ᐅ Englisch-Smalltalk und -Konversation: Richtig üben, sicher führen (für Anfänger bis zu Business-Englisch)!

Englisch-Smalltalk und -Konversation: Richtig üben, sicher führen (sowohl für Anfänger als auch Business-Englisch)

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In diesem Gastbeitrag des Englischlehrers Nick Vance teilt der US-Amerikaner seine besten Tipps und Empfehlungen, wie Sie besser und sicherer mit Smalltalk und Konversationen auf Englisch umgehen können.

Erhalten Sie hier: Eine umfangreiche Liste mit den wichtigsten Business-Englisch-Vokabeln, Phrasen und Redewendungen (inklusive Download als PDF oder Excel).

Seine Beispiele und Übungen sind speziell für deutsche Muttersprachler gedacht – Nick wohnt seit sechs Jahren in Deutschland und kennt sich deshalb mit der deutschen Kultur und deutschen Gebräuchen sowie den Unterschieden zu englischsprachigen Ländern bestens aus. In seinem Englisch-Einzelunterricht per Skype (mit Fokus auf Business-Englisch) kann er Ihnen außerdem persönlich dabei helfen, Unterhaltungen auf Englisch klarer und selbstsicherer zu führen.

Anmerkung: Nick hat diesen Beitrag übrigens komplett selbst auf Deutsch verfasst. Und das ist ihm sehr gut gelungen wie wir finden – Respekt.

Falls Sie ein bestimmtes Problem mit der Konversation auf Englisch haben, können Sie über das folgende Inhaltsverzeichnis direkt zum passenden Kapitel springen:

Konversation und Smalltalk auf Englisch

Für Deutsche sind Konversation und Smalltalk normalerweise die größten und letzten Hürden, die überwunden werden müssen, um Business Englisch zu beherrschen.

Es ergibt Sinn, dass viele Leute damit kämpfen frei auf Englisch zu sprechen:

  • In der Schule haben Sie sehr wenig Sprechen geübt, wenn überhaupt!
  • Sprechen ist nicht leicht! Sie müssen viele Dinge gleichzeitig machen, und es gibt keine Zeit, Wörter nachzuschlagen.
  • Die Regeln zum Smalltalk und zur lockeren Konversation sind nicht so eindeutig.

Ich habe keine Zeitmaschine und kann Ihnen deswegen nicht beim ersten Punkt helfen. Beim zweiten und dritten schon.

Nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie …

  • verstehen, wie Englisch-Muttersprachler die Frage „How are you?“ benutzen;
  • wissen, was Sie am Anfang eines geschäftlichen Telefonats auf Englisch fragen sollten;
  • Tipps erhalten haben, wie Sie ohne die richtigen Vokabeln trotzdem kommunizieren können;
  • erfahren, was der wichtigste Teil Ihres Englisch-Konversationstrainings ist;
  • und noch einiges mehr!

Themen für den Smalltalk auf Englisch

Je nach Situation gibt es unterschiedliche Themen, die sich am besten für Smalltalk eignen. Zum Beispiel ist das Wetter ein sehr gutes Thema, wenn Sie jemanden kurz im Gang treffen. Sie wollen aber wahrscheinlich nicht 30 Minuten bei einem Geschäftsessen darüber reden, es sei denn, Sie arbeiten als Meteorologe.

Hier beschreibe ich ein paar typische Situationen, in denen im englischsprachigen Raum Smalltalk erwartet wird, und welche Themen ich für die jeweilige Situation empfehle.

Vorbeilaufen: „Hi. How are you?“

Auf Deutsch sagen Sie sehr oft „Hallo“ oder „Guten Tag“, aber relativ selten „Wie geht es Ihnen?“. Ersteres ist eine Begrüßung, Letzteres eine echte Frage, auf die Sie eine ehrliche Antwort erwarten. Klar, oder?

Auf Englisch ist das aber nicht so klar. „How are you?“ ist eigentlich in vielen Situationen nur eine Begrüßung. Wenn Amerikaner und Briten es sagen, erwarten sie sehr oft keine ehrliche oder ausführliche Antwort. Egal, wie es jemandem geht, die Auswahl an akzeptablen Antworten ist auf „good“, „great“ und „fine“ begrenzt.

