Der Wordbeat Englisch-Vokabeltrainer im Test: Englische Vokabeln mit Musik lernen.

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Mit Wordbeat lernst Du Englisch-Vokabeln mit Spaß und Deinen Lieblingssongs.

Vokabeln lernen ist nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung. Noch weniger, falls man es gezwungernermaßen tun muss, weil der nächste Englisch-Vokabeltest vor der Tür steht.

Einer der Hauptgründe dafür, dass Vokabeln lernen keinen allzu großen Spaß macht, ist aber vor allem das Fehlen von unterhaltsamen Lernmethoden. Das dachte sich auch Marvin Scherschel, der Erfinder von Wordbeat, als er die Idee für seinen Audio-Vokabeltrainer hatte (also einen Vokabeltrainer, mit welchem man mit Audios/Musik lernen kann).

Die Geschichte von Wordbeat (ehemals Vofy)

Marvin war während seiner Schulzeit aufgefallen, dass er und die Mitschüler in seiner Klasse sich englische Vokabeln viel leichter in Kombination mit Musik und Songtexten merkten. Also wandte er sich mit seiner Idee an seinen damaligen Informatiklehrer Dr. Michael Didas.

Gemeinsam entwickelten die Beiden danach den ersten Vofy-Prototyp, welcher obwohl noch recht einfach hinsichtlich Funktionen und Anwendung, von der Öffentlichkeit nahezu begeistert aufgenommen wurde.

So wird “Vofy – The Voice Of Vocabulary” nicht nur

  • Landessieger bei Jugend forscht im Saarland 2012,
  • sondern gewinnt in weiterer Folge ebenso eine Goldmedaille auf der IENA (Internationale Messe für Ideen Erfindungen und Neuheiten)
  • und qualifiziert sich für die Intel ISEF in Phoenix in Arizona („Weltmeisterschaft“ für Nachwuchsforscher ).

Durch diese Erfolge zieht Vofy die Aufmerksamkeit von Investoren und damit Geldmittel auf sich, was nicht nur zur stetigen Weiterentwicklung des Vokabeltrainers führt, sondern schlussendlich ebenso zur Beteilung des bekannten Verlagshauses Langenscheidt und der Umbenennung in Wordbeat (April 2018).

Diese Geschichte und vor allem die Idee hinter Wordbeat – nämlich Sprachen lernen mit Musik – gefiel uns so gut, dass wir uns entschlossen haben den Englisch-Vokabeltrainer einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dazu haben wir nicht nur ein Interview mit seinem Erfinder Marvin Scherschel geführt, sondern Wordbeat  ebenso ausführlich getestet. Unsere Erfahrungen aus diesem Test kannst Du in diesem Beitrag nachlesen.

Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert der Wordbeat-Englisch-Vokabeltrainer?

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Zur Funktionsweise seines Vokabeltrainers hat Wordbeat zuerst einmal ein genauso aufschlussreiches wie kurzes Video erstellt, welches wir Dir an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten.

Wie bereits erwähnt ist Wordbeat (zumindest zur Zeit noch) ein reiner Englisch-Vokabeltrainer, sprich Du kannst mit diesem lediglich Englisch-Vokabeln lernen.

Nutzer erstellen

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Als ersten Schritt musst Du Dir natürlich zuerst einmal einen Nutzer anlegen. Dies kannst Du entweder dadurch, dass Du Dir die Wordbeat-App für Android oder iOS herunterlädst, oder Dich über die Webseite registrierst (dies geht auch ganz schnell über Dein Facebook- oder Google-Konto).

Wordbeat ist also über 2 verschiedene Apps, sowie online über den Browser, und damit so gut wie auf allen Endgeräten nutzbar.

Vokabellisten erstellen

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Zu 20.000 Englisch-Vokabeln findet Dir die Software passende Textstellen (in welchen das Wort vorkommt) in englischsprachigen Liedern auf YouTube. Dabei gibt es in der Regel zu jeder Vokabel mehrere Songs zur Auswahl. Du kannst auch Deine Lieblingsinterpreten auswählen, um bevorzugt Titel von diesen vorgeschlagen zu bekommen.

Anmerkung

Prinzipiell ist die Auswahl der Musiktitel eher chart-lastig. Solltest Du also einen etwas spezielleren Musikgeschmack haben, dann könntest Du Dir schwer tun, für Dich passende Lieder zum Vokabeln lernen zu finden.

