ᐅ 9 Probleme, die beim Sprachenlernen auftreten und die Lösungen dazu (inklusive Interview)!

9 Probleme, die beim Sprachenlernen auftreten und die Lösungen dazu

Probleme beim Sprachenlernen - Tipps und Lösungen

Probleme treten irgendwann beim Sprachenlernen irgendwann bei jedem auf. Doch keine Sorge – es gibt für alles eine Lösung.

Sprachenlernen hat seine Hochs und Tiefs. Mal machst Du richtig schnell Fortschritte und dann hast Du das Gefühl gar nicht voranzukommen.

Keine Sorge, das ist ganz normal und nicht anders als beim Sport. Auch dort hast Du Plateauphasen, bei denen Du gar nicht vorankommst.

Es gibt viele Probleme, die bei den meisten Sprachlernern irgendwann auftreten.

In diesem Beitrag erfährst Du die 9 häufigsten Probleme beim Sprachenlernen und auch gleich die Lösungen für diese.

1. Ich verstehe zwar viel, habe aber Probleme selbst zu sprechen

Das ist ein Problem, dass oft bei Sprachlernern auftritt, die seit Jahren in der Schule oder in einem Sprachkurs lernen. Es kann aber auch passieren, wenn Du zwar viel Kontakt zur Sprache hast, aber selbst wenig sprichst.

Der Grund dafür ist, dass in der Schule und in Kursen viele Schüler sind. Somit kommt der Einzelne kaum zu Wort. Durch Texte und den Lehrer wird zwar Dein Hörverständnis über Jahre geschult, aber die Sprachfertigkeit eigentlich kaum.

Die gute Nachricht ist: In dieser Phase kannst Du schnell lernen fließend zu sprechen.

Die Lösung: So viel wie möglich zu sprechen. Such Dir Muttersprachler, mit denen Du Sprachtandems durchführst (so findest Du Tandempartner und so führst Du ein optimales Tandemgespräch). Optimal sind 2-3 Tandemgespräche pro Woche.

Denke regelmäßig in der Sprache und versuche Selbstgespräche zu führen (mehr zu der Wirkung von Selbstgesprächen beim Sprachenlernen hier). Am besten jeden Tag zumindest ein paar Minuten. Du wirst merken, dass sich Deine Sprachkenntnis schnell verbesserst. Resultate siehst Du bereits nach wenigen Wochen.

Anmerkung: Du bist auf der Suche nach einem Tandempartner? Hier findest Du 40 Wege einen Tandempartner zu finden.

2. Ich kann zwar sprechen, verstehe aber kaum was, wenn Muttersprachler sprechen

Wenn Du dieses Problem hast, bist Du beim Sprachenlernen richtig vorgegangen. Du hast also viel die Sprache gesprochen.

Dieses Problem ist eine natürliche Entwicklung, denn in einer Fremdsprache einen Gedanken zu formulieren ist einfacher als einen Muttersprachler zu verstehen.

Es ist viel schwieriger alle möglichen Kombinationen von Wörtern und Redewendungen zu verstehen, die Muttersprachler benutzen. Noch dazu sprechen diese schnell und verschlucken den ein oder anderen Ton.

Die Lösung: Du machst bis hier eigentlich alles richtig. Mach weiter so und sprich viel mit Muttersprachlern. Was Du zusätzlich machen solltest ist, Dein Hörverständnis zu üben (am besten verbesserst Du Dein Hörverständnis so).

Höre so viel wie möglich in der Fremdsprache. Das geht mit Podcasts, Hörbüchern, Filmen, Serien, Musik, etc. Jedes Mal, wenn Du eine Vokabel nicht kennst, schreibst Du sie Dir auf und lernst sie (nutze diese 5 Strategien, um schnell Vokabeln zu lernen).

Was auch gut funktioniert ist Sendungen mit Untertiteln in der Fremdsprache zu schauen. So siehst Du, wie etwas ausgesprochen wird und verstehst es gleichzeitig.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Lehrbuch mit Audioversion. Spiel die Audioversion und lies gleichzeitig dazu mit. Das Ganze geht ebenfalls mit Hörbuchversion und dem Originalbuch.

