Vokabeln lernen: Der komplette Schritt-für-Schritt Leitfaden um Vokabeln effektiv und dauerhaft zu lernen

Vokabeln lernen: Der vollständige Schritt-für-Schritt-Leitfaden

Du würdest gerne effektiv Vokabeln lernen? Du kannst Dir aber weder neue Vokabeln merken, noch kannst Du sie behalten, wenn Du es mal endlich geschafft hast? Dann bist Du genau auf der richtigen Seite.

In diesem detaillierten Schritt-für-Schritt Leitfaden zum Vokabeln lernen erfährst Du ganz detailliert, wie Du es schaffst neue Vokabeln schnell zu lernen und dauerhaft zu behalten.

Hinweis: Und hier erfährst Du wie Du in nur 6 Monaten jegliche Fremdsprache dauerhaft lernen kannst.

Zugegeben – Vokabeln lernen kann etwas schwieriger sein. Aber vor allem dann, wenn Du es nur aus der Schule kennst, und versuchst diese leider vollkommen ineffektiven „Lerntechniken“ auch privat anzuwenden.

Die Holzhammer-Methode, mit welcher in der Schule Vokabeln einfach durch hundertfache Wiederholung in Deinen Kopf gehämmert werden sollen, funktioniert nämlich wenn überhaupt nur sehr kurzfristig. Kurz nach dem Vokabeltest oder der Prüfung sind die auf diese Art und Weise „gelernten“ Wörter zumeist recht schnell wieder vergessen. Oder?

Leider lernen dann später auch noch viele Erwachsene mit dieser Schulmethode. Meistens aus dem simplen Grund, dass sie keine andere Methode kennen. Vokabeln lernen ist aber eigentlich gar nicht so schwer. Wenn Du es nur richtigmachst.

Du konntest Dir ja auch Deine Muttersprache problemlos aneignen. Das hatte aber auch seine Gründe. Damit das Vokabeln lernen für Dich in Zukunft auch in einer Fremdsprache gut klappt, dafür habe ich diesen Beitrag für Dich verfasst.

Dieser Leitfaden ist umfangreich (Du kannst Dir den Schritt-für-Schritt-Leitfaden zum Vokabeln lernen hier als PDF runterladen), weil er Dir wirklich Schritt-für-Schritt und in allen Aspekten erklärt, wie auch Du in Zukunft erfolgreich und schnell Vokabeln lernen kannst.

In diesem Video erfährst Du alles über die Goldlist-Methode zum Vokabeln lernen von Professor David James, welche auch von verschiedenen Polyglotten angewendet wird. Das Tranksript inklusive Zusammenfassung des Interviews mit David James über die Goldlist-Methode findest Du hier.

Hier ist eine Zusammenfassung was Dich alles im unserem Leitfaden zum Vokabeln lernen erwartet (klick auf die Überschrift, um direkt zu dem entsprechenden Kapitel zu springen):

  1. Warum Vokabeln lernen in der Schule so schwer war und warum die traditionelle Methode reine Zeitverschwendung ist
  2. Was die beste Strategie ist Vokabeln schnell zu lernen: Anwendung
  3. Noch schneller Vokabeln lernen, indem Du nur die für Dich relevanten Wörter lernst
  4. Wie Du Dir mit Eselsbrücken Vokabeln noch schneller merken kannst
  5. Wie Du mit Karteikarten schnell zwischendurch Vokabeln lernen kannst
  6. Wie Du mit der Lernkartei-Methode Vokabeln dauerhaft behältst
  7. Die besten Vokabeltrainer-Apps und wie sie Dich beim Lernen unterstützen
  8. Wie Du Vokabeln verstehst, wenn Du sie hörst
  9. Wie schnell Du Vokabeln lernen kannst und wie lange Du sie behalten wirst
  10. Mache Vokabeln lernen zur Gewohnheit, dann geht es ganz automatisch
  11. Deine eigene Vokabeln-lernen-Strategie und wie Du damit mehrere hundert neue Wörter in kürzester Zeit lernst
  12. Zusammenfassung: Deine eigene Vokabeln-lernen-Strategie und wie Du damit mehrere hundert neue Wörter in kürzester Zeit lernst

Aber keine Panik! Du musst nicht alles lesen und genau so befolgen. Pick Dir einfach die interessantesten Themen und Techniken raus und befolge sie. Wenn Du diese geschafft hast umzusetzen, kannst Du weitere Techniken ausprobieren.