Wenn ich bei meiner ehemaligen Firma anderen Kollegen im Gang begegnete, lautete ein typisches Gespräch folgendermaßen:

„Hi Nick. How are you?“

„Good. How are you?“

„Good.“

Und dann liefen wir beide lächelnd weiter. Diese drei Zeilen bedeuten nur „Guten Tag“ und „Guten Tag“.

Mein Tipp: Wie unterscheidet man, ob „How are you?“ ernst gemeint oder nur eine Floskel ist?

Wenn Sie es als seltsam empfinden, dass eine Person in einer bestimmten Situation „Wie geht es Ihnen?“ fragt, wird es höchstwahrscheinlich nur als Begrüßung gemeint sein. Egal, wie es Ihnen geht, antworten Sie einfach mit „Good. How are you?“.

Themen für den Smalltalk beim Telefonat oder Skype-Call auf Englisch

Im deutschsprachigen Raum fängt ein Anruf oft so an:

„Vance.“

„Schönen guten Tag. Müller hier. Ich wollte fragen, ob Sie meine E-Mail bekommen haben. Wir müssen …“

Im englischsprachigen Raum wäre es eher:

„Hello. Nick Vance speaking.“

„Hi Nick. It’s Katja Müller. How are you?“

„Hi Katja. I’m doing well. We just moved offices yesterday, and I like my new desk.“
„That’s great!“

„Yeah, I’m excited. How are you?“

„I’m doing pretty good, too. I am calling to ask if you got my email. We need to…“

Natürlich ist die deutsche Version viel kürzer und effizienter. Für viele Leute aus den USA, Großbritannien und manchen anderen Ländern ist es aber wichtig, erst eine Verbindung zum Gesprächspartner aufzubauen und sich dabei wohlzufühlen, bevor sie zur Sache kommen. Gleich über etwas Wichtiges zu reden und den Smalltalk zu überspringen, wird als sehr unhöflich angesehen.

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Im englischsprachigen Raum oder mit einem englischsprachigen Gesprächspartner ist Smalltalk auch am Telefon wichtig, falls Sie nicht als unhöflich angesehen werden wollen.

Dieser Smalltalk muss und sollte nicht lange dauern – 20 Sekunden bis eine Minute. Ein typisches und angenehmes Muster ist:

  • Beide Personen sagen Hallo und ihre Namen.
  • Eine Person stellt die Frage „How are you?“.
  • Die andere antwortet positiv auf die Frage (z. B. „I’m good“ oder „I’m doing well“), gibt im Rahmen von ein bis drei Sätzen zusätzliche Informationen und erwidert „And how are you?“.
  • Die erste Person gibt eine positive Reaktion (z. B. „cool“ oder „nice“ oder „great“), antwortet auch positiv auf die Frage und fügt vielleicht ein bis drei Sätze an zusätzlichen Informationen an.
  • Jetzt erst sagt die erste Person, worum das Telefonat eigentlich geht.

Die Themen für so einen Smalltalk müssen nicht unbedingt megainteressant sein. Selbst Klischees sind keine schlechte Idee, wenn Ihnen nichts anderes einfällt. Dass etwas gesagt wird, ist viel wichtiger, als was gesagt wird. Gute Themen sind hier:

  • Neuigkeiten bei der Firma: Immer positiv! Sagen Sie nicht, dass neulich die Hälfte der Mitarbeiter gekündigt wurde!!!
  • Das Wetter: Nicht zu negativ – „It’s raining a bit here, but it should be better tomorrow.“
  • Etwas zur Jahreszeit: „I’m looking forward to Christmas“ oder „I’m happy that it’s almost summer!“

Mein Tipp – Ich kann mir nicht so schnell etwas ausdenken. Was kann ich tun?

Auf Ihrem Schreibtisch oder neben Ihrem Telefon schreiben Sie sich ein paar Sätze oder Ideen auf, über die Sie beim Smalltalk reden könnten. Bevor Sie jemanden anrufen oder ans Telefon gehen, lesen Sie einmal schnell darüber und wählen ein Thema aus.

