Was kann Duolingo: Die Wahrheit über die bekannte Sprachenlern-App in unserem Test (2018)

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Kann man mit Duolingo eine neue Sprache wie Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Russisch oder auch Deutsch lernen? Eine Frage, die Dir wahrscheinlich nicht nur Du stellst, sondern genauso eine ganze Reihe weiterer potentieller Sprachlerner.

In diesem Beitrag erhältst Du ausgehend von meinen persönlichen Erfahrungen eine Antwort auf Deine Frage. Dafür habe ich Duolingo zuerst einem ausgiebigen Test unterzogen, um anschließend eine möglichst fundierte Bewertung abgeben zu können. Das Ergebnis von meinem Duolingo-Test findest Du in diesem Beitrag.

Finde hier: Die besten Sprachtools – Welches Online-Wörterbuch ist der beste digitale Übersetzer?

Inhaltsverzeichnis: Durch das Anklicken von einem Unterpunkt kannst Du auch direkt zu einem für Dich interessanten Kapitel springen.

  1. Einleitung – Was ist Duolingo?
  2. Wie funktioniert Duolingo?
  3. Was kostet Duolingo und wie wird Duolingo finanziert?
  4. Welche Sprachen bietet Duolingo? Kann man mit Duolingo auch 2 oder mehr Sprachen gleichzeitig lernen?
  5. Der Duolingo-Test – Was bringt Duolingo?
  6. Fazit – Meine persönliche Duolingo-Bewertung.
  7. Babbel vs Duolingo – was ist besser?

Einleitung – Was ist Duolingo?

Zu Beginn will ich mich kurz der Geschichte von Duolingo und dem Konzept der Sprachenlern-App widmen. Gegründet oder erfunden wurde es im Jahr 2012, also vor nicht einmal 6 Jahren, von zwei nicht unbekannten Größen der Digitalwelt, nämlich Luis von Ahn (gebürtiger Guatemalteke) und Severin Hacker (gebürtiger Schweizer) an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh.

Aufgrund der Einfachheit des Prinzips, und wahrscheinlich auch aufgrund der schon vorherigen Bekanntheit eines der beiden Gründer (Luis von Ahn gilt doch unter anderem als der Erfinder des Captcha und verkaufte seine Firma reCAPTCHA an Google), setzte die App unverzüglich zum Steilflug an. So wird der Wert von Duolingo heute mit 700 Millionen Dollar beziffert, die Nutzerzahlen sollen sich um die 200 Millionen Nutzer weltweit bewegen.

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Die Duolingo-Startoberfläche. Hier werden Dir alle wichtigen Informationen zu Deinem Account und Deinem aktuellen Lernfortschritt angezeigt.

Doch sprechen nun wirklich 200 Millionen Menschen weltweit aufgrund des Online-Sprachkurses eine neue Sprache? Oder sogar mehrere, da es ja nicht wenige Nutzer gibt, die schon in mehreren bis vielen Fremdsprachen bis auf das höchste Level 25 aufgestiegen sind? Oder wie erklärt sich der enorme Erfolg der Applikation ansonsten?

Um diese Frage zu klären sehen wir uns am Besten zuerst einmal die Funktionsweise von Duolingo an, um uns der Antwort auf die Frage was Duolingo wirklich bringt ein Stück weiter zu nähern.

Wie funktioniert Duolingo?

Zu Beginn musst Du Dir zwingend ein Duolingo-Profil erstellen, denn ohne dieses ist die Nutzung der Online-Sprachkurse nicht möglich. Die Erstellung von Deinem Profil ist jedoch auf jeden Fall kostenlos und in einigen Augenblicken erledigt. Danach kannst Du auch schon loslegen.

Alle Duolingo-Sprachkurse sind ähnlich aufgebaut. Beginnend von Level 1 musst Du Dich durch verschiedene Lerneinheiten (Fähigkeiten genannt) arbeiten, um Level für Level aufzusteigen und schließlich irgendwann das höchste Level 25 zu erreichen. Diese Level entsprechen aber nicht irgendwelchen Sprachniveaus, sondern stellen lediglich Deinen Fortschritt innerhalb der Lernapplikation dar.

 

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Hier siehst Du anhand des Beispiels Spanisch den grundsätzlichen Aufbau von Duolingo. Ein sogenannter Baum aus „Fähigkeiten“, welchen Du Lektion für Lektion und Fähigkeit für Fähigkeit hochklettern musst.