Lies hier: 60 kostenlose Podcasts zum Sprachenlernen.

3. Ich vergesse die ganze Zeit Vokabeln

Je mehr Vokabeln Du lernst, desto schwieriger wird es alle Vokabeln zu behalten. Dieses Problem hast Du vor allem, wenn Du Vokabeln nicht oft genug nutzt oder sie zumindest nicht regelmäßig wiederholst.

Die Lösung: Sprich die Sprache und benutze viele verschiedene Wörter, vor allem die Neugelernten. Notiere Dir Wörter, die Dir wichtig sind, die Du aber oft vergisst. Versuche diese Wörter in Gespräche natürlich einzubauen. Benutze die Wörter auch in vielen verschiedenen Kontexten und Du wirst die Vokabeln nie wieder vergessen.

Du hast gerade niemanden, dem Du etwas erzählen könntest? Erzähl Dir selbst eine Geschichte, unter Nutzung möglichst vieler Vokabeln.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Vokabeln auf Karteikarten zu schreiben und gezielt wiederholen (so lernst Du Vokabeln mit Karteikarten). Um Dir schneller Vokabeln zu merken, lernst Du sie am besten mit Eselsbrücken.

4. Ich habe Schwierigkeiten mir bekannte Vokabeln zu verstehen, wenn ein Muttersprachler sie benutzt

Du hast viele neue Vokabeln gelernt, aber Du verstehst sie nicht, wenn Du Dich auf der Fremdsprache unterhältst? Wenn Du dann nachfragst was ein Wort bedeutet, merkst Du, dass es ein Wort ist, das Du schon lange kennst? Du hast das Wort nur nicht erkannt, als es gesagt wurde?

Das ist ganz normal, wenn Du neue Vokabeln lernst. Im Satz verschlucken Muttersprachler oft einzelne Töne von Wörtern. Das macht es schwierig diese zu identifizieren.

Du musst also die Vokabel erst mehrmals von einem Muttersprachler hören.

Die Lösung: Höre genau zu, wenn Du Dich mit Muttersprachlern unterhältst. Wenn Du ein Wort nicht verstehst, frag nach und bitte Deinen Sprachpartner das Wort mit verschiedenen Beispielen zu nennen. Nachdem Du es mehrmals, in verschiedenen Kontexten, von einem Muttersprachler gehört hast, wirst Du es wahrscheinlich beim nächsten Mal wiedererkennen.

Spätestens wenn Du es von 2 verschiedenen Muttersprachlern gehört hast, wirst Du die Vokabel immer wiedererkennen, egal wer sie gesagt hat (es sei denn es kommt jemand mit einem starken Dialekt).

Positiv denken beim Fremdsprache lernen und Probleme lösen

Positiv denken und an sich glauben ist auch beim Sprachenlernen essentiell. So lösen sich auftretende Probleme fast von selbst.

5. Mein Akzent ist zu stark

Du hast das Gefühl, Dein Akzent sei zu stark oder andere Leute verstehen Dich nicht?

Das kann daran liegen, dass eine Sprache erst in einem späteren Lebensabschnitt gelernt wurde. Das heißt in der Kindheit und Jugend wurde weniger Gewicht auf Sprachenlernen gelegt.

Ebenfalls tritt das bei Tönen auf, die im Deutschen nicht vertreten sind. Dazu gehört zum Beispiel das „th“ auf Englisch (wie bei „the“ und „that“) das gerollte „R“ im Spanischen (wie bei „perro“) oder die Nasaltöne im Französischen.

Die Lösung: Sprich mit Muttersprachlern und lass Dich in Deiner Aussprache korrigieren. Schau genau zu wenn Muttersprachler reden und versuche deren Mund- und Zungenbewegungen zu imitieren. Höre so viel wie möglich die Sprache, und zwar ausschließlich von Muttersprachlern. Am besten mit einem Video, wo Du genau siehst, welche Mundbewegungen der Sprecher macht.

Zudem solltest Du andere Leute, die die Sprache lernen (vor allem deutsche Muttersprachler), so gut wie möglich meiden, damit Du ihre Fehler nicht nachmachst.