Die Wörter, welche Du lernen möchtest, kannst Du entweder selbst eingeben oder aus bereits vorhandenen Listen auswählen. Beginnst Du mit der manuellen Eingabe, werden Dir Vorschläge zur Auto-Vervollständigung gemacht, sodass Du nicht immer das komplette Wort eintippen musst. Was natürlich recht hilfreich ist.

Bei den vorgefertigten Vokabellisten kannst Du zwischen denen von anderen Nutzern und den von WORDBEAT zu verschiedenen Themenbereichen (Urlaub, Sport, usw.)  kostenlos zur Verfügung gestellten auswählen. Du kannst aber auch Listen mit Deinen Freunden oder Mitschülern gemeinsam erstellen und nutzen.

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Die Vokabellisten (Vokabelkästen genannt) kannst Du entweder selbst erstellen, die von anderen Nutzern verwenden oder aber auch auf die von WORDBEAT zu verschiedenen Themenbereichen (Urlaub, Sport, usw.)  kostenlos zur Verfügung gestellten zurückgreifen.

Eine weitere Funktion ist das Wordbeat-Dictionary, mit welchem Du Dir mit Hilfe des Langenscheidt Online-Wörterbuchs jegliches deutsches Wort auf Englisch übersetzen und als Vokabelkarte anlegen lassen kannst. Je nachdem, wie speziell das Wort ist, wird dazu von dem Programm danach aber kein passendes Lied auf YouTube gefunden.

Vokabeln lernen

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Für das Lernen der englischen Vokabeln stehen Dir in weiterer Folge zwei Optionen offen.

  • Der individuelle Modus für gezieltes Wiederholen.
  • Der Power-Modus für schnelles und sicheres Einprägen.
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Die beiden möglichen Lernmodi des Wordbeat-Englisch-Vokabeltrainers: Der individuelle Modus und der Power-Modus.

a) Der individuelle Modus

Beim individuellen Modus kannst Du selbst entscheiden, welchen der 4 Schritte

  • Kennenlernen (Lernen),
  • Wiederholen,
  • Schreiben,
  • oder Prüfung

Du absolvieren möchtest.

Anmerkung

Du kannst die Abfragerichtung auch auf Englisch nach Deutsch umstellen, falls Du lieber zuerst das englische Wort sehen und die deutsche Übersetzung dazu angeben möchtest.
  • Beim Kennenlernen wird Dir zuerst der deutsche Begriff und danach die englische Übersetzung präsentiert.
  • Beim Wiederholen wird Dir wiederum zuerst das deutsche Wort angezeigt und Du musst ehrlich angeben, ob Du die englische Übersetzung gewusst hättest.
  • Beim Schreiben wird Dir wieder zuerst das deutsche Wort angezeigt und Du musst die passende englische Übersetzung eintippen.
  • Bei der Prüfung hast Du eine gewisse Zeit (zum Beispiel 10 Sekunden pro Vokabelkarte), um alle Vokabeln einer Box durchzuarbeiten. Die verfügbare Zeit ist einstellbar, die Antworten musst Du schreiben und das Ergebnis (richtig oder falsch) wird Dir erst am Ende des Vokabeltests angezeigt.
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Hier siehst Du die 4 Lernmodi des Wordbeat-Englisch-Vokabeltrainer, zwischen denen Du im individuellen Modus wählen kannst.

b) Der Power-Modus

Im Power-Modus wählst Du zuerst eine Vokabelbox aus, aus welcher Du dann alle Vokabeln der Reihe nach durchnimmst. Und zwar abwechselnd in den Modi Kennenlernen, Wiederholen, Schreiben.

Das heißt Du absolvierst diese drei Schritte für eine gewisse Anzahl von Vokabelkarten (in der Regel 5), dann für die nächsten 5 usw. solange bis Du die komplette Box durch hast.

Hinter dem Power-Modus steckt die Idee, dass Du immer nur eine begrenzte Anzahl an Vokabeln wirklich gleichzeitig lernen kannst (deshalb die Beschränkung auf 5 Stück). Mit Kennenlernen, Wiederholen und Schreiben soll gewährleistet werden, dass Du diese Vokabeln wirklich drauf hast, bevor neue dazu kommen.