(Achtung: Sie haben vielleicht gemerkt, dass bei der englischen Version Vornamen benutzt wurden. Im englischsprachigen Raum werden Vornamen in der Geschäftswelt öfter und schneller genutzt als in Deutschland.)

Themen beim persönlichen Geschäftstreffen auf Englisch

Wenn Sie jemanden persönlich treffen, verläuft das Gespräch ein bisschen anders als am Telefon. Genau wie im deutschsprachigen Raum begrüßen Sie sich, geben sich die Hand und stellen sich vor, falls nötig. Jetzt kommt der Smalltalk. Der Smalltalk bei einem Geschäftstreffen ist umfangreicher als am Telefon, da das Treffen länger dauert und Sie engeren Kontakt haben.

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Geschäftliche Treffen, bei denen ausschließlich auf Englisch gesprochen wird, stellen für viele immer noch eine große Herausforderung dar. Manchmal eine zu große. Doch das muss nicht sein – mit den Tipps und Übungen aus diesem Beitrag wird Ihnen Business-Englisch-Konversation gleich viel leichter fallen. Versprochen!

Die erste Möglichkeit für ein Thema ist Ihre Antwort auf die gängige Frage „How are you?“. Sie sollten sie positiv beantworten, ein oder zwei Sätze dazu sagen und die gleiche Frage stellen. Mögliche Themen sind:

  • die Anreise bzw. der Verkehr – „I’m good. There wasn’t very much traffic on the roads this morning, so it was an easy drive.“
  • das Wetter – „I’m really happy that the weather finally warmed up.“
  • Ihre Meinung zur Stadt – „Fine. I really like Copenhagen. It’s my first time here.“
  • Sportergebnisse – „Great! My favorite soccer team Borussia Dortmund won an important game last night.“
  • das Wochenende – „I’m good. Over the weekend I went hiking and we had amazing weather. “

Manche Themen wirken Ihnen vielleicht ein bisschen zu privat für das Berufsleben. Englisch-Muttersprachler sprechen generell schneller über solche Sachen als Deutsche. Sie müssen natürlich nicht über Themen reden, die Ihnen unangenehm sind. Wählen Sie stattdessen Themen wie Verkehr oder Wetter, die eher allgemein sind.

Nichtsdestoweniger gibt es ein paar Themen, die selbst für Englisch-Muttersprachler zu privat oder unangenehm sind. Das sollten Sie vermeiden:

  • Alles Negative – „I’m not doing well. My mother is quite sick.“
  • Gesundheit – „I’m doing great. I was suffering from some stomach problems the last months but now they are under control“
  • Politik – „I’m really happy that they finally formed a coalition.“

Mein Tipp – Was sage ich, wenn es mir schlecht geht?

Hier sind Sie in einer schwierigen Situation. In diesem Fall empfehle ich Ihnen, eher Fragen zu stellen als über sich selbst zu reden. Bevor Sie sich treffen, schreiben Sie ein paar mögliche Fragen auf, damit Sie sich nichts aus den Fingern saugen müssen.

Themen für Konversationen auf Englisch

Die eben genannten Beispiele sind sogar noch relativ leicht. Viel schwieriger wird es, wenn Sie längere Gespräche mit Kunden/Kollegen haben, z. B. auf Kongressen, beim Mittagessen oder bei Networking-Veranstaltungen. Das kann selbst für Muttersprachler eine Herausforderung sein.

Hilfreich ist, sich bereits vor der Konversation ein paar Gedanken darüber zu machen, welche Themen gut funktionieren könnten. Hier teile ich ein paar Themen mit Ihnen, die für meine Schüler und mich im geschäftlichen Kontext erfolgreich waren.

In Gegensatz zum Smalltalk muss man bei solchen längeren Konversationen nicht unbedingt immer positiv bleiben. Passen Sie aber bitte auf: Englisch-Muttersprachler sind tendenziell nicht so ehrlich oder direkt wie Deutsche. Laute und leidenschaftliche Debatten sind auch eher weniger gewollt.

Kulturelle Unterschiede

Zwischen allen Kulturen und Ländern gibt es viele Unterschiede. Darüber zu reden kann spannend, interessant und sogar aufschlussreich sein. Ein sehr gutes Thema für eine Konversation also.