Es gibt viele Videos online, wo genau gezeigt wird, wie Töne produziert werden und welche Mundbewegungen Du dafür machen musst. Hier ist zum Beispiel ein Video zur Verbesserung der spanischen Aussprache, in welchem gezeigt wird, wie das gerollte „R“ auf Spanisch erzeugt wird.

Wen all dies keine Abhilfe schafft, kannst Du auch speziell dafür geschulte Lehrer zu Rate ziehen. Diese üben mit Dir Mundbewegungen, um Wörter und Buchstaben richtig auszusprechen. Solche Kurse oder Lehrer findest Du z. B. als „Akzentreduzierung“ (Englisch: „Accent Reduction“) auf Google.

Lies hier: 7 Tipps um Deinen Akzent in einer Fremdsprache loszuwerden.

6. Ich mache keine Fortschritte mehr beim Lernen

Du lernst und lernst und hast trotzdem das Gefühl keinen Fortschritt zu machen? Das ist nur ein Streich, den Dir Dein Unterbewusstsein spielt.

Wenn Du ständig lernst, verbesserst Du Dich auch. Nur merkst Du diese Fortschritte im weiteren Verlauf des Lernens nicht mehr so schnell. Das liegt daran, dass Du am Anfang sehr große Fortschritte machst und diese im Verlaufe kleiner werden.

Was natürlich auch eine Möglichkeit sein kann, dass Du nicht ausreichend lernst. Je weiter fortgeschritten Du bist, desto mehr musst Du lernen, um weitere Fortschritte zu erzielen.

Aber keine Angst, ein paar Stunden Gespräche alle paar Wochen reichen schon aus um zumindest Deinen Stand zu halten. Wenn Du aber länger aussetzt, brauchst Du wieder etwas Zeit um reinzukommen.

Die Lösung: Einfach weiterlernen und keine Sorge, Du verbesserst Dich. Die Hauptsache ist, dass Du die Sprache viel sprichst.

Wenn Du aber auf Nummer sicher gehen willst, kannst Du Deinen Lernfortschritt festhalten. Nimm Dich jeden Monat selbst beim Sprechen auf. Danach vergleichst Du welchen Fortschritt Du gemacht hast.

Oder schreib jeden Monat einen Text. Wenn Du später die Texte aus verschiedenen Monaten vergleichst, wirst Du sehen, was für ein Unterschied besteht und dass Du Dich tatsächlich verbessert hast. Auch wenn es Dir zunächst nicht so scheint.

Lies hier: Wie Du mit einem Lernplan Deine Fortschritte beim Sprachenlernen festhältst.

7. Ich habe Angst Fehler zu machen

In der deutschen Kultur, werden Fehler leider immer noch oft als Schande gesehen. Das Problem ist aber, wer keine Fehler macht, der entwickelt sich auch nicht weiter. Es ist nur möglich keine Fehler zu machen, wenn nie etwas Neues ausprobiert wird.

Du musst aber die Sprache benutzen und immer wieder neue Satzkombinationen ausprobieren, um Deine Sprachkenntnis zu verbessern.

Die Lösung: Mach Dir bewusst, dass wenn Du keine Fehler machst, Du Dich auch nicht verbessern kannst. Zudem scheinen Fehler viel schlimmer zu sein als sie Dein Gesprächspartner wahrnimmt. Jemand der weiß, dass Du die Sprache lernst, wird sie Dir nicht übel nehmen.

Was auch sehr hilfreich ist, sind Sprachtandems. Bei einem Tandem übst Du die Fremdsprache und Dein Partner übt Deutsch. Dein Partner wird ebenfalls viele Fehler machen (suche Dir also am besten einen Partner, der ein ähnliches Sprachniveau auf Deutsch hat).

Fangt an Deutsch zu sprechen und Du wirst viel lockerer, wenn ihr die Sprache wechselt. Denn Du hast gesehen, dass Dein Partner ebenfalls Fehler macht und Schwierigkeiten hat.

Fehler in einer Fremdsprache reduzieren Tipps

Fehler zu machen gehört zum Leben und zum Lernen, nicht nur zum Sprachenlernen, dazu. Also mach Dir nicht zuviel Gedanken darüber, dass Du Fehler machen könntest, sondern versuche diese einfach zu verbessern. So lernst Du daraus und machst Fortschritte.