Der Powermodus ist in der Regel schneller, als das individuelle Üben. In beiden Modi kannst Du aber natürlich die Englisch-Vokabeln, welche Du nicht gewusst hattest, im Kontext von einem Song auf YouTube anhören, um sie Dir leichter einzuprägen.

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Der Power-Modus ist schneller als das individuelle Üben – daher wahrscheinlich sein Name – weil Du die drei Schritte Kennenlernen, Wiederholen und Schreiben gleichzeitig durchführst.

Vokabeln mit den Lieblingsliedern lernen

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Wie funktioniert also das Lernen mit Musik beim Wordbeat-Englisch-Vokabeltrainer. Dafür gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten.

  1. Unbekannte Vokabeln mit YouTube-Liedern lernen: Wie bereits erwähnt kannst Du unbekannte englische Wörter entweder direkt mit einem passenden Song lernen. Oder Dir zu Vokabeln, welche Du beim Wiederholen nicht gewusst hattest, eine passende Passage aus einem Lied vorspielen lassen.
  2. Liedtexte übersetzen (nur für Premium-Nutzer): Hier kannst Du Dir innerhalb der Anwendung einen YouTube-Song anhören und bekommst dazu den Text angezeigt. Während Du das Lied anhörst und den Text mitliest (eine sehr effektive Methode zum Sprachen lernen), kannst Du Dir die Übersetzung zu Dir unbekannten englischen Wörtern anzeigen lassen.
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Mit dem Wordbeat-Audio-Vokabeltrainer kannst Du auch englische Lieder anhören, den Text mitlesen und Dir direkt die Übersetzung zu unbekannten Vokabeln anzeigen lassen (nur für Premium-Nutzer möglich).

Wie bereits erwähnt findet der Wordbeat-Vokabeltrainer zu 20.000 englischen Vokabeln passende Textstellen in verschiedenen YouTube-Songs. Die Auswahl ist hier sehr chart-lastig, Du kannst aber Deine Lieblingsinterpreten angeben, um diese etwas zu Deinen Gunsten zu beeinflussen.

Anmerkung

Auch, wenn es vielleicht verlockend sein sollte – Versuche wirklich nur die Vokabeln mit Liedern zu lernen, welche Du Dir schwer merkst, und nicht alle. Ansonsten brauchst Du zu viel Zeit und kommst nicht voran.

Was kostet der Wordbeat-Englisch-Vokabeltrainer?

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Prinzipiell ist der Englisch-Vokabelabfrager von Wordbeat auch komplett kostenlos nutzbar. In diesem Fall sind aber natürlich die Funktionen im Vergleich zu einem kostenpflichtigen Premium Account (nicht unwesentlich) eingeschränkt.

Für Lehrer ist die Premium-Mitgliedschaft allerdings kostenlos, genauso wie es für Schulklassen gesonderte Paketpreise gibt. Falls Du also noch zur Schule gehen solltest und gerne mit Deinen Mitschülern in der Klasse gemeinsam mit Wordbeat Vokabeln lernen möchtest, dann sprich doch einfach Deinen Englischlehrer darauf an.

Wenn dann die ganze Klasse mit Spaß (und damit mit mehr Erfolg) auf den nächsten Englisch-Vokabeltest lernt, dann kann das ja nur im Sinn von diesem sein.

Hier siehst Du eine Übersicht über die Preise des Wordbeat-Vokabeltrainers:

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Hier siehst Du die verschiedenen Preise des Audio-Vokabeltrainers von Wordbeat.

Vorteile und Nachteile des Wordbeat-Englisch-Vokabeltrainers

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Was sind also nun die Vorteile (und auch Nachteile) des Vokabellernens mit Wordbeat, welche sich in unserem Test herauskristallisiert haben.

