Interview mit Sprachblogger Olly Richards von I will teach you a language

Interview mit Olly Richards Sprachenlernen und Reisen

Heute habe ich einen bekannten Sprachblogger im Interview. Olly Richards aus Großbritannien, der hinter dem „I will teach you a language“ Blog steckt.

Er spricht 8 Sprachen und teilt mit uns seine Strategien, um neue Sprachen zu lernen.

Zudem erzählt er, wie er es geschafft hat einige Zeit in Frankreich und Japan zu verbringen und welche Länder er in Zukunft noch bereisen wird. Er teilt auch die größten Probleme seiner Leser zum Thema Sprachenlernen und was seine Lösungen dafür sind.

Das Interview war auf Englisch. Eine Übersetzung auf Deutsch findest Du unter dem Video. Die englischsprachige Transkription vom Interview findest Du unter der deutschen Version.

In meinem Sprachheld-Interview mit Olly Richards zum Thema „Effizientes Sprachenlernen und Sprachenlernen im Ausland und mit Reisen“ sprechen wir unter anderem über folgende Themen:

  • Warum er sich entschieden hat Fremdsprachen zu lernen?
  • Wie er es geschafft hat, obwohl er erst mit 19 Jahren mit dem Sprachenlernen begonnen hat, insgesamt 8 Sprachen zu lernen?
  • Wie er es geschafft hat so viel zu reisen und in so vielen Ländern zu leben, um all seine Fremdsprachen zu lernen?
  • Welche zukünftigen Reisepläne er noch besitzt und welche Sprachen er noch lernen möchte?
  • Wie die Olly Richards Methode für perfektes – also rasches und effizientes – Fremdsprachenlernen aussieht?
  • Welches die größten Probleme und wichtigsten Fragen beim Sprachenlernen sind, die seine Leser haben?
  • Welche Themen er in seinem Olly Richards Podcast behandelt.

Interview mit Olly Richards

Olly Richards Sprachblogger und PolyglottGABRIEL: Heute habe ich ein Interview mit Olly Richards aus Großbritannien. Olly Richards hat den Online Sprachenlern-Blog „I Will Teach You A Language” (“Ich werde Dir eine Sprache beibringen“). Er spricht acht Sprachen und hat erst mit 19 angefangen sie zu lernen. Olly, ich bin froh Dich hier zu haben.

OLLY: Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich bin froh hier zu sein.

Warum hast Du Dich entschieden Fremdsprachen zu lernen?

GABRIEL: Du bist aus Großbritannien. In Großbritannien spricht jeder Englisch. Warum hast Du Dich entschieden eine andere Sprache zu lernen, obwohl Englisch irgendwie jedermanns Sprache ist?

OLLY: Nun, es war eines dieser Dinge, die einfach so passieren, wirklich. Wie Du gesagt hast: Bis ich 19 war habe ich nur Englisch gesprochen. Ich habe ein paar Sprachen in der Schule gemacht, aber wie jeder andere auch, war ich zu dieser Zeit nicht sehr interessiert daran.

Für mich passierte das alles ziemlich plötzlich. Ich hatte einen Job in London; Ich arbeitete in einem Café als ich ungefähr 19 war und ich war umgeben von Leuten aus unterschiedlichen Ländern – Deutschland, Italien, Schweden, Frankreich – und ich war ziemlich beeindruckt, dass sie alle Englisch gesprochen haben. Also habe ich angefangen nachzudenken, „Wie kommt es, dass sie alle Englisch sprechen, aber ich spreche keine andere Sprache?“ Ich habe angefangen zu merken, dass die Welt nicht war, wie ich dachte und es war nicht nur eine Englisch sprechende Welt. Das war, als ich das erste Mal interessiert daran war, andere Sprachen zu lernen.

Dann, kurz danach, bin ich tatsächlich nach Paris gezogen und habe Französisch gelernt als ich da war. Weil ich nicht viel zu tun hatte, um ehrlich zu sein, habe ich Französisch gelernt. Ich war ziemlich erfolgreich beim Französischlernen. Also habe ich festgestellt, dass ich eine weitere Sprache lernen kann, wenn ich will. Das war der Anfang für mich, als ich gemerkt habe: Ja, das schaffe ich, wenn ich es wirklich will.

Wie bist Du dazu gekommen so viele Fremdsprachen zu lernen?

GABRIEL: Aber zwischen es „schaffen können“ und dann acht Sprachen lernen ist immer noch ein kleiner Unterschied. Also was hat Dich dazu gebracht so weit zu gehen?