Eine Lerneinheit oder Fähigkeit ist dabei immer einem bestimmten Thema gewidmet. Das können einerseits allgemeine Themen wie Essen, Kleidung oder Fragen sein. Doch genauso spezielle wie bestimmte Gruppen von Verben, Zeitformen, Pronomen, Konjunktive oder Adjektive.

Innerhalb einer Einheit gibt es dann wiederum mehrere Lektionen (in der Regel zwischen 2 und 5), welche Du alle abschließen musst, um die Fähigkeit abzuschließen und mit der nächsten fortzufahren.

Innerhalb jeder Lektion übst Du eine bestimmte Anzahl an Wörtern, Phrasen und Ausdrücken mit Hilfe von verschiedenen Arten von Übungen. Du musst

  • hören (und teilweise nachsprechen),
  • schreiben,
  • lesen
  • und Mulitple-Choice-Fragen beantworten.

Im Gesamten beträgt der Duolingo-Wortschatz pro Sprache rund 2000 Wörter. Alle diese Tätigkeiten auch immer in beiden Richtungen, das heißt sowohl von Deiner Ausgangssprache in Deine Zielsprache (also zum Beispiel von Deutsch nach Englisch) als auch umgekehrt (von Englisch nach Deutsch).

Und natürlich kannst Du auch das Mikrofon und den Ton bei den Übungen abschalten. Falls Du zum Beispiel gerade in der U-Bahn oder im Wartezimmer vom Zahnarzt sitzen solltest und nicht möchtest, dass Deine komplette Umgebung mitbekommt, dass Du gerade Level 12 in Italienisch  abgeschlossen hast. Vielleicht solltest Du in so einer Situation sogar den Ton abschalten, um nicht übermäßig unhöflich zu wirken.

Für abgeschlossene Lektionen und Fähigkeiten erhältst Du eine gewisse Anzahl an Erfahrungspunkten (sogenannte „experience point“ oder XP). Die Anzahl der erhaltenen XP, sowie die Anzahl der erlaubten Fehler pro Lektion, unterscheiden sich einerseits zwischen den verschiedenen Übungsformen (normal, stärken, auf Zeit, freispielen), andererseits zwischen den verschiedenen Plattformen.

  • Duolingo-Desktop: 10 XP pro Lektion (normal) und unbegrenzte Fehlermöglichkeiten. Begehst Du einen Fehler geht lediglich der Fortschrittsbalken etwas zurück.
  • Duolingo-App für iOS oder Android: Ebenfalls 10 XP (normal), aber lediglich 5 erlaubte Fehler.
  • Duolingo-App für Windows Mobile: 3 Leben pro Lektion, bei dem vierten Fehler musst Du die Lektion wiederholen. Diese Variante existiert in der Desktop-Version auch noch für die Variante „Freispielen“ wie mir bei meinem Test aufgefallen ist. Bei dieser kannst Du anstatt aller Lektionen einer Einheit einfach diese „Challenge“ absolvieren, um die Einheit abzuschließen.

Je nachdem, wie motiviert Du bist, kannst Du Dir ein Tageslimit an verdienten Erfahrungspunkten festlegen. Das Minimum ist dabei ein XP, das Maximum sind 30. Wenn man bedenkt, dass man zum Absolvieren einer Lektion bei Duolingo circa 5 Minuten benötigt, dann ist meiner Meinung nach eine gute Einstellung 30 XP. Damit ergäben sich rein rechnerisch 15 Minuten Tagesaufwand.

Falls Du dieses selbst festgelegte „Limit“ erreichst, dann beginnt sich ein sogenannter „Streak“ aufzubauen. Nach dem ersten Tag hat dieser die Dauer 1. Mit jedem weiteren Tag, an welchem Du (ohne einen Tag zu pausieren) Dein Tagesziel erreichst, verlängert er sich um 1. Das heißt nach 30 Tagen ununterbrochenem Üben würde dein Streak 30 Tage betragen.

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Lingots sind die virtuelle Duolingo-Währung, welche Du Dir durch fleißiges und regelmäßiges Üben verdienen kannst. Danach kannst Du diese für kleine Zusatzspiele oder für Interaktionen in der Community ausgeben.

Durch das Ausbauen Deines Streaks, sowie für das Abschließen von Fähigkeiten und Erreichen von einem neuen Level verdienst Du außerdem sogenannte Lingots. Lingots sind die virtuelle Duolingo-Währung, mit welcher Du in weiterer Folge bestimmte Extras erwerben oder auch Kommentare im Forum hochbewerten kannst. Umso mehr Lingots ein Kommentar bekommt, umso wahrscheinlicher ist es, dass es die Aufmerksamkeit der Duolingo-Mitarbeiter erregt und berücksichtigt wird.