Vorteile:

  • Innovative Methode: Du lernst mit Deinen Lieblingssongs und damit mit Spaß. Dadurch steigt Deine Motivation und Du musst Dich nicht mehr zum Lernen zwingen.
  • Besseres Einprägen durch Emotionen: Durch das Lernen mit Musik und vor allem Deinen Lieblingsliedern verbindest Du die Vokabeln mit einer positiven Emotion, was den Lernerfolg ebenfalls noch einmal verstärkt.
  • Lernen im Kontext: Du lernst englische Vokabeln nicht mehr isoliert in einer Vokabelliste, sondern im Zusammenhang mit einem Songtext.
  • Automatisches Wiederholen: Jedes Mal, wenn Du danach das Lied hörst, wiederholst Du damit automatisch auch die Vokabel.
  • Gleichzeitiges Lesen und Hören der Vokabeln: Dadurch lernst Du diese direkt mit der richtigen englischen Aussprache.
  • Zugriff auf die Listen anderer Nutzer: Schon mit einem kostenlosen Account hast Du freien Zugriff auf die Vokabellisten anderer Nutzer und kannst diese zum Lernen nutzen. Oder auch gemeinsam mit Freunden oder Mitschülern gemeinsam Listen erstellen und diese in Zusammenarbeit erweitern und ergänzen.

Nachteile:

  • Keine fixen Wiederholzyklen: Der Wordbeat-Vokabeltrainer gibt Dir keine fixen Abstände zur Wiederholung vor. Er erinnert Dich also nicht zum perfekten Zeitpunkt daran, dass Du Deine Vokabeln wiederholen solltest, so wie dies viele Vokabeltrainer machen, welche mit dem SRS-System (Spaced-Repetition Software) arbeiten.
  • Erfordert Selbstdisziplin: Die Verlockung ist groß (wahrscheinlich vor allem bei Jugendlichen) die YouTube-Funktion zu intensiv zu nutzen und damit mehr Musik zu hören als Vokabeln zu lernen.
  • Keine Sprachaufnahme möglich: Es gibt keine neutrale Audioaufnahme der englischen Vokabeln, sondern nur die Version des jeweiligen Sängers. Dadurch steht auch keine Möglichkeit zur Verfügung Deine Aussprache des Wortes aufzunehmen und mit dem Original zu vergleichen.

Hier kannst Du den Vergleich von Wordbeat mit weiteren bekannten Englisch-Vokabeltrainern nachlesen.

Fazit: Englisch-Vokabeln lernen mit dem Wordbeat-Audio-Vokabeltrainer

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Die Idee Vokabeln mit Musik bzw. seinen Lieblingsliedern (falls diese verfügbar sind) zu lernen ist sehr innovativ und vor allem auch sehr wirkungsvoll. Die Vorteile der Methode liegen auf der Hand und der Wordbeat-Vokabeltrainer kann vor allem für Leute, welche sich ansonsten nur schwer motivieren können, eine sinnvolle Alternative darstellen.

Schon die kostenlose Version ist prinzipiell ausreichend, die Investition in eine Premium-Mitgliedschaft empfiehlt sich aber. Fällt der Preis mit rund 6 Euro monatlich zudem moderat aus.

Der einzige Haken an dem Angebot ist, dass es etwas an Selbstdisziplin erfordert – einerseits um die richtigen Wiederholzyklen einzuhalten und andererseits um nicht mehr Musik zu hören als Vokabeln zu lernen.

Im Gesamten gesehen gefällt uns aber sowohl die Idee, als auch der Vokabeltrainer, sehr gut, sodass wir Wordbeat nur empfehlen können. Steht bei Dir also bald der nächste Englisch-Vokabeltest vor der Tür oder Du bist auf der Suche nach einem passenden Englisch-Vokabeltrainer, um Dein Englisch zu verbessern oder aufzufrischen, dann solltest Du Wordbeat auf jeden Fall einmal ausprobieren.

Ich persönlich vergebe für Wordbeat 4,5 von 5 möglichen Sternen: 

Hier geht es zum Wordbeat-Englisch-Vokabeltrainer

Und – was hältst Du von der Idee englische Vokabeln mit Musik zu lernen? Oder hast Du den Wordbeat-Audio-Vokabeltrainer eventuell schon selbst ausprobiert und kannst uns über Deine persönlichen Erfahrungen berichten? Oder kennst Du weitere effektive Methoden und Hilfsmittel um sich Englisch-Vokabeln einzuprägen? Dann hinterlasse uns doch gerne ein Kommentar – wir freuen uns über jede Nachricht!

Über den Autor

Jeremy-James Peter - Österreicher und Agrarwissenschaftler. Nachdem er eine Zeit lang in der Forschung tätig war, wollte er noch einmal etwas Neues erleben und ist ohne Plan, Rückflugticket und Spanischkenntnisse nach Südamerika aufgebrochen. Heute spricht er nicht nur Spanisch, sondern schreibt auch für Sprachheld.

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