OLLY: Nochmal, es war nicht wirklich eine Entscheidung. Ich habe wahrscheinlich 10 Sprachen gelernt. Wir haben vorher über Deutsch gesprochen und Deutsch ist eine Sprache, die ich nicht wirklich spreche. Ich spreche ein bisschen, aber ich habe es nur für ein paar Wochen gelernt. Das gleiche gilt für Thai. Ich habe Thai für ein paar Wochen gelernt. Es gibt noch andere Sprachen, die ich nicht gut kann. Es ist nicht so, dass ich acht Sprachen komplett fließend spreche. Es ist eine große Mischung aus verschiedenen Bereichen.

Aber der Grund war, es war nicht wirklich eine Entscheidung. Es ist nur so, dass gewisse Dinge in meinem Leben passiert sind, die mich dazu gebracht haben eine neue Sprache zu lernen. Zum Beispiel, als ich zurück nach London zog, kam mein bester Freund von den Kanaren, wo man Spanisch spricht. Also war ich interessiert daran Spanisch zu lernen, damit wir miteinander sprechen konnten. Das gleiche passierte mit brasilianischem Portugiesisch und später zog ich dann nach Japan.

Also ich saß nie daheim und habe mir gedacht „Ich muss viele Sprachen lernen“. Es war immer eine natürliche Sache auf meinem Leben basierend und was zu dieser Zeit mit mir passiert ist.

Thailändisch lernen mit Olly Richards

GABRIEL: Ich weiß was Du meinst. Jede Sprache hat ihre eigene Geschichte.

OLLY: Ja. Aber ich weiß, wenn man anfängt sieht es nach viel aus. Das verstehe ich. Aber ich denke, dass ich es auf keinen Fall geschafft hätte diese Sprachen zu lernen, wenn es nur aus akademischen Interesse gewesen wäre. Für mich muss es eine Lebenssache sein. Und andersherum: wenn ich aufhöre eine Sprache zu benutzen, zum Beispiel, wenn ich keine Freunde mehr aus dem Land habe oder wenn ich nicht mehr in dem Land lebe, höre ich auf die Sprache zu benutzen, wirklich, es ist ein sehr natürlicher Prozess für mich.

GABRIEL: Ja, nutze es oder Du verlierst es.

OLLY: Genau.

GABRIEL: Willst Du mir Dein Deutsch ein wenig präsentieren? Etwas das Du sagen kannst?

OLLY: Auf Deutsch? [Auf Deutsch] Ich habe Deutsch drei Wochen gelernt. Ein Monat vielleicht. Aber ich kann nicht gut sprechen.

GABRIEL: Okay, also es ist ein Prozess.

OLLY: Wie war das?

GABRIEL: Es ist ein Anfang. Du hast es ohne Fehler gesagt, also das ist gut.

OLLY: Wirklich? Das ist eine Überraschung (lacht).

Wie hast Du es geschafft in vielen verschiedenen Ländern zu leben

GABRIEL: Du sagtest Du warst in Japan, in Frankreich. Wie hast Du Dich dazu entschieden, in einem anderen Land zu leben und wie hast Du das geschafft?

OLLY: Eine Kombination aus Dingen. Mit Frankreich war ich nur dumm, wirklich, ich war 19 und hatte keine richtigen Pläne und habe buchstäblich ein einfaches Flugticket nach Frankreich gebucht. Ich wohnte dort bei einem Freund und habe dann einen Job in einer Jugendherberge bekommen und blieb schließlich länger. Es ist diese Art von Dinge, die man wirklich nur machen kann, wenn man ein Teenager ist, wenn man keine Verantwortung hat. Das war das einzige Mal, dass ich so etwas wirklich Verrücktes gemacht habe.

Später – Du hast Japan angesprochen, das war, weil ich mich dazu entschlossen habe in Japan zu leben. Ich bekam einen Job als Englischlehrer und die Firma wo ich den Job bekam schickte mich nach Japan zum Unterrichten. Und ich blieb dort drei Jahre. Also ja, das ist, warum ich nach Japan ging.

Und die anderen Länder in denen ich lebte – zum Beispiel Katar und Ägypten – nochmal, ich ging mit dem Unternehmen zu den verschiedenen Plätzen. Als englischer Muttersprachler hat man den Luxus überall hinzureisen und zu lehren, wenn man will. Also ich habe dieses Privileg definitiv genutzt.

GABRIEL: Das ist gut. Also jetzt bist Du wieder zurück in London oder?

OLLY: Das ist richtig, ich bin hier in London.

Was für Zukunftspläne hast Du für das Ausland?