Weihnachten zum Beispiel. Ich als Amerikaner feiere Weihnachten mit meiner Familie wahrscheinlich anders als Sie. In den USA öffnen wir die Geschenke von Santa Claus am 25. Dezember, und zwar am frühen Morgen, statt die Geschenke vom Christkind am Heiligen Abend zu bekommen. Es gibt auch keinen 2. Weihnachtsfeiertag in den USA. Solche Unterschiede existieren in fast jedem Lebensbereich.

Neben Feiertagen kann ich auch empfehlen, über Autofahren und Führerscheine, Sport, die Schule und Geschäftsöffnungszeiten zu sprechen. Diese Bereiche sind interessant, und es gibt zwischen Ländern viele Unterschiede, deswegen haben beide Parteien viel zu erzählen. Nichtsdestoweniger sind sie relativ sicheres Terrain.

Hier sind ein paar Möglichkeiten, um so ein Gespräch über kulturelle Unterschiede anzufangen:

  • Vermuten Sie etwas über das andere Land und fragen Sie, ob es stimmt: „I heard that you get your driver’s license at the age of 16 in the US. Is that true?“
  • Sagen Sie etwas über Deutschland und fragen Sie, wie es im Land Ihres Gegenübers ist: „In Germany you can get your driver’s license at age 18. How is it where you’re from?“

Wichtig dabei ist, immer respektvoll zu sein, eher Fragen zu stellen, als das Land Ihres Gegenübers zu bewerten, und die Kultur Ihres Landes als anders statt als besser zu beschreiben.

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Kulturelle Unterschiede sind immer ein gutes Gessprächsthema, sowohl für Small-Talk, als auch längere Unterhaltungen – nicht nur auf Englisch.

Mein Tipp – Was kann ich tun, wenn ich nicht über Privates reden will?

Wenn Sie eher Distanz halten und nicht im Geschäftsleben über private Sachen reden wollen, können Sie stattdessen generell über Weihnachten (oder was immer das Thema sein mag) in Deutschland reden, anstatt von den Traditionen Ihrer Familie oder von Ihren persönlichen Erfahrungen zu erzählen.

Weitere empfehlenswerte Themen

+ Reisen

Reisen ist ein Thema mit viel Potential und kann zu stundenlangen Gesprächen führen. Es steckt aber auch eine gewisse Gefahr darin.

Vergessen Sie nicht, dass Smalltalk im englischsprachigen Raum eher positiv orientiert ist. Deswegen ist es besser, über die positiven Dinge von Ihrem Urlaub zu erzählen und sich nicht über Preise oder andere Sachen zu beschweren. Vor allem sollten Sie vermeiden, negativ über die Menschen in anderen Ländern zu sprechen. Selbst Leute, die gar keinen Nationalstolz haben, gehen manchmal aus Versehen in diese Richtung.

+ Sport

Wenn Sie und Ihr Gegenüber sich beide für Sport interessieren, haben Sie den Sechser im Lotto gezogen. Sie können über Ihre Lieblingsmannschaft und die neusten Ergebnisse reden. Selbst wenn Sie sich für andere Sportarten interessieren, können Sie sich gegenseitig die Regeln des Sports, die Funktionsweise der Liga und die besten Mannschaften näherbringen. Zum Beispiel habe ich vielen Deutschen erzählt, wie Baseball und American Football funktionieren.

+ Fernsehprogramme und Filme

Fernsehprogramme und Filme sind auch sehr typische Smalltalk-Themen. Gut daran ist, dass sie nicht so privat sind. Perfekt für Leute, die mehr Distanz haben wollen. Sie können über etwas reden, das Sie beide gesehen haben, sowie nach Rezensionen oder Empfehlungen fragen. Wenn Sie nicht so viel reden wollen, ist die Frage nach Empfehlungen eine gute Taktik.

Themen, die besser vermieden werden sollten

Es gibt ein paar Smalltalk-Themen, die Sie vermeiden sollten, zumindest bis Sie jemanden besser kennen.