Anmerkung: Dieser Leitfaden baut auf dem Beitrag zu den 5 besten Strategien zum Vokabeln lernen auf und erweitert diesen. Es reicht also auch vollkommen aus, wenn Du zu Beginn diese 5 Strategien anwendest.

Fange wir zunächst damit an, warum die meisten Leute Vokabeln lernen so hassen und was dabei so fürchterlich schief läuft.

Teil 1: Warum Vokabeln lernen in der Schule so schwer war und warum die traditionelle Methode reine Zeitverschwendung ist

Lernen - was läuft in der Schule falsch?

Warum wir in der Schule falsch Vokabeln lernen.

Wie hast Du damals in der Schule Englisch-Vokabeln, Französisch-Vokabeln, Spanisch-Vokabeln oder gar Latein-Vokabeln gelernt?

Wahrscheinlich hast Du so wie ich die Vokabel dutzende Male hintereinander aufgesagt oder so lange angestarrt bis sie irgendwie magisch ins Gedächtnis eingebrannt sein sollte. Vielleicht hast Du sie Dir sogar in Dein Vokabelheft geschrieben.

So Vokabeln zu lernen kannst Du vergleichen mit der „rohe Gewalt“-Methode. Auf das Wort wird so lange eingehämmert bis es im Gedächtnis sitzt.

In jedem Fall hast Du das Vokabeln lernen wahrscheinlich gehasst, oder? Bei mir war es jedenfalls der Fall. Denn es war mühsam, dauerte lange Zeit und brachte kaum Ergebnisse.

Wenn ich dann nämlich Mal ein Wort endlich gelernt hatte, hatte ich es am nächsten Tag bereits wieder vergessen und musste es wieder von vorne lernen.

Warum ist diese rohe Gewalt Methode dennoch so populär, wenn sie doch so ineffektiv ist?

Weil sie unglaublich einfach ist. Es bedarf kein bisschen mentaler Anstrengung etwas durch ständige Wiederholung „zu lernen“. Man braucht einfach nur das Wort anzuschauen und immer wieder aufzusagen. Theoretisch geht das sogar, wenn man mit den Gedanken ganz wo anders ist.

Deshalb ist diese Methode weiterhin weit verbreitet. Auch wenn die meisten wissen wie ineffektiv sie ist.

Noch dazu musste ich damals zum Teil Vokabeln lernen, bei denen ich nicht mal sicher war, ob ich diese jemals in meinem Leben brauchen würde. Ein Kapitel aus meinem Französisch-Lehrbuch handelte zum Beispiel vom Zirkus.

Wir mussten dann die Französisch-Vokabeln für die Namen aller Akteure im Zirkus lernen. Nur wann habe ich mich schon das letzte Mal mit jemanden über den Zirkus unterhalten?

Deshalb hatte ich damals eine sehr negative Assoziation mit dem Vokabeln Lernen. Seitdem ich aber weiß, wie ich das Thema richtig angehen muss, habe ich jede Menge Spaß daran.

Das liegt vor allem daran, dass ich mir mittlerweile in kürzester Zeit neue Wörter in einer Fremdsprache lernen und merken kann.

Ich arbeite mich in kürzester Zeit durch große Stapel von Vokabelkarten und kann diese im Gespräch mit Muttersprachlern direkt anwenden (im Gegensatz zu den Wörtern aus dem Zirkus).

Damit auch Du nun auf deutlich effektivere Methoden umsteigen kannst, habe ich diesen Leitfaden für Dich verfasst.

Wolltest Du schon immer wissen, ob Du Vokabeln auch im Schlaf ganz einfach durch Hören lernen kannst?

Teil 2: Die beste Strategie, um Vokabeln schnell zu lernen: Anwendung

Vokabeln durch direkte Anwendung lernen

Am schnellsten lernst Du neue Wörter durch Anwendung.

Fangen wir an mit einer der besten Methoden, um sich neue Wörter schnell zu merken, nämlich die Anwendung.

Es gibt keine bessere Methode Dir eine Vokabel zu merken als sie im Gespräch zu sagen oder in einem Text zu schreiben. Wenn Du ein neues Wort mehrmals mit einem Muttersprachler im Gespräch benutzt, wirst Du es Dir deutlich schneller merken als wenn Du es mehrmals hintereinander aufsagt.