GABRIEL: Irgendwelche zukünftigen Pläne ins Ausland zu gehen?

OLLY: Immer. Ich gehe nach Hong Kong am Ende des Jahres, also lerne ich seit einiger Zeit Kantonesisch und es ist sehr schwer. Also einer der Orte für die ich mich entschieden habe  hinzugehen und etwas Zeit zu verbringen ist Hong Kong. Also werde ich ein paar Monate dableiben und so viel Kantonesisch lernen wie es nur geht.

Etwas Anderes als das, was ich versuche zu tun – es gibt viele coole Sprachenevents, die rund um die Welt stattfinden. Es gibt Konferenzen in Berlin und in Montreal. Also ich tendiere dazu viel zu reisen, aber es ist normalerweise nicht wirklich für Sprachenlernzwecke. Darüber haben wir auch vorhin gesprochen. Es ist normalerweise, weil ich interessiert bin und das Land besuchen will. Also ich freue mich auf Hong Kong; das wird super, in zwei Monaten.

Es ist witzig, weil reisen nicht notwendigerweise eine wirklich gute Sache zum Sprachen lernen ist, weil man oft in ein anderes Land geht und alle möglichen Probleme hat. Leute sprechen nicht einfach stundenlang mit Dir – und wenn sie es tun, dann sprechen sie manchmal Englisch mit Dir. Es kann schwer sein. Also eines der Dinge, die ich jetzt tue ist, zu überlegen, wie ich das Meiste aus den 2 Monaten in Hong Kong machen kann? Wie kann ich meine Zeit nutzen?

Wie ist Dein perfekter Prozess, wenn Du anfängst eine neue Fremdsprache zu lernen?

GABRIEL: Klingt gut. Nun, nach so vielen Sprachen, natürlich hattest Du bei jeder Sprache eine andere Herangehensweise und versuchtest unterschiedliche Dinge. Aber ich denke jetzt hast Du in etwa die Quintessenz wie man wirklich gut lernt: der perfekte Prozess. Also was würdest Du tun, wenn Du anfängst eine neue Sprache zu lernen? Was würden deine Schritte von Anfang an sein und wie würdest Du empfehlen weiter zu machen?

OLLY: Das ist eine gute Frage. Ich habe zum Beispiel zwei Sprachen von Anfang an gelernt dieses Jahr. Im April habe ich etwas Deutsch gelernt und im August etwas Thai. Aber ich habe es auf zwei unterschiedlichen Weisen gelernt. Für Deutsch zum Beispiel – Du hast mich vorher Deutsch reden hören; Ich bin überrascht, dass Du mich verstanden hast – aber es funktionierte, was ich tat. Funktionierte manchmal. Ich habe eine einfache Sache gemacht, nämlich ein Lehrbuch gekauft – und im Falle von Deutsch war es glaube ich umgangssprachliches Deutsch – und ich habe es buchstäblich durchgearbeitet. Jeden Tag habe ich ein neues Kapitel in dem Buch gemacht und bin oft zurück und habe das Kapitel wiederholt.

Im Falle von Deutsch, ich glaube weil Englisch meine Muttersprache ist und Deutsch und Englisch viel gemeinsam haben, habe ich mich dazu entschieden einen sehr natürlichen Lernansatz zu wählen. Ich sagte mir selbst, alles was ich tun werde ist, von Anfang bis Ende dieses Buch durchzuarbeiten und ich fokussiere mich auf die Dialoge in dem Lehrbuch. Ich werde sie lesen, bis ich sie verstehe und höre sie an und dann werde ich zum nächsten übergehen. Das ist alles was ich tun werde. In diesem Fall entschloss ich mich dazu nicht einmal zu sprechen. Ich habe kein Deutsch gesprochen, hatte keinen Unterricht. Ich habe mich buchstäblich nur durch dieses Buch gearbeitet.

Es ist eine sehr effiziente Herangehensweise, weil es alle möglichen Tricks gibt, die man anwenden kann, um eine Sprache schneller zu lernen. Aber wenn Du erst startest, brauchst Du ein Fundament. Du musst die Basissachen einer Sprache wissen. Und für mich, ein gutes Lehrbuch – da hast Du alles was Du brauchst. Es ist nicht der schönste Weg es zu tun, aber meine Empfehlung ist es normalerweise anzufangen sich durch ein Lehrbuch zu arbeiten. Bekomme ein Fundament und dann bist Du in einer Position, wo Du anfangen kannst mit Leuten zu reden und kennst schon die Grundlagen. Also das habe ich für Deutsch gemacht und ich denke es ist ein wirklich guter Weg.