– Preise: Viele Deutsche reden gerne darüber, wie viel etwas kostet und was es kosten sollte. Leute aus anderen Ländern sprechen über dieses Thema nicht immer so gerne, daher empfehle ich Ihnen, über etwas anderes zu reden.

– Krankheiten: Ich war überrascht, wie oft mir in meinem ersten Jahr in Deutschland über Erkältungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Kreislaufprobleme erzählt wurde. Mehr als in meinen bisherigen 27 Lebensjahren. Vermeiden Sie es, über Krankheiten zu reden, es sei denn, Sie kennen jemanden sehr gut.

– Politik und Religion: Ich glaube, das ist selbstverständlich.

Bestimmte Probleme bei Englisch-Konversationen und -Smalltalk – und wie Sie diese überwinden

Es gibt ein paar typische Probleme, die bei einer Konversation auftauchen können – Sie haben nichts zu sagen, Sie haben nichts zu fragen, es fehlen Ihnen die Vokabeln usw. Zum Glück können Sie diese Probleme überwinden, solange Sie sie als Maulwurfshügel anstatt als Gebirge sehen (auf Englisch heißt das Sprichwort „aus einer Mücke einen Elefanten machen“ „to make a mountain out of a molehill“ – hier finden Sie übrigens noch eine Reihe weiterer englischer Sprichwörter, die sich auch gut zur Auflockerung von Unterhaltungen eignen).

Um dies zu schaffen, teile ich hier mit Ihnen ein paar Lösungen und Übungen, die Ihnen dabei helfen können. Sie können aber auch Ihre eigenen Techniken und Taktiken zur Verbesserung Ihrer Englisch-Konversationsfähigkeiten entwickeln. Wichtig ist nur, dass Sie aktiv daran arbeiten, dann lösen sich Ihre bisherigen Probleme und Schwierigkeiten mit großer Wahrscheinlichkeit sehr bald in Luft auf.

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Probleme mit Small-Talk und Konversation auf Englisch? Hier finden Sie ein paar Übungen und Tipps, um sich in Zukunft befreiter auf Englisch unterhalten zu können.

Problem 1 – Ich habe nichts zu sagen

Viele Leute denken, dass ihr Leben oder ihre Meinungen zu langweilig oder nicht interessant genug sind, um darüber zu reden. Bei Fragen wie „What did you do over the weekend?“ oder „How is the weather?“ sagt man einfach „Nothing special“ („Nichts besonders“) oder „Typical“ („Typisch“). Das sind „Conversation Killers“ („Gesprächskiller“) und sollten vermieden werden.

Lösung: Erklären, was für Sie typisch ist

Zum einen ist das, was für Sie typisch ist, vielleicht nicht so typisch für die andere Person. Was Sie jedes Wochenende machen, ist vielleicht sehr exotisch für Ihren Gesprächspartner. Zum anderen kann Ihre Antwort, selbst dann, wenn sie nicht superspannend ist, nichtsdestoweniger den Übergang zu einem interessanten Thema darstellen.

Wenn Sie zum Beispiel jedes Wochenende zu Ihrem Gartenhaus fahren, sollten Sie nicht nur „It was a typical weekend for me“ sagen, sondern auch „We went to our cottage and worked in the garden“. Die andere Person könnte dann Fragen zu den Themen Garten und Pflanzen stellen, und das Gespräch geht weiter.

Vielleicht hat sie sogar auch einen grünen Daumen, und schon haben Sie das perfekte Smalltalk-Thema gefunden. Wenn Sie nur „It was a typical weekend for me“ sagen, machen Sie das Gespräch für Ihr Gegenüber nicht leicht.

Ich empfehle Ihnen nur dann „Nothing special“ oder „Typical“ zu sagen, wenn Sie nicht über das Thema oder generell mit dieser Person reden wollen. Dafür ist es die perfekte Taktik und deswegen sehr schlecht, wenn Sie eigentlich ein Gespräch führen wollen.

Übung: Schreiben Sie auf, was typisch für Sie ist.

Suchen Sie sich einen Bereich aus und schreiben Sie auf, was typisch für Sie ist. Gehen Sie davon aus, dass die Leser keine Ahnung von Ihrer Kultur sowie Ihrem Leben haben. Versuchen Sie, mindestens zehn Sätze zu schreiben!