8. Ich spreche auf einmal schlechter als vorher

Das kann passieren, wenn Du längere Zeit die Sprache nicht benutzt. Es kann aber schon manchmal nach wenigen Wochen Pause auftreten. Ein möglicher Grund ist eine zunächst steile Lernkurve. Wenn Du also einige Zeit lang sehr viel die Sprache nutzt und Dich stetig verbesserst, kann nur einige Wochen aussetzen zu Buche schlagen.

Die Lösung: Sprich einfach weiter, Du wirst merken, Du kommst schnell in die Sprache wieder rein. 2-3 Gespräche über mehrere Tage verteilt, helfen Dir Deine alte Flüssigkeit wiederzuerlangen. Das hängt natürlich auch von der Länge der Pause ab.

Was Du ebenfalls versuchen solltest ist Immersion, das Eintauchen in die Sprache. Versuche Dich so viel wie möglich von der Sprache zu umgeben. Sie überall zu hören, zu lesen und zu sehen. Dann wirst Du in kürzester Zeit Deine alten Sprachkenntnisse wieder zurückerlangen.

9. Ich verwechsele verschiedene Fremdsprachen, die ich lerne

Das passiert, wenn Du zwei Sprachen kennst, die ähnlich sind, wie z. B. Spanisch und Französisch. Oft passiert es aber auch, wenn Du einen Tag intensiv eine Sprache lernst und dann auf einmal eine andere Sprache anfängst zu benutzen, die Du nicht perfekt beherrschst.

Dir fallen dann die ganze Zeit die Wörter aus der anderen Sprache ein und Du hast Schwierigkeiten, einen klaren Gedanken zu formulieren.

Die Lösung: Versuch an einem Tag, wo Du eine Sprache lernst, keine andere Sprache zu lernen oder zu sprechen, die Du nicht perfekt beherrschst. Wenn Du eine Nacht drüber schläfst, wirst Du in der Regel kein Problem haben in jede andere Sprache zu wechseln.

Manchmal hast Du trotzdem Anlaufschwierigkeiten. Etwa 5-10 Minuten Sprechen in der anderen Sprache sind aber ausreichend, um Dich von der alten Sprache zu lösen und wieder an die neue Sprache zu gewöhnen.

Das ist aber ebenfalls der Grund, wieso es nicht ratsam ist mehrere Sprachen gleichzeitig zu lernen. Vor allem nicht ähnliche Sprachen. Konzentriere Dich lieber auf eine Sprache und lerne sie, bis Du sie fließend sprechen kannst. Fange dann erst eine neue Sprache an.

Schau Dir hier mein Interview mit Luca Sadurny von Mosalingua zum Thema „Wie lernt man am besten ähnliche Sprachen“. Luca ist italienischer Muttersprachler und spricht alle 5 romanischen Hauptsprachen (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch) sowie Englisch fließend.

Fazit: Jeder hat irgendwann Probleme beim Sprachenlernen – für jedes von diesen gibt es aber eine Lösung

Das sind die Spitzenreiter der Probleme die auftreten, wenn Du eine Sprache lernst. Das Wichtigste, wie bei allem anderen auch, ist nicht aufzugeben und weiterzumachen. Du musst an Deine Fähigkeiten Probleme zu lösen glauben, egal wie schlimm sie Dir in diesem Moment erscheinen.

Dein Problem war nicht dabei? Nimm Kontakt mit mir auf und wir finden zusammen eine Lösung!

Sind diese Probleme auch mal bei Dir aufgetreten? Was für ein Problem tritt bei Dir am häufigsten beim Sprachenlernen auf? Gibt es noch weitere Probleme, die bei Dir auftreten, die hier nicht erwähnt wurden? Lass es mich und die anderen Leser in den Kommentaren wissen. Vielen Dank – Dein Gabriel Gelman.

Über den Autor

Gabriel Gelman ist Gründer von Sprachheld, Sprachenthusiast und nutzt gerne seine 6 Sprachen für Reisen und Kennenlernen neuer Leute. Er hilft Sprachlernern dabei schnell ihre Fremdsprache zu lernen.

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