Thai war anders, weil es eine komplett andere Sprache ist als Englisch. Dafür bin ich tatsächlich nach Thailand gegangen und habe 2 Wochen Privatstunden in einer Sprachschule genommen. Ich habe sogar eine Videodokumentation davon. Wenn Du nach mir auf YouTube suchst, kannst Du meine täglichen Videos sehen, wie ich Thai lerne. Also Du kannst genau sehen was ich jeden Tag gemacht habe, was ich glaube ganz interessant ist. In diesem Falle habe ich kein Lehrbuch verwendet. Ich hatte jeden Tag Unterricht und diese Stunden waren hauptsächlich Gespräche. Wir haben einfach normales Thai gesprochen und dann hat mein Lehrer mir neue Wörter und Sätze gegeben, die ich dann gelernt habe. Nach 10 Tagen oder so konnte ich sprechen und wir hatten eine Unterhaltung. Es gibt ein Video auf YouTube von meiner Unterhaltung nach zwei Wochen.

Also es gibt zwei unterschiedliche Methoden aber sie funktionieren beide. Für die meisten denke ich, dass die normale Lehrbuchherangehensweise die beste ist, weil man die von überall machen kann und zu Deiner eigenen Zeit.

GABRIEL: Ich werde das Video verlinken. Über die Herangehensweise für Deutsch: Das ist eine gute Herangehensweise. Das ist es was ich normalerweise auch mache. Entweder ein Lehrbuch oder ein Podcast oder beides. Einfach um das Fundament zu bekommen. Ich denke das ist eine gute Methode um die Grundlagen zu erlangen und dann von da ab weiter zu machen.

OLLY: Es kommt auf die Sprache an, weil im Falle von Thai oder Kantonesisch oder Chinesisch man viele schwere Ausspracheprobleme hat. Man hat Töne. Thai und Chinesisch – oder Mandarin? Ich spreche kein Mandarin, also bin ich mir nicht sicher, aber Kantonesisch hat sechs Töne, Thai hat fünf Töne und es gibt auch unterschiedliche Aussprachen. Also ich denke, wenn man eine Sprache lernt die weiter entfernt von der Muttersprache ist, sollte man einen Lehrer haben, damit man die Aussprache von Anfang an richtigmacht.

Was ist das größte Problem Deiner Leser von „I will teach a language?“

GABRIEL: Ja das ergibt Sinn. Also Du hast diesen Blog “I Will Teach You A Language” (“Ich werde Dir eine Sprache beibringen“), mit vielen, vielen Besuchern. Was ist das größte Problem Deiner Besucher und was rätst Du ihnen um das Problem zu lösen? Was sind vielleicht ein oder zwei große Probleme, die die Leute ständig an Dich herantragen?

OLLY: Meine Leser lassen sich glaube ich in zwei Kategorien aufteilen: Erstens gibt es den Polyglott, den leidenschaftlichen Sprachenlerner. Die haben nicht wirklich Probleme. Deren größtes Problem ist die Zeit. Wie zum Beispiel Zeit zu finden, all diese Sprachen zu lernen. Aber dann gibt es Leute, die Anfänger sind und deren typisches Problem ist, dass sie einfach nicht wissen, was sie tun sollen. Sie wollen zum Beispiel Spanisch lernen und wissen einfach nicht, was die beste Methode ist. Deren Frage ist es „Was tue ich? Sag mir einfach jeden Tag was ich tun soll.“

Was anderes: Leute haben Angst mit dem Sprechen anzufangen. Sie sehen Leute wie mich, die ihnen empfehlen, anzufangen mit Muttersprachlern zu reden und sie wissen nicht wo sie diese Person finden. Sie wissen nicht wie man anfängt zu sprechen.

Und dann das andere Problem ist Zeit, „Ich habe keine Zeit zum Lernen, also was kann ich in einem kurzen Zeitraum machen, um schnell zu lernen?“ Das sind die drei großen Fragen.

GABRIEL: Ich erkenne viele Ähnlichkeiten, zum Beispiel: „Ich will Englisch lernen, Ich will Französisch lernen. Was soll ich tun?“

OLLY: Mein Ratschlag für die meisten Leute ist das, worüber wir bei meiner Erfahrung mit Deutsch gesprochen haben. Später können wir über Tipps, Tricks und Strategien reden. Aber fürs erste muss man die Grundlagen lernen. Hol Dir ein Lehrbuch, arbeite es durch und komm zurück, wenn Du damit fertig bist. Für die meisten Leute ist das die einzige große Sache, die sie machen können.