Das Forum ist allen Nutzern zugänglich und dient nicht nur dem Austausch unter diesen, sondern ebenso mit dem Entwicklerteam. Wie Du siehst hat die Sprachenlern-App nicht wenig zu bieten und Du wirst Dich deshalb eventuell gerade fragen:

Was kostet Duolingo und wie wird Duolingo finanziert?

Prinzipiell sind die Duolingo-Sprachkurse umsonst. Natürlich ist die Entwicklung eines solchen Programms aber alles andere als kostenlos, weshalb sich selbstverständlich die Frage stellt wie Duolingo denn nun Geld verdient?

Nun wie bereits eingangs erwähnt war einer der Gründer, Luis von Ahn, schon als sehr junger Student sehr erfolgreich als Entwickler und Programmierer tätig und verkaufte nicht weniger als zwei komplette Unternehmen an den Google-Konzern. Doch anstatt sich auf den Lorbeeren (oder besser Geldscheinen) auszuruhen, investierte er lieber einen Teil seines Vermögens in das nächste Projekt – Duolingo.

Zusätzlich war das Vertrauen in den jungen Mann von Anfang an so groß, dass Duolingo nicht unwesentliche Summen von Investoren übertragen bekam, unter anderem von Timothy Ferris und Ashton Kutcher oder wiederum Google. Und schließlich erscheinen in der Anwendung selbst inzwischen mehr oder weniger unauffällige Werbeeinblendungen, welche bei der schieren Anzahl an Nutzern sicherlich nicht unerhebliche Summen in die Unternehmenskasse spülen.

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Seit einer gewissen Zeit erscheinen bei Duolingo an verschiedenen Stellen der Benutzeroberfläche zielgruppengerechte Werbeeinblendungen. Wie bei mir zum Beispiel als spanischsprachiger Großinvestor.

Von dieser Werbung kannst Du Dich aber problemlos mit einer monatlichen Gebühr loskaufen, welche je nach Laufzeit zwischen 10 (1 Monat Vertragslaufzeit) und 7 Dollar (12 Monate) schwankt. Nicht ganz günstig, für das was im Endeffekt geboten wird, würde ich zumindest meinen.

Denn damit kaufst Du Dich im Endeffekt nur von Werbung frei, kannst Lektionen auf Dein Handy herunterladen (Duolingo offline nutzen) und unterstützt das Projekt. Immerhin ist das Unternehmen hier ehrlich, das kann man nicht bestreiten.

Duolingo offline zu nutzen ist ansonsten nur in begrenzten Ausmaß und nur über die App, nicht aber über die Desktop-Version, möglich. Im Endeffekt handelt es sich dabei um einen Puffer, falls Du während der Verwendung die Internetverbindung verlieren solltest.

Dieser sorgt dafür, dass Du zumindest die schon freigeschaltenen aber noch nicht abgeschlossenen Fähigkeiten weiter üben kannst. Bereits abgeschlossene Fähigkeiten zu wiederholen ist genauso wenig möglich wie neue Fähigkeiten freizuschalten.

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Hier siehst Du die derzeit gültigen Duolingo-Preise (Januar 2018) für die verschiedenen Formen des monatlichen Abonnements.

Und last but not least arbeiten an Duolingo noch eine ganze Reihe Freiwilliger rund um den Globus mit. Diese übersetzen von Unternehmensseite vorgegebene Wörter, Sätze und Phrasen für die verschiedenen Sprachkurse.

Damit treiben sie nicht nur kostenlos den Ausbau des Angebots voran, sondern erwirtschaften nebenbei noch einen Gewinn, da diese Übersetzungen durchwegs von zahlenden Kunden wie etwa CNN und Buzzfeed genutzt werden. Ein Umstand, welcher eventuell auch nicht allen freiwilligen Helfern bewusst sein dürfte.

Welche Sprachen kann man mit Duolingo lernen?

Das hängt in erster Linie einmal stark von Deiner Ausgangs- oder Muttersprache ab, da die Erstellung neuer Kurse wie bereits erwähnt im Wesentlichen Freiwilligenteams von Nutzern aus aller Welt obliegt.