Das kannst Du vergleichen mit dem Autofahren. Wenn Dir jemand sagt, wie Du ein Auto fährst, wirst Du es nie so gut verstehen, wie wenn Du es einfach selbst ausprobierst.

Deshalb ist es auch so schlecht unnütze Vokabeln zu lernen. Denn diese benutzt Du selten bis nie und darum merkst Du sie Dir nicht so schnell bis gar nicht.

Das bringt uns auch schon zum nächsten Thema aus Teil 3: Die Relevanz bei der Auswahl der Wörter in der Fremdsprache, die gelernt werden. Dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt.

Wie schaffst Du es also Vokabeln durch Anwendung zu lernen? Lass mich Dir dafür eine Situation beschreiben, wie es z. B. funktionieren könnte.

Stell Dir vor Du führst ein Tandemgespräch mit einem Muttersprachler. Nun möchtest Du einen Satz sagen, aber Dir fehlt ein Wort in der Fremdsprache. Du fragst Deinen Gesprächspartner wie man dieses Wort sagt.

Lies hier: Der Schritt-für-Schritt-Plan für ein perfektes Tandemgespräch.

Dein Tandempartner sagt Dir das Wort. Du schreibst es Dir auf eine Karteikarte (dazu mehr in Teil 5). Nun sagst Du Deinen Satz mit der fehlenden Vokabel. Damit hast Du die Vokabel zum ersten Mal angewendet.

In den nächsten paar Minuten überlegst Du Dir, wie Du dieses Wort noch weitere Male benutzen kannst. Nachdem Du die Vokabel 5 Mal benutzt hast, brauchst Du beim sechsten Mal nicht mehr auf Deine Karteikarte zu schauen. Denn nun hast Du Dir das neue Wort gemerkt.

Wenn Du es nun in den nächsten paar Tagen mehrere Male benutzt, behältst Du es dauerhaft. Ohne es wirklich aktiv gelernt zu haben.

Bitte dazu Deinen Tandempartner die Vokabel ein paar Mal selbst zu sagen. So bleibt sie noch besser hängen. Wenn Du so mit allen neuen Wörtern verfährst, lernst Du schnell viele neue Vokabeln, ohne wirklich gelernt zu haben.

Zur Sicherheit würde ich Dir empfehlen die neue Vokabelt trotzdem ein paar Mal mit der Karteikarte zu wiederholen. Was ebenfalls als Anwendung zählt ist, wenn Du ein Selbstgespräch in der Fremdsprache führst und das neue Wort dabei so oft wie möglich nutzt.

Fazit: Wenn Du schnell Vokabeln lernen willst, nutze sie im Gespräch so oft wie möglich.

Teil 3: Lerne Vokabeln noch schneller, indem Du nur relevante Wörter lernst

Du hast nun bereits erfahren, dass es deutlich besser ist Vokabeln zu lernen, die Du auch benutzen kannst.

Nur nützliche Vokabeln lernen um sie sich schnell zu merken

Vokabeln, die Du nicht anwendest, haben keinen Nutzen für Dich. Deshalb vergisst Du diese auch so schnell wieder.

Aber wo findest Du all diese Vokabeln überhaupt? Woher weißt Du welche Wörter die Richtigen sind?

Das hast Du bereits im letzten Teil kurz erfahren. Es sind Vokabeln, die Dir fehlen, wenn Du Dich mit einem Muttersprachler unterhältst.

Du möchtest etwas sagen, aber Dir fehlt ein Wort? Perfekt! Das ist genau die Vokabel, die Du brauchst. Du weißt bereits im Vorhinein, dass sie relevant ist, denn Du hast sie im Gespräch benötigt.

Wenn Du also nun ein 30-minütiges Gespräch in der Fremdsprache führst, kannst Du Dir die wichtigsten Vokabeln notieren, die Dir gefehlt haben. Vor allem Wörter, die Du mehr als einmal gebraucht hast, solltest Du Dir notieren.

Diese sind hochrelevant für Dich und es lohnt sich sie zu lernen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Du die neuen Wörter deutlich schneller lernst. Wenn Du eine relevante Vokabel lernst und diese direkt anwendest, merkst Du sie Dir viel schneller.

Das kannst Du wieder mit dem Autofahren vergleichen. Wenn Dir jemand erklärt, wie es geht und Du es dann ausprobierst, geht es viel schneller als wenn Du es erst einen Monat später ausprobierst. Dann hast Du nämlich das Meiste wieder vergessen.

