden deine Schüler häufig den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Im Sprachkurs aber profitieren sie von Dir und der Gruppe – und kommen jede Woche umso lieber wieder!

19. Schreibe geniale Tafelbilder

Sprachkurs Vortrag vorbereiten

Wenn Du grammatikalische Zusammenhänge erklärst, schreibe diese Zusammenhänge auch an die Tafel. Der Trick hier ist, die Tafelbilder so einfach wie möglich zu halten. Häufig funktionieren Tabellen oder MindMaps sehr gut. Schreibe so, dass ein kompletter Laie das Tafelbild ebenfalls verstehen würde.

Manchmal lasse ich auch die Tafelbilder des ersten Kurses stehen und verwende sie für den direkt nachfolgenden Kurs. Das passt besonders gut, wenn wir Vokabel- oder Redemittelsammlungen zu bestimmten Themen gemacht haben. Dann lohnt es sich wirklich, sich bei Tafelbildern ein bisschen Mühe zu geben.

20. Bleibe auch in Deiner Rolle als Sprachlehrer authentisch

Der beste Lehrer ist der, der authentisch bleibt. Bleibe also beim Unterrichten Du selbst. Bringe Deinen Teilnehmern die Liebe zur Sprache, zum Land, zur Kultur näher, dann hast Du schon gewonnen!

Du wirst sehen, dass sich Deine Begeisterung übertragen wird! So wird der Unterricht für alle – für dich als Lehrkraft und für deine Schüler – eine Bereicherung! Und es gibt nichts Schöneres als Schüler, die am Ende einer Kursstunde auf die Uhr schauen und sagen „Wie, schon zu Ende? Das ging ja schnell vorbei heute!“

21. Sei mit Begeisterung bei der Sache

Deine Schüler merken sehr schnell, ob Du „Dienst nach Vorschrift“ machst oder ob Du Deinen Beruf liebst! Dieser Punkt schließt sich also an Punkt 20 an. Wenn Du nämlich authentisch bleibst und so unterrichten kannst, wie Du selbst auch bist, dann hast Du und dann haben Deine Sprachkursteilnehmer schon gewonnen.

Dann macht Dir das Unterrichten Spaß und Freude und Deine Schüler haben eine Lehrkraft, der man die Begeisterung für die Sprache und den Spaß an ihrem Beruf schon am Leuchten in den Augen ansieht!

Das wünsche ich Dir!

Du möchtest weitere Tipps zum Thema Sprachenlernen? Ich habe zu diesem Thema auch ein Buch geschrieben – nicht für Lehrer, sondern für Lerner. Du findest es auf Amazon als Taschenbuch und als E-Book.

Falls Du noch Anmerkungen, Ergänzungen oder auch Fragen zu diesem Beitrag hast, dann würde ich mich sehr darüber freuen, wenn Du mir diese in den Kommentaren hinterlässt.

Über den Autor

Ich heiße Christine Konstantinidis und arbeite als freiberufliche Sprachlehrerin für Italienisch und bin freier Mitarbeiter von Firmen, die sich mit dem Sprachenlernen beschäftigen. Außerdem schreibe ich den Blog erfolgreichessprachenlernen.com und habe letztes Jahr ein Buch mit dem Titel „Sprachen lernen – Tolle Tipps und Tricks“ veröffentlicht. Sprachen lernen mit allen Sinnen mit bestmöglicher Integrierung in den Alltag und mit viel Spaß ist mein Motto, und ich merke immer wieder, dass sich meine Begeisterung auf meine Schüler, Kursteilnehmer und Leser überträgt.

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