Diese müssen einerseits fließend in beiden Sprachen des Kurses sein, an dessen Gestaltung sie mitwirken wollen, andererseits darfst Du in der Regel nur in Deine Muttersprache übersetzen. Das heißt, falls Du deutscher Muttersprachler bist und zusätzlich fließend Russisch sprichst, dann dürftest Du für Duolingo Übersetzungen von Russisch nach Deutsch vornehmen.

So gibt es folglich für Englisch schon eine sehr breite Kombination an Sprachen – nicht weil die Britten oder US-Amerikaner so sprachbegabt wären, sondern ganz einfach weil Menschen in aller Welt Englisch sprechen. Wohingegen die Auswahlmöglichkeiten für Sprachen wie zum Beispiel Ungarisch oder Hindu schon weitaus geringer ausfallen. Für Deutschsprachige (oder auf Deutsch) stehen derzeit Spanisch, Englisch und Französisch zu Verfügung.

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Für Deutsch gibt es bei Duolingo derzeit folgende drei Sprachen: Englisch, Spanisch und Französisch.

Natürlich kannst Du, falls Du bereits Englisch sprechen solltest, auch übers Eck lernen. Das heißt eine Kombination aus Englisch und einer Sprache wählen, welche Du gerne üben würdest, die aber in Kombination mit Deutsch nicht verfügbar ist.

Genauso kannst Du mit Duolingo zwei (oder mehr) Sprachen gleichzeitig lernen. Du musst dazu nur im Menü jeweils die Zielsprache ändern und schon wechselt der Baum mit den Einheiten und Fortschritten auf diese. Was Du dabei bedenken solltest ist, dass Du dann auch den doppelten Zeitaufwand einrechnen musst. Also statt zum Beispiel 15 dann eben 30 Minuten täglich.

Der Duolingo-Test – Was bringt Duolingo?

Ich persönlich habe Duolingo zum Spanisch lernen ausprobiert und ausgehend von meinen Erfahrungen möchte ich Dir nun folgende Frage beantworten: Ist Duolingo zu leicht oder kann man mit der App ernsthaft Sprachen lernen?

Duolingo ist prinzipiell sehr unterhaltsam und der große Erfolg seiner Sprachkurse ist aufgrund folgender Faktoren leicht zu erklären.

  • Kostenlose Nutzung.
  • Spielerische Art des Lernens mit stetigem Fortschritt und kleinen Erfolgserlebnissen. Du sammelst Erfahrungspunkte, steigst Level auf, sammelst Lingots und kannst diese in kleinen Zusatzspielen wieder riskieren, Dein Streak verlängert sich und möchte aufrechterhalten werden. All diese Faktoren sorgen dafür, dass Du am Ball bleibst.
  • Community: Jeder Nutzer kann aktiv an der Gemeinschaft bis hin zu der Mitarbeit an neuen Kursen teilnehmen. Das Forum ist sehr aktiv, es herrscht ein reger Austausch nicht nur zwischen den Lernenden, sondern genauso mit dem Entwicklerteam. Des Weiteren kannst Du in sozialen Medien wie Facebook sehen, welche Deiner Freunde genauso mit Duolingo Sprachen üben und mit diesen in „Wettbewerb“ treten. Ein weiterer wichtiger Faktor, damit Du die Motivation nicht verlierst.
  • Ständige Weiterentwicklung: Das Kursangebot wird genauso ständig erweitert und aktualisiert, wie das Programm selbst. Dabei können die Nutzer durch den stetigen Austausch mit dem Team bis zu einem gewissen Grad mitbestimmen in welche Richtung die Entwicklung vorangetrieben wird.

So weit, so gut – doch reichen diese gesammelten Faktoren wirklich aus, um eine Sprache fließend sprechen zu lernen? Ich kann aufgrund meiner Erfahrungen mit Duolingo nur sagen – nein, natürlich nicht. Denn dazu reicht es nun einmal nicht aus täglich ein paar Minuten im Endeffekt recht monotone Übungen am Computer oder Smartphone auszuführen, welche sich nur durch die zu übenden Vokabeln und Phrasen unterscheiden. Zusätzlich sind die Übungen recht wahllos zusammengewürfelt und in keinster Weise irgendwie aufeinander aufbauend oder sonst irgendwie verknüpft.

Auf diese Art und Weise wirst Du Dir zwar einen gewissen Grundwortschatz  (im besten Fall bis zu den maximalen 2000 Wörtern, welche jeder Sprachkurs beinhaltet) und somit auch ein gewisses Grundverständnis für die Sprache aufbauen. Dieses wird ausreichen, um den Sinn von einfachen Texten, Konversationen und auch Liedern zu verstehen. Zum Erlernen der Sprache und vor allem dem fließend Sprechen ist dies jedoch zu wenig.