Zudem macht es Dir viel mehr Spaß zu lernen. Denn Du weißt wieso Du diese Vokabel lernst: Damit Du sie beim nächsten Gespräch benutzen kannst und mehr sagen kannst als beim letzten Gespräch.

Was ist aber, wenn Du erst kürzlich mit der Fremdsprache angefangen hast und noch kaum Wörter in dieser kennst?

Dann kannst Du Dir auch eine Vokabelliste der 100 wichtigsten Wörter runterladen und diese lernen (gib bei Google einfach „100 wichtigste Vokabeln [Sprache]“ ein). Oder Du lernst die ganzen Wörter der ersten Lektionen in einem Fremdsprachen-Lehrbuch.

Hier findest Du zum Beispiel einen Grundwortschatz Englisch (250 Vokabeln), Grundwortschatz Französisch (250 Vokabeln) und Grundwortschatz Spanisch (250 Vokabeln). Versuche danach aber so schnell wie möglich nur für Dich relevante Wörter zu lernen.

Fazit: Lerne nur relevante Vokabeln, die Du aktuell auch wirklich anwenden kannst.

Teil 4: Merk Dir mit Eselsbrücken Vokabeln noch schneller

Eine weitere ausgezeichnete Methode, um Vokabeln schnell zu behalten, sind Eselsbrücken.

In diesem Video siehst Du, wie das Lernen mit Eselsbrücken funktioniert:

Eselsbrücken sind eine Methode mit der Du Dir ein neues Wort sofort dauerhaft merken kannst.

Du überlegst Dir dafür ein deutsches Wort, das ähnlich klingt wie die Vokabel (oder ähnlich geschrieben wird). Dieses deutsche Wort und die deutsche Übersetzungstellst Du Dir zusammen bildlich vor.

Das Bild sollte so klar und so bildhaft wie möglich vor Deinem geistigen Auge erscheinen. Dann merkst Du es Dir viel besser und es bleibt länger erhalten. So fällt Dir immer dieses Bild ein, wenn Du das deutsche Wort brauchst.

Im Folgenden siehst Du 4 Beispiele für Eselsbrücken und die dazu passenden Bilder.

Geduldig-Patient Eselsbrücke Deutsch-Englisch Dozent-Lecturer Eselsbrücke Deutsch-Englisch Bewundern-Admire Eselsbrücke Deutsch-Englisch Bremse-Brake Eselsbrücke Deutsch-Englisch

Wenn Du weitere grafische Eselsbrücken sehen möchtest, schau Dir hier die Sprachheld-Eselsbrücken-Sammlung für Deutsch-Englisch an.

Die Eselsbrücken brauchst Du nur am Anfang. Wenn Du Dich ein paar Male mit Hilfe der Eselsbrücke an die Vokabel erinnert hast, wirst Du Dich auch ohne die Eselsbrücke erinnern. Dann hast Du es geschafft die Eselsbrücke durch eine stabile und dauerhafte echte Brücke zu ersetzen.

Es gibt noch 4 weitere Methoden, um Eselsbrücken zu bilden:

  1. Deine Eselsbrücke muss nicht unbedingt ein anderes deutsches Wort sein. Du kannst Dir auch ein Wort in der Fremdsprache vorstellen (das Du bereits gut kennst) oder in einer anderen Dir bekannten Sprache. Beispiel: Auf Englisch klingt „bat“ (Fledermaus) und „bad“ (schlecht) ähnlich.
  2. In vielen Fällen wirst Du kein passendes Wort für die Eselsbrücke finden. In diesem Fall kannst Du auch eine Eselsbrücke aus zwei verschiedenen Wörtern bilden. Diese Wortkombination ist dann die Eselsbrücke. Beispiel: Der selbstbewusste Zahnarzt Dr. Dent sagt Konfitüre ist schlecht für die Zähne. Der Anfang von Konfitüre und Dent klingen zusammen ähnlich wie „confident“ (selbstbewusst).
  3. Die Eselsbrücke muss nicht unbedingt die ganze Vokabel umfassen. Oftmals reicht es auch aus, wenn die Eselsbrücke nur die ersten paar Buchstaben umfasst. Du brauchst nur etwas um Dein Gedächtnis in die richtige Richtung zu lenken. Beispiel: Der Computer ist kompliziert. „Complicated“ (kompliziert) und „Computer“ fangen gleich an.
  4. Die Eselsbrücke kann entweder so ähnlich klingen wie die Vokabel, kann aber auch ähnlich geschrieben werden (aber anders klingen). Beispiel: „Bass“ wird genauso geschrieben auf Deutsch, klingt aber auf Englisch ganz anders.