Hier sind ein paar gute Bereiche:

  • What do you do on the weekend?
  • What do you do after work?
  • How do you celebrate Christmas?
  • How did you celebrate your last birthday?
  • How do you get to work?

Problem 2 – Meine Unterhaltungen sind zu kurz

Passiert es Ihnen oft, dass Ihre Konversationen (und das nicht nur auf Englisch) nach ein paar Minuten einschlafen und Ihnen sowie Ihrem Gegenüber nichts mehr einfällt, was Sie sagen könnten? Vielleicht gibt es wirklich keine passenden Themen, über die Sie beide reden könnten oder wollten. Es kann aber auch der Fall sein, dass Sie diese Themen einfach noch nicht gefunden haben.

In jedem Satz, den Sie sagen, stecken mehrere mögliche Fragen, Kommentare und Ideen. Je mehr Sie sagen, desto mehr Auswahl hat Ihr Gegenüber. Deswegen empfehle ich meine „Antwort + 1“-Methode für Leute, die oft nur kurze Antworten geben.

Lösung – Die „Antwort + 1“-Methode

Diese Methode besteht darin, immer die gestellte Frage zu beantworten und mindestens einen Satz mit zusätzlichen Informationen nachzuschicken. Diese Methode ist vor allem gut für Leute, die Angst haben, die andere Person zu langweilen oder als eine Labertasche angesehen zu werden. Aber einen zusätzlichen Satz zu sagen, ist nie zu viel.

Hier ist beispielsweise eine Frage, die ich sehr oft höre: Where in the US are you from? („Wo in den USA kommen Sie her?“)

Prinzipiell kann ich diese mit einem Wort beantworten: Kentucky. Das ist aber nicht so interessant, und mein Gegenüber muss sich andere Fragen ausdenken, um weitere Details über mich zu erfahren. Wenn ich nur „Kentucky“ sage, habe ich nichts Falsches gemacht, aber auch nichts Gutes. Ich helfe der Unterhaltung nicht wirklich auf die Sprünge.

Stattdessen könnte ich aber auch sagen:

  • „Kentucky. But I also lived in North Carolina, Washington D.C., California, and Oregon.“ Mein Gegenüber hat fünf Orte, nach denen er fragen oder zu denen er etwas sagen kann.
  • „Kentucky. I moved away when I was 18 to study in North Carolina.“ Fragen oder Kommentare sind zu Kentucky, North Carolina, zum Ausziehen oder zum Studium möglich.
  • „Kentucky. A big city called Louisville.“ Kommentare zu Kentucky, Louisville oder zu Städten im Allgemeinen sind möglich.

Übung – Schreiben Sie ergänzende Sätze zu Antworten auf typische Fragen auf.

Hier ist eine Liste von typischen Smalltalk-Fragen. Schreiben Sie für jede Frage Ihre Antwort und drei ergänzende Sätze auf. Wenn es Ihnen schwerfällt, denken Sie an die Fragewörter: Who? What? When? Where? Why? How? Nachdem Sie sich Ihre Notizen gemacht haben, schauen Sie mal, wie viele mögliche Smalltalk-Themen sich darin verbergen:

  • Where are you from?
  • What do you do?
  • Where do you work?
  • What did you do last weekend?
  • What are your plans this weekend?

Problem 3 – Was kann ich fragen?

Sie sollten nicht die ganze Zeit nur über sich selbst reden. Das ist unhöflich. Manchmal passiert es von alleine, dass Ihr Gegenüber viel redet. Falls dem nicht so sein sollte, müssen Sie Fragen stellen.

Mit folgender Übung können Sie trainieren, interessante Fragen zu stellen.

Übung – Fünf Fragen

Nehmen Sie sich einfach einen Satz, den einmal jemand zu Ihnen gesagt hat. Zum Beispiel: I moved to Germany 6 years ago.

Dann schreiben Sie mindestens fünf Fragen zu diesem Satz auf. Versuchen Sie zuerst, das einfach so zu machen. Wenn es Ihnen nicht gelingt, dann schauen Sie auf diese Liste von Fragewörtern: Who? What? When? Where? Why? How? How much? How many? How long? How hard?