Denn um eine Sprache sprechen zu lernen, musst Du diese in erster Linie einmal selbst sprechen. Und dazu ist es nicht ausreichend kurze Sätze oder Phrasen nachzusprechen, sondern Du musst Sprache wirklich selbst produzieren. Dich an Vokabeln erinnern, diese zu Sätzen verknüpfen und dabei die entsprechenden grammatikalischen Regeln anwenden.

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Die Bots sollen in Zukunft das übernehmen, was Duolingo bisher am meisten abgeht – Sprechtraining.

Zwischenzeitlich wurden von Seiten der Entwickler sogenannte Duolingo-Bots vorgestellt, welche genau diese Funktion übernehmen sollen. Diese Bots sind im Moment für drei Sprachkombinationen verfügbar: Englisch – Deutsch, Englisch – Französisch und Englisch – Spanisch.

Falls Du die normale Duolingo-App am iPhone (nicht für Android!) hast, dann lassen sich die Bots bereits nutzen. Du musst nur die Ausgangssprache auf Englisch umstellen und danach eine der drei erwähnten Zielsprachen auswählen.

Ich persönlich bin bei diesen Bots noch etwas zurückhaltend, da diese einerseits natürlich nur ein eingeschränktes Repertoire an Antwort- und Fragemöglichkeiten besitzen. Und ich andererseits nicht nur deshalb der Meinung bin, dass ein Computer (noch) keinen echten Tandempartner ersetzen kann. Was die Zukunft in dieser Hinsicht bringen wird – seien wir gespannt.

Genauso wird Dir immer das Verständnis für die grammatikalischen Regeln der Fremdsprache fehlen. Weil Du diese zwar (in einem beschränkten Rahmen) anwendest, aber nie die zugrundeliegenden Regeln lernst. Nicht, dass ich dem sturen Auswendiglernen von Grammatik jetzt allzu Gewicht verleihen möchte, doch zumindest gehört solltest Du sie einmal haben.

 

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Mit Duolingo wirst Du zwar zu Beginn schnell Fortschritte machen, doch genauso schnell wirst Du dann auch an Deine Grenzen stossen.

Ein höheres Sprachniveau wie A2 wirst Du mit der alleinigen Hilfe von Duolingo also nur schwer erreichen können. Und natürlich schmückt sich das Unternehmen gerne damit, dass seine Methode wissenschaftlich nachgewiesen effektiv ist.

Doch erstens muss hier dazugesagt werden, dass diese Studie von Duolingo selbst in Auftrag gegeben und dementsprechend bezahlt wurde. Und in dieser zweitens lediglich untersucht wurde, wie schnell der vermittelte Lernstoff von den Nutzern aufgenommen wurde.

Dabei wurde ein Vergleich mit Einführungskursen an US-Universitäten angestellt (entsprechen Sprachniveau A1 und A2), in welchem die Fähigkeiten Hören und Schreiben überprüft wurden. Sprechen zum Beispiel nicht.

Fazit – Meine persönliche Duolingo-Bewertung.

Wie bereits erwähnt reicht Duolingo alleine meiner Meinung nach nicht aus, um eine neue Sprache zu lernen. Warum ich sage alleine? Weil es trotz allem eine gute Ergänzung sein kann (oder ein guter Anfang, wie im vorherigen Kapitel beschrieben).

Falls Du eine Fremdsprache bereits beherrscht und diese aktiv halten möchtest, dann kann die tägliche Auseinandersetzung mit dieser durchwegs vorteilhaft sein, auch wenn es sich nur um recht einfache Übungen und Spiele handelt. Trotzdem solltest Du dabei noch auf andere Dinge setzen, wie zum Beispiel Bücher, Hörbücher, Filme, Videos, Podcasts und Musik.

Genauso kann es eine gute Ergänzung zu einem ernsthaften Sprachkurs oder Deiner eigenen Lernroutine außerhalb von einem solchen sein. Manchmal bleibt eben nur wenig Zeit oder Deine Motivation ist gerade nicht besonders hoch. In diesem Fall kann eine Sprachenlern-App wie Duolingo eine gute Möglichkeit sein, um nicht komplett auszusetzen und damit die Routine beim Sprachen lernen zu verlieren.

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Die Flashcard-Anwendung Tinycards eignet sich recht gut, um zwischendurch und unterwegs alle möglichen Lerninhalte (wie Vokabeln) zu üben. Besonders gut gefällt mir die kostenlose Bereitstellung von Bildmaterial zu einer Vielzahl von Begriffen.