In Sachen Sprechen: es ist eine sehr psychologische Sache. Es ist ein menschliches Problem. Wir haben Angst mit Fremden zu reden, vor allem, wenn wir die Sprache nicht können. Und wirklich, für mich geht es nur darum jemanden zu finden – wie mein Freund Richard es nennt „eine sichere Person“. Finde eine sichere Person, bei der Du Dich wohlfühlst und wenn Du diese Person gefunden hast, kannst Du so viel Du willst mit ihr reden.

In Sachen Zeitproblem: Wenn Du Dich fokussierst und ein einfaches Ziel hast, wird die Zeit nicht mehr so ein Problem sein. Zum Beispiel, wenn wir alle sagen, Du wirst Dir ein Deutsch Lehrbuch holen und ein Kapitel jeden Tag machen oder ein Kapitel alle zwei bis drei Tage oder was auch immer, dann ist das alles was Du tun wirst. Kümmere Dich um nichts Anderes. Mache einfach nur das. Dann sind die 10-15 Minuten plötzlich sehr nützlich und Du kannst viele Sachen in der Zeit machen.

Also viel davon ist einfach nur umstellen, was Du über den Lernprozess denkst. Aber ich denke, dass die Leute es auch einfach wertschätzen, wenn sie Bestätigung bekommen und gesagt bekommen „Es ist okay, Du machst das richtige. Das ist gut!“

GABRIEL: Ja, das merke ich. Wenn Du anfängst eine Sprache zu lernen, weißt Du nicht wirklich ob das was Du tust, Dich wirklich näher zu Deinem Ziel bringt und dann hörst Du auf, weil Du denkst, dass es Dir nichts bringt. Und Du fühlst keinen Fortschritt. Aber dann ist es gut auf Seiten wie Deine zu gehen, um zu sehen, ja Du machst es richtig. Du brauchst nur mehr Geduld und Du muss es fortsetzen und wirst besser.

OLLY: Es ist wie, wenn jemand versucht abzunehmen oder fit zu werden oder so. Es ist genau der gleiche Prozess. Du beginnst mit den offensichtlichen Dingen: Du isst weniger, Du gehst öfters in Fitnessstudio – aber dann, wenn Du keine Ergebnisse mehr erzielst, wirst Du vielleicht denken „Oh man, ich mache etwas falsch“. Aber eigentlich musst Du weitermachen und es wird gut.

GABRIEL: Und wenn Du einmal durch den Prozess gegangen bist, weißt Du, dass Du keine sofortigen Ergebnisse brauchst, um zu wissen, dass Du Fortschritte machst.

OLLY: Ja. Das ist einer der größten Vorteile, die vom Lernen vieler Sprachen kommen. Sogar wenn ich sie gelernt hätte und wieder vergessen hätte, die Erfahrung wie der Lernprozess funktioniert ist so wertvoll. Sogar im Falle meines italienisch zum Beispiel. Ich habe ganz gut gesprochen, aber jetzt habe ich es beinahe komplett vergessen. Aber das ist okay, weil ich denke, dass die Erfahrung mich viel über das Lernen gelehrt hat, also mit den Sprachen lerne ich hinterher. Das hat mir im Prozess geholfen.

Es gibt Dir die Möglichkeit zu sagen: „Schau, ich fühle mich nicht motiviert, Ich fühle keinen Fortschritt, aber das ist okay. Ich habe das schon früher erlebt. Ich weiß, dass alles was ich tun muss ist weitermachen“. Das ist ein großer Vorteil, es nimmt viel Stress, denke ich, weil Du Dich nicht selbst sabotierst.

GABRIEL: Das ist wahr. Das war’s dann wohl. Vielen Dank. Hast Du noch irgendwas hinzuzufügen über das wir nicht geredet haben?

OLLY: Für mich ist Sprachen lernen eine fantastische Sache. Ich bin mir sicher, ich renne hier offene Türen ein, weil ich mir sicher bin, alle Deine Zuhörer sind große Fans von Sprachen. Aber ich bin online sehr zugänglich. Wenn irgendjemand mit mir in Kontakt treten will, kommt einfach auf die Website oder den Podcast und schreibt mir eine Nachricht. Ich werde immer antworten, wenn ich kann. Und falls irgendjemand mich etwas fragen will oder vorschlagen will über was ich einen Podcast machen soll oder was auch immer, meldet euch einfach. Ich freu mich von euch zu hören.

GABRIEL: Ich werde alles verlinken und dann kann jeder mit Dir in Kontakt treten.

OLLY: Wunderbar. Vielen Dank für die Einladung. Es war toll mit Dir zu sprechen.