Hier sind ein paar Beispielfragen zum angegebenen Satz:

  • Why did you move to Germany?
  • Where did you move from?
  • Who did you know in Germany before you moved here?
  • What do you miss the most from your home country?
  • When did you last visit your home country?
  • How long do you plan to stay in Berlin?

Machen Sie das Gleiche mit einem, zwei oder drei anderen Sätzen.

Wenn Sie diese Übung einige Male durchgeführt haben, werden Sie merken, dass Ihnen neue Fragen schneller einfallen. Zusätzlich werden die Fragen interessanter.

Problem 4 – Es fehlen mir die Vokabeln

Egal, wie gut Ihr Englisch ist, es wird immer wieder einmal passieren, dass Sie ein bestimmtes Wort sagen wollen, es aber nicht kennen. Vielleicht kannten Sie es auch einmal, aber irgendwie fällt es Ihnen einfach nicht ein. Was machen Sie dann?

Lösung: das Wort beschreiben

Erst einmal ist es wichtig anzumerken, dass es nichts über Ihr Englisch aussagt. Das Gleiche passiert Ihnen wahrscheinlich auch auf Deutsch. Ich vermute das, da es mir selbst auf Englisch passiert. Ich kenne mich in manchen Bereichen nicht so gut aus (mit Essen und Pflanzen zum Beispiel), und ab und zu habe ich zu irgendeinem Wort einfach eine Blockade. Das ist normal.

Wenn es passiert, versuchen Sie, ein anderes Wort zu benutzen oder den Begriff mit anderen Wörtern oder Gesten zu beschreiben. Versuchen Sie es einfach so lange, bis die andere Person Sie versteht.

Übung: Schlagwort oder Tabu spielen

Hier können Sie Spaß mit Freunden und Ihrer Familie haben, während Sie Ihre Konversationsfähigkeiten verbessern.

Bei den Spielen „Schlagwort“ (auf Englisch: Catch Phrase) und „Tabu“ (Taboo) müssen Sie ein Wort oder eine Phrase beschreiben, während Ihre Teammitglieder das Gesuchte erraten müssen. Egal, ob Sie auf Englisch oder auf Deutsch spielen, es trainiert Ihre Fähigkeit, schnell Wörter zu umschreiben.

Hier sind Links zu den Spielen:

Eine weitere Methode, um sich rasch Vokabeln zu merken sind Eselsbrücken. Hier finden Sie unsere bisherige Sammlung an Eselsbrücken für die Sprachkombination Deutsch-Englisch.

Echte Konversationen auf Englisch: Learning by Doing

Ganz gleich, wie viel Sie üben und wie viel Sie darüber lesen, irgendwann müssen Sie das Gelernte umsetzen. Sie müssen einfach reden! Das ist der wichtigste Teil Ihres Trainings.

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Um Unterhaltungen auf Englisch zu üben, gibt es am Ende keinen anderen oder keinen besseren Weg, als genau das zu tun – Sprechen.

Am besten ist ein Teil Ihrer Konversationen mit Feedback verbunden, damit Sie wissen, was Sie richtig machen und woran Sie noch arbeiten müssen. Auch wichtig ist, dass dieses Üben regelmäßig passiert.

Eine typische Frage, die mir oft gestellt wird, lautet: Mit wem kann ich üben Englisch zu sprechen? Hier sind ein paar Möglichkeiten, wie Sie Englisch-Konversationen üben können, sowie die jeweiligen Vorteile und Nachteile:

Mit Freunden oder der Familie

Egal, ob Sie Englisch, Deutsch oder eine andere Sprache als Muttersprache haben und wie gut Ihr Englisch ist: Fragen Sie Ihre Freunde oder Familie, ob sie mit Ihnen ab und zu auf Englisch sprechen wollen. Zum Beispiel könnten Sie mit Ihrer Familie immer montags beim Abendbrot ein „English Dinner“ haben, bei dem Sie alle nur auf Englisch reden.

Vorteile:

  • Kostenlos.
  • Mit Leuten, die Sie schon kennen und (hoffentlich) mögen.
  • Kann leicht regelmäßig durchgeführt werden.