Eine ebenfalls noch recht neue Anwendung von Duolingo, welche Du gut dazu nutzen kannst, ist die unternehmenseigene Flashcard-Applikation Tinycards. Mit dieser kannst Du von anderen Nutzern erstellte Kartensets üben oder auch Deine eigenen Sets erstellen.

Der Vorteil des Duolingo-„Vokabeltrainers“ ist dabei, dass Du Dir zu jeder neu erstellten Karte auch immer gleich ein passendes Bild aussuchen kannst. Und in Kombination mit einem passenden Bild merkst Du Dir neue Wörter bei weitem schneller. In Anführungszeichen habe ich Vokabeltrainer deshalb gesetzt, weil Du mit Tinycards ja nicht nur Vokabeln, sondern jeglichen Lernstoff wiederholen kannst.

Babbel vs Duolingo – was ist besser?

Eine Frage, die ich schon öfter gehört habe ist „Was ist besser – Babbel oder Duolingo?“. Diese kann man in meinen Augen aber nicht pauschal beantworten. Je nachdem, was Deine persönlichen Ansprüche sind, kann die eine oder die andere Sprachenlern-App von den beiden besser für Dich geeignet sein.

Meiner Meinung nach ist zwar keine der beiden alleine dafür ausreichend, um eine neue Sprache zu lernen, aber als Ergänzung oder Erweiterung sind sie sehr wohl geeignet. Ich habe Dir deshalb die wichtigsten Charakteristika der beiden Anbieter in der folgenden Tabelle kurz gegenübergestellt.

  Babbel Duolingo
Kosten Circa 5 Euro pro Monat Kostenlos
Dauer pro Lektion 10 Minuten 5 Minuten
Schwierigkeit der Übungen Einfach – Mittel Einfach
Qualität der Übungen Mittel – Hoch Niedrig
Abwechslungsreichtum Mittel Niedrig
Grammatikerklärungen Ja Nein
Eigener Vokabeltrainer Ja (füllt sich selbst) Ja (muss befüllt werden)
Erreichbares Sprachniveau (alleine mit dem jeweiligen Programm). B1 A2

 

Wie Du siehst wird Duolingo vor allem dann für Dich geeignet sein, wenn Du auf der Suche nach einer kostenlosen und einfachen Methode bist, um bereits vorhandene Sprachkenntnisse zu trainieren. Oder eine Ergänzung zu einem hochwertigeren Sprachenlernprogramm für Tage mit wenig Zeit und/oder Motivation suchst, dass Dich ebenfalls nichts kostet, wobei Deine Ansprüche im Allgemeinen aber eher gering sind. Genauso gering ist ebenso der mit Duolingo verbundene Zeitaufwand.

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So kurzweilig sie auch sein mögen – besonders anspruchsvoll oder hochwertig sind die Duolingo-Übungen nun einmal nicht.

Babbel (hier kannst Du übrigens unseren ausführlichen Babbel-Test nachlesen) ist zwar kostenpflichtig, bietet Dir dafür aber auch bei weitem mehr und gar nicht so wenig. Babbel alleine wird zwar genauso wenig ausreichend sein, um Deine Wunschsprache zu lernen – doch aufgrund des umfangreicheren und hochwertigen Angebots kannst Du Dir mit einem Babbel-Sprachkurs eine gewisse Basis schaffen. Falls Du diese mit den richtigen Dingen ergänzt, dann kann Dich der Duolingo-Konkurrent durchwegs zum Ziel führen. Natürlich auch mit etwas mehr Aufwand (vor allem an Zeit) wie Duolingo.

Hier nachlesen: Duolingo im Vergleich mit 9 weiteren bekannten Apps zum Sprachen lernen.

Damit wäre ich am Ende meines Duolingo-Tests. Was denkst Du darüber? Findest Du meine Duolingo-Bewertung gerechtfertigt oder bist Du anderer Meinung? Über Deine Meinung, Anregungen und Kommentare freue ich mich wie immer sehr!

 

 

Über den Autor

Jeremy-James Peter - Österreicher und Agrarwissenschaftler. Nachdem er eine Zeit lang in der Forschung tätig war, wollte er noch einmal etwas Neues erleben und ist ohne Plan, Rückflugticket und Spanischkenntnisse nach Südamerika aufgebrochen. Heute spricht er nicht nur Spanisch, sondern schreibt auch für Sprachheld.

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