GABRIEL: Auch von mir vielen Dank.

Damit sind wir auch schon am Ende und ich hoffe, mein Sprachheld-Interview mit Olly Richards zum Thema „Effektives Sprachenlernen und Sprachenlernen im Ausland und mit Reisen“ hat Dir genauso Spaß gemacht wie mir. Über Anregungen, Bemerkungen, Ratschläge oder auch einfach nur Lob von Dir in den Kommentaren würde ich mich natürlich wie immer sehr freuen. Dein Gabriel Gelman und das Sprachheld-Team.


Englische Originalversion des Interviews

GABRIEL: Today I have Olly Richards from the UK in an interview. Olly Richards has the language-learning blog “I Will Teach You A Language.” He speaks eight languages, and started learning only at 19. Olly, I’m so glad to have you here.

OLLY: Yeah, thank you very much for the invitation. Very happy to be here.

GABRIEL: You’re from the UK. In the UK, everybody speaks English. Why did you decide to learn another language even though English is kind of the language of everybody?

OLLY: Well, it was one of those things that happened very naturally, really. Like you said, when I was 19 I only spoke English. I did do a bit of languages at school, but like everybody else, I wasn’t very interested at the time.

For me, it happened quite suddenly. I had a job in London; I was working in a café when I was about 19, and I was surrounded by all these people from different countries – Germany, Italy, Sweden, France – and I was really impressed that they all spoke English. So I started to think, “How come they all speak English, but I don’t speak any other languages?” I just started to notice then that the world was not as I thought it was, and it wasn’t just an English-speaking world. That was when I first became interested in the idea of learning other languages.

Then shortly after that, I actually moved to Paris, and I learnt French when I was there. Because I didn’t really have much to do, to be honest, so I learned French. I was quite successful at learning French, so I realized then, actually, if I want to learn another language, I can. That was the beginning for me, when I realized actually, yes, I can do it if I really want to.

GABRIEL: But “can” do it and then go up to eight languages, there’s still something in between. So what made you decide to go that far?

OLLY: Again, it wasn’t really a decision. I’ve studied probably 10 languages. We were talking earlier about German, and German is a language that I don’t really speak. I speak a little bit, but I only studied it for a few weeks – and likewise with Thai. I studied Thai for a couple of weeks. There are other languages as well which I’m not very good at. It’s not like I speak eight languages completely fluently; it’s a big mix of different ranges.

But the reason was, it wasn’t really a decision so much. It’s just that certain things happened to me in my life which made me want to learn a new language. For example, when I moved back to London, my best friend there was from the Canary Islands, where they speak Spanish. So I was interested in learning Spanish so that we could talk together. The same thing happened with Brazilian Portuguese, and then later I moved to Japan.

So it was never me sitting at home thinking, “I must learn lots of languages.” It was always a very natural thing based on my own life and what was happening to me at the time.

GABRIEL: I know where you’re coming from. Every language has its own story.

OLLY: Yeah. But I know when you’re first starting, it does seem like a lot. I understand that. But I think there’s no way that I would’ve been able to learn these languages just as an academic interest. For me, it has to be a living, breathing thing. And likewise, when I stop using the language, if I don’t have friends anymore from that country or if I don’t live in that country anymore, I kind of stop using the language, really. It’s a very organic process for me.

GABRIEL: Yeah, use it or lose it.

OLLY: Exactly.

GABRIEL: You want to humor me with German a little bit? Like something that you can do?

OLLY: In German? Ich habe Deutsch drei Wochen gelernt. Ein Monat vielleicht. Aber ich kann nicht gut sprechen.

GABRIEL: Okay. Well, it’s a process.

OLLY: How’s that?

GABRIEL: It’s a start. You said it flawlessly, so that’s good.

OLLY: Really? That’s a surprise. [laughs]

GABRIEL: You said you were in Japan, in France. How did you decide to go and live in another country, and how can you manage to do that?

OLLY: A combination of things. With France, I was just stupid, really. I was like 19, and I had no real plans, and I literally bought a one-way train ticket to France. I went there and stayed with a friend, and eventually I got a job in a youth hostel and ended up staying for longer. It’s the kind of thing you can only really do when you’re a teenager, when you have no responsibilities. That was really the only time I did something really crazy like that.

Later on – you mentioned Japan, and that was because I decided I wanted to go and live in Japan, so I got a job teaching English, and the place where I got the job took me out to Japan to teach. I ended up staying there for 3 years. So yeah, that was why.