Wenn Du nun anfängst Deine ersten Eselsbrücken zu bilden, wirst Du merken, dass es gar nicht so einfach ist.

Für viele Wörter fällt Dir nicht sofort etwas ein und Du musst länger überlegen. Oft ohne Erfolg. Eselsbrücken zu erfinden ist nicht immer einfach. Es erfordert einige Konzentration.

Wenn Du aber erstmal ein paar Eselsbrücken erfolgreich gebildet hast, wird es Dir immer einfacher fallen. Es erfordert ein bisschen Übung. Je öfter Du Eselsbrücken machst, desto einfacher fällt es Dir aber. Irgendwann fallen Dir Eselsbrücken auch automatisch ein.

Wenn Du es erstmal drauf hast, wirst Du viel schneller Vokabeln lernen können.

Tipp: In der Vokabeltrainer-App Memrise sind für viele Vokabeln schon Eselsbrücken vorgegeben. Dann brauchst Du Dir gar nicht erst die Mühe zu machen welche auszudenken.

Lies mehr zum Thema Eselsbrücken und wie Du sie richtig nutzt in diesem Artikel.

Fazit: Mit Eselsbrücken schaffst Du es Dir schnell und dauerhaft Vokabeln zu merken. Es erfordert etwas Übung, aber lohnt sich ungemein.

Teil 5: Wie Du mit Karteikarten schnell zwischendurch lernen kannst

Vokabeln zwischendurch mit Karteikarten lernen

Nutze Karteikarten für Vokabeln, um den Überblick zu behalten.

Während meiner Schulzeit habe ich immer direkt aus dem Lehrbuch gelernt. Ich habe mir erst das deutsche Wort angeschaut und dann direkt daneben die Vokabel. So bin ich schrittweise vorgegangen.

Das hat nie besonders gut funktioniert. Ich habe wirklich lange gebraucht. Für einen Vokabeltest mit 20 Wörtern habe ich zum Teil stundenlang gelernt. Nur um dann am Tag des Tests trotzdem die Hälfte vergessen zu haben.

Irgendwann habe ich dann angefangen Vokabeln in ein Vokabelheft abzuschreiben. Das hat besser funktioniert. Da ich das Wort einmal selbst geschrieben hatte, fiel es mir ein bisschen einfacher es mir zu merken (siehe Anwendung).

Trotzdem fiel es mir weiterhin schwer Vokabeln zu merken. Und so ging das meine ganze Schulzeit. Das große Problem dieser Technik ist, dass Du nicht unterscheiden kannst zwischen den Wörtern, die Du bereits kennst, und denen, die Du noch lernen musst.

Alle steht untereinander und es fällt Dir schwer rauszufiltern, was Du noch lernen musst. Das heißt, Vokabeln, die Du gut kennst, lernst Du zu oft. Wörter, die Du noch nicht so gut kennst, lernst Du zu selten.

Ein weiteres Problem ist, dass Du oft nicht die Vokabeln lernst, sondern die Reihenfolge. Wenn Du die dann in der Reihenfolge abfragst, kennst Du alles. Wenn Du aber in einer anderen Reihenfolge abfragst, kennst Du auf einmal nichts mehr.

Was ist also die Lösung für dieses Problem? Karteikarten!

Auf eine Seite der Karteikarte schreibst Du das deutsche Wort und auf der anderen Seite schreibst Du die Übersetzung.

Diese Karteikarten kannst Du jederzeit mischen. Somit hast Du nicht das Problem sie in einer Reihenfolge zu lernen. Zudem kannst Du immer diejenigen Karten aussortieren, die Du nicht kennst. So lernst Du immer nur noch unbekannte Wörter.

Ein weiterer Vorteil ist, Karteikarten sind handlich und Du kannst sie überall hin mitnehmen und überall zwischendurch rausholen. Ich lerne mit meinen Vokabelkarten immer in der Bahn. Jedes Mal wenn ich in die Bahn einsteige, hole ich sie raus. Egal, ob ich nur ein paar Minuten, oder länger fahren muss.