Nachteile:

  • Es mag schwierig sein, die anderen Leute zu überreden, mitzumachen.
  • Feedback, falls Sie es überhaupt kriegen, ist nicht unbedingt zuverlässig.

Konversationskurs

Sie können vor Ort oder online einen Englisch-Sprachkurs mit Schwerpunkt Konversation belegen. Eine kleine Gruppe redet über ausgewählte Themen und wird dabei von einem Lehrer angeleitet.

Vorteile:

  • Sie reden mit verschiedenen Leuten und lernen sie kennen.
  • Relativ günstig.

Nachteile:

  • Der Termin passt Ihnen unter Umständen nicht immer.
  • Sie bekommen manchmal nur geringes Feedback.
  • Den überwiegenden Teil der Zeit hören Sie nur zu.

Einzelunterricht

Sie können vor Ort oder online an Einzelunterricht mit Fokus auf Konversation teilnehmen. Ich mache das seit Jahren per Skype und sehe, wie schnell man dadurch Fortschritte erzielen kann. Wenn Sie solchen Englisch-Einzelunterricht per Skype mit mir einmal testen wollen, biete ich Ihnen gerne eine kostenlose Probestunde an.

Vorteile:

  • Der Unterricht findet um eine für Sie passende Uhrzeit statt.
  • Sie reden über für Sie interessante Themen.
  • Sie bekommen persönliches Feedback von einem Fachmann.
  • Sie sprechen fast die ganze Zeit.

Nachteile:

  • Es kostet Geld.
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Tadelloses Englisch ist heutzutage nicht nur im Beruf als das berühmte „verhandlungssichere Englisch“ unentbehrlich. Genauso ist es, ob man will oder nicht, die Weltsprache Nummer 1 und dient zur Kommunikation auf Reisen genauso wie schon in der eigenen Heimatstadt. 

Fazit: Stellen Sie einen Plan auf, falls Sie wirklich etwas ändern wollen.

Wenn Sie schon seit Jahren Englisch lernen und immer noch Probleme bei Konversationen und Smalltalk haben, ist es höchste Zeit, etwas anders zu machen. Ihr bisherigen Lernmethoden waren vielleicht gut für das Beherrschen von Schriftsprache und Grammatik, aber nicht für Konversation und Smalltalk auf Englisch geeignet.

Ich empfehle Ihnen, sehr gezielt zu lernen. Denken Sie kurz darüber nach, was Ihre zwei oder drei größten Probleme beim Sprechen sind. Schreiben Sie diese irgendwo auf. Zu jedem dieser Probleme notieren Sie nun ein oder zwei Lösungswege. Seien Sie sehr konkret!

Zum Beispiel:

  • Problem 1 – Es fällt mir schwer, die Frage „How was your weekend?“ im Büro zu beantworten. Ich habe nie etwas zu sagen. Lösung – Ich werden jeden Montagmorgen, während ich in der Bahn sitze, mindestens zehn Sätze über mein Wochenende aufschreiben.
  • Problem 2 – Ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich am Telefon sage, richtig oder falsch ist. Lösung – Ich werde ein Heft auf meinem Schreibtisch lassen und bestimmte Äußerungen aufschreiben. Einmal im Monat werde ich an Einzelunterricht teilnehmen, wo ich diese Fragen stelle und Feedback bekomme.

Hier finden Sie: Den Gastbeitrag des Mosalingua-Gründers Luca Sadurny mit 5 weiteren Tipps, um Ihr Englisch zu verbessern.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie ein bestimmtes Problem überwinden können, hinterlassen  Sie mir einen Kommentar oder kontaktieren Sie mich per E-Mail an NickMVance@gmail.com. Ich helfe Ihnen gerne jederzeit mit ein paar Ideen, Tipps und Übungen für Konversation und Smalltalk auf Englisch weiter.

Über den Autor

Nick Vance ist US-Amerikaner, lebt aber seit 6 Jahren in Berlin. In seinem Skype-Einzelunterricht hilft er Leuten, die unsicher sind, wenn sie bei der Arbeit auf Englisch reden müssen. Diese lernen in den gemeinsamen Unterrichtseinheiten, klar und selbstsicher zu kommunizieren.

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