And other countries where I’ve lived – for example, in Qatar and in Egypt – again, I went with the company to those different places. As a native English speaker, you do have the luxury of being able to travel and teach if you want to, so I definitely took advantage of that privilege.

GABRIEL: That’s good. So now you’re back in London, right?

OLLY: That’s right, I’m here in London.

GABRIEL: Any future plans to go somewhere abroad?

OLLY: Always. I’m going to Hong Kong at the end of the year, so I’ve been studying Cantonese for a while, and it is really hard, so one of the things I’ve decided to do is to actually go and spend some time in Hong Kong. So I’m going to spend a couple of months there and really practice as much Cantonese as I can.

Other than that, I do try to – there are a lot of really cool language events that go on around the world. There’s conferences in Berlin and in Montreal. So I do tend to travel quite a bit, but it’s usually not really for language-learning purposes. Like we were talking about before, it’s normally because I’m interested, and I want to go to the country. So I’m looking forward to Hong Kong; that’s going to be great, in 2 months.

It’s funny, because traveling is not necessarily a really great thing for language learning, because often you go to another country, and you have all kinds of problems. People don’t just speak to you for hours on end – and if they do, sometimes they speak to you in English. It can be difficult. So one of the things I’m doing right now is thinking of how can I make the most out of those 2 months in Hong Kong? How can I arrange my time? What kind of things should I do in order to make sure I get enough Cantonese practice when I’m there?

GABRIEL: Sounds good. Now, after so many languages, obviously with every language you had a different approach and you tried different things, but I guess now you have kind of the quintessence of how to really go forward, like the perfect process. So what would you do if you started a language? What would be your steps from the beginning, and how would you advise to go forward?

OLLY: It’s a great question. I’ve learned two languages this year, for example, from the beginning. In April I did some German, and in August I did some Thai. But I did it in two very different ways. For German, for example – you heard me speak a bit of German earlier; I’m surprised that you understood me – but it worked, what I did. Something worked. I did one very simple thing, which is I bought a textbook – and in the case of German, I think it was Colloquial German textbook – and I literally worked through it. Every day I did a new chapter in the book, and often I would go back and revise that chapter.

In the case of German, I think because English is my mother tongue, and German and English have a lot in common, I decided to take a very natural approach to learning it. I said to myself, all I’m going to do is work through this book from beginning to end, and I’m going to focus on the dialogues in the textbook. I’m going to read them until I understand them and listen to them, and then I’m going to move on to the next one. That’s all I’m going to do. In this case, I decided not even to speak. I didn’t speak German, didn’t have any lessons. I literally just worked through the textbook.

It’s a really effective approach, because yes, there are all kinds of tricks that you can use to learn a language faster, but when you’re just starting, you need that foundation. You need to know the basic stuff in the language. And for me, a good textbook – you have everything you need. It’s not the sexiest way to do it, but my recommendation is usually to get started, just work through a textbook. Get that foundation, and then you’re in a position where you can start speaking with people, and you already know the basics. So that’s what I did for German, and I think it’s a really good way forward.

Thai was different, because it’s a very different language to English. For that, I actually went to Thailand and I took 2 weeks of private lessons in a language school, and I actually made a video documentary of it. If you look for me on YouTube, you can see my daily videos learning Thai. So you can see exactly what I did every day, which I think is quite interesting for people. In that case, I didn’t use the textbook; I had lessons every day, and those lessons were basically conversation lessons. We just spoke really basic Thai, and then my teacher would give me new words and phrases, and I would go away and learn them. After 10 days or so, I could speak, and we were having a conversation. There’s a video, again, on YouTube of my conversation in Thai after 2 weeks.

So they’re two very different methods, but they both work. For most people, I think the basic textbook approach is probably the most convenient because you can do it anywhere, and you can do it on your own time.

GABRIEL: I’ll make sure to link to the video. About the German approach, that’s a good approach. That’s what I do usually as well. Either textbook or podcast or a combination of both, just to get the foundation. I think that’s a very good method to just have the basics and then go on from there.

OLLY: It does depend on the language, because in the case of Thai or Cantonese or Chinese, you’ve got difficult pronunciation issues. You’ve got tones. Thai and Chinese – or Mandarin? I don’t speak Mandarin, so I’m not sure, but Cantonese has six tones, Thai has five tones, and there’s difficult pronunciation as well. So I think with a more distant language from your mother tongue, it’s really important to have a teacher at the beginning so you can really get that pronunciation accurate from the beginning.

GABRIEL: Yeah, that makes sense. So you have this blog, “I Will Teach You A Language,” with lots and lots of visitors. What are the biggest problems of your visitors, and what do you advise them to do to solve that problem? Like maybe one or two of the biggest problems that people approach you with constantly?