Ebenfalls habe ich meine Karteikarten im Fitnessstudio mit. In den kurzen Pausen zwischen den Übungen hole ich sie raus. Mit Karteikarten kannst Du also zusätzlich Zeit sparen.

Kennst Du schon das Sprachheld-Karteikarten-Tool? Damit kannst Du Dir kostenlos Deine eigenen Karteikarten anfertigen.

Lies mehr zum Thema wie Du Vokabeln mit Karteikarten überall und zwischendurch lernen kannst.

Fazit: Schreib Dir Deine Vokabeln auf Karteikarten und lerne sie überall und zwischendurch.

Teil 6: Wie Du mit der Lernkartei-Methode Vokabeln dauerhaft behältst

Karteikarten-Box zum Vokabeln lernen

Mit einer Karteikarten-Box kannst Du Deine Vokabeln systematisch wiederholen und den Überblick behalten.wörter

Hast Du einmal ein paar neue  gelernt und  sie am nächsten Tag schon wieder alle vergessen? Oft bleiben neu gelernte Vokabeln nicht lange hängen.

Das liegt vor allem daran, dass sie nicht oft genug wiederholt werden. Oder nicht zum richtigen Zeitpunkt wiederholt werden. Vor allem am Anfang musst Du neue Wörter noch so oft wie möglich wiederholen. Später brauchst Du sie dann seltener wiederholen. Bis Du sie irgendwann gar nicht mehr wiederholen musst und sie Dir trotzdem dauerhaft erhalten bleiben.

Wie oft man Vokabeln wiederholen sollte, um sie sich bestmöglich einzuprägen, ist das Thema von viel Forschung. Ein System wurde mal von Piotr Woźniak aufgestellt. Er nannte es „Spaced Repition System“ (SRS).

Das heißt so viel wie ein System der regelmäßigen Wiederholung. Mit diesem System wird ein Wort immer dann wiederholt, wenn die Wahrscheinlichkeit 90% beträgt, dass es noch im Gedächtnis ist.

Beim Spaced Repetition System musst Du die Vokabel insgesamt 5 Mal in den folgenden Abständen wiederholen:

  • Schritt 1: Lernen – ein erstes Mal
  • Schritt 2: Wiederholung (1) – nach 8 Stunden
  • Schritt 3: Wiederholung (2) – nach 2 Tagen
  • Schritt 4: Wiederholung (3) – nach 8 Tagen
  • Schritt 5: Wiederholung (4) – nach 1 Monat
  • Schritt 6: Wiederholung (5) – nach 2 Monaten

Es ist nicht so einfach immer nach dem Spaced Repetition System zu lernen. Wenn Du z. B. jeden zweiten Tag lernst, kommst Du sehr schnell mit den Wiederholungszyklen durcheinander.

Für dieses Problem gibt es 2 Lösungen:

  • Ein vereinfachtes System (siehe unten).
  • Vokabeltrainer-Apps, die Deine Wiederholungszyklen überwachen (siehe Teil 7).

Ich benutze ungern Vokabeltrainer-Apps und habe deshalb für mich ein vereinfachtes System entwickelt. Um dieses System durchzuführen brauchst Du eine Vokabelbox. Darin kannst Du die Vokabelkarten ablegen in Abhängigkeit davon, wie oft Du sie schon wiederholt hast. Wörter, die Du beim Wiederholen nicht kannst, wandern wieder ganz an den Anfang.

Vokabeln wiederholen vereinfachtes SR-System

Nach meinem System wiederholst Du in folgenden Abständen:

  • Du lernst die Vokabel das erste Mal
  • Im Verlaufe des Tages wiederholst Du sie 2-3 Mal
  • Innerhalb der nächsten 4 Tage wiederholst Du 1 Mal am Tag
  • Eine Woche später noch einmal wiederholen
  • Einen Monat später noch einmal eine Wiederholung
  • Drei Monate später ein letztes Mal

Wenn Dir das zu kompliziert ist und Du lieber eine App benutzt, erfährst Du im nächsten Teil was die besten Apps dafür sind und wie Du sie nutzen kannst.

Lies hier: Wie Du Dir mit der Lernkartei-Methode Vokabeln dauerhaft merkst.

Fazit: Wenn Du die Vokabeln in optimalen Abständen wiederholst, merkst Du sie Dir dauerhaft.

Teil 7: Die besten Vokabeltrainer-Apps und wie sie Dich beim Lernen unterstützen

Mittlerweile gibt es Dutzende Vokabeltrainer-Apps für schnelleres lernen.  In den Apps kannst Du Dir passende Vokabelsammlungen aussuchen und jederzeit zwischendurch lernen.

Die meisten Apps verfahren dabei nach dem Spaced-Repetition-System und fragen Dich zum optimalen Zeitpunkt ab. In die meisten Apps kannst Du auch Deine eigenen Vokabeln einpflegen.

In folgendem Beitrag habe ich einen Test der 17 bekanntesten Vokabeltrainer gemacht. Dabei sind die folgenden 6 Apps als Favoriten hervorgegangen:

  • Mosalingua-Vokabeltrainer (4,99 €): Mosalingua ist ein Vokabeltrainer-Plus. Unterhaltsamer als ein reiner Vokabeltrainer, aber noch nicht ganz so verspielt wie andere Sprachenlern-Apps (z. B. Babbel ), und deshalb sehr effektiv. Hält so die Motivation hoch, Du kommst gut voran und machst wirkliche Fortschritte in kurzer Zeit. Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, da jeder Vokabeltrainer mit einem Grundwortschatz der 3.000 – 6.000 (je nach Sprache) am häufigsten verwendeten Wörter in der Fremdsprache ausgestattet ist. Damit lernst Du außerdem nur Vokabeln, welche Du auch wirklich brauchen und anwenden kannst, und baust so schnell einen effektiven Grundwortschatz in Deiner Fremdsprache auf.
  • Flashcards Deluxe Vokabeltrainer (3,99 €): Klassische und schnörkellos gehaltene Vokabeltrainer-App, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Es stehen riesige Karteikartensammlungen zur Auswahl. Die App ist sehr benutzerfreundlich und kann mit tollen Lernstatistiken glänzen.
  • PONS-Vokabeltrainer (App kostenlos, Vokabellektionen 0,99 € – 5,99 €/Lektion): Die PONS-Wörterbücher sind sehr umfassend, daher ergibt sich auch eine sehr große Auswahl von verfügbaren Wortschätzen. Technisch sehr ausgereifter klassischer Vokabeltrainer mit einigen Zusatzfunktionen. Etwas hochpreisiger, dafür aber ohne wirkliche Nachteile oder Minuspunkte.
  • Phase6-Vokabeltrainer (6,99 € – 9,99 €/Lektion): Hochwertig, hochpreisig. Empfiehlt sich vor allem für Schüler, da er maßgeschneiderte Vokabellisten zu allen gängigen Schulbüchern im Angebot hat.
  • Languagecourse-Vokabeltrainer (kostenlos): Viele Wörter und Phrasen (10.000) aufgeteilt auf Kategorien, jede Vokabel mit Bild und Tonaufnahme. Superlearning-Modus für handfreies Lernen zum Beispiel während des Autofahrens. Im Detail mit technischen Schwächen, die man einem Gratisangebot aber verzeihen kann.
  • Memorion (kostenlos): Als engagiertes One-Man-Projekt gestartet, hat sich Memorion in 8 Jahren zu einem weltweiten Community-Projekt entwickelt, das Grundwortschätze (700-1.100 Wörter) für 28 Sprachen bereitstellt, sowie die Möglichkeit eigene Vokabellisten in verschiedensten Formaten hoch- oder vorgefertigte Listen aus StudyStack oder SuperMemo herunterzuladen. Klassische Karteikarten-App mit einer Fülle an Zusatzfunktionen, an welchen sich die Jahre an Entwicklung und Weiterentwicklung zeigen.

Wie empfehlenswert ein Vokabeltrainer für Dich persönlich ist, ist vor allem abhängig von Deinen persönlichen Ansprüchen und Deiner Zielsetzung.

Mit diesen Apps kommst Du zwar etwas langsamer voran, dafür macht es Spaß. Das wiederum sorgt dafür, dass Du länger am Ball bleibst. Deshalb kannst Du auch ab und zu diese Apps benutzen. Sie sind aber meiner Meinung nach kein Ersatz für einen richtigen Vokabeltrainer (oder Karteikarten) und Gespräche mit Muttersprachlern.

Teil 8: Wie Du Vokabeln verstehst, wenn Du sie hörst

Vokabeln nutzen können und sie verstehen, wenn ein Muttersprachler sie