OLLY: My readers, I think they’re divided into two categories. First of all, there is the polyglot, the passionate language learner. They don’t really have any problems. Their biggest problem is time, like time to study all these languages. But then there are people who are complete beginners, and the typical problems are that they just don’t know what to do. They want to learn Spanish, for example, and they just simply don’t know what the best method is. Their question on a very basic level is, “What do I do? Just tell me what to do every day.”

Other than that, people are nervous about starting to speak. They see people like me recommending that you start to speak with a native speaker, and they don’t know where to find that person, they don’t know how to start speaking.

And then the other one is time, “I don’t have time to learn, so what can I do in a short space of time in order to learn quickly?” Those are the three big questions.

GABRIEL: I see very similar things, especially questions like “I want to learn English, I want to learn French. What do I do?” No structure. So definitely that’s a big question that I get asked a lot as well.

OLLY: My advice for most people is exactly what we were just speaking about with my German experience. Later on, we can talk about the tricks and the tips and the strategies, but for now, just learn the basics. Go and get a textbook, work through it, and come back when you’ve done it. For most people, that is going to be the single biggest thing they can do.

In terms of speaking, it’s a very psychological thing. It’s a human problem. We are nervous about speaking with strangers, especially when we don’t know the language. And really, for me, it’s a case of just finding someone – as my friend Richard calls it, “a safe person.” Find a safe person that you feel comfortable with, and once you’ve found that person, then you can speak as much as you want.

In terms of the time problem, when you focus and when you have a simple aim, time stops becoming so difficult. For example, if we say all you’re going to do is get your German textbook and do one chapter every day, or one chapter every 2 or 3 days or whatever, that’s all you’re going to do. Don’t worry about anything else; just do that. Then suddenly those 15-20 minutes that you have are quite useful, and you can actually do a lot of stuff in that time.

So a lot of it is reframing the way that you think about the process of learning. But I think people also value having someone just confirm things for them and say “Look, it’s okay. You’re doing the right thing. Keep going. That’s fine.”

GABRIEL: Yeah, I see that. If you start learning a language, you don’t really know whether the thing that you’re doing is actually bringing you closer to the goal, and then you stop because you don’t feel like it gives you any – you feel you don’t move forward. But then it’s good to go to sites like yours and see, yeah, you’re doing it correctly. You just have to have more patience and you have to continue doing it, and you’ll get better at it.

OLLY: Just like if someone’s trying to get fit or lose weight or something, it’s exactly the same process. You start doing the obvious things – you eat less, you go to the gym more – but then when you stop getting results, you probably think “Oh man, I’m doing something wrong.” But actually, all you’ve got to do is keep going and you’ll be fine.

GABRIEL: And once you went through that process, you know. You don’t need instant results to know that you’re moving forward.

OLLY: Yeah. This is one of the big advantages that comes from having learnt lots of languages. Even if I’ve learned them and then forgotten them, the experience of how the learning process works is so valuable. Even in the case of my Italian, for example. I used to speak quite well, but now I’ve almost completely lost it – but that’s fine, because that experience taught me something about learning, so with the languages I went on to learn afterwards, that helped me in part of the process.

It gives you the ability to say, “Look, I’m not feeling motivated, I’m not feeling any progress, but that’s okay. I’ve experienced this before. I know that all I need to do is keep going,” and that is a huge – it takes away a lot of stress, I think, because you don’t self-sabotage so much.

GABRIEL: That’s true. I guess that’s it; thank you very much. Do you have anything you would like to add or anything that we haven’t talked about?

OLLY: For me, learning languages is such a fantastic thing – and I’m sure I’m preaching to the choir here, because you and I’m sure all of your listeners are really huge fans of languages. But I’m very accessible out there online. If anyone would like to get in touch, feel free to come over to the website or the podcast and send me a message. I always reply when I can. And if anyone would like to ask me anything or suggest anything that I could make a podcast about or whatever, feel free to get in touch. I’d be very happy to hear from you.

GABRIEL: I’ll make sure to link to everything, and then they can get in touch with you.

OLLY: Wonderful. Thank you very much for the invitation. It’s been great to chat.

GABRIEL: Thank you very much too.

Über den Autor

Gabriel Gelman ist Gründer von Sprachheld, Sprachenthusiast und nutzt gerne seine 6 Sprachen für Reisen und Kennenlernen neuer Leute. Er hilft Sprachlernern dabei schnell ihre Fremdsprache zu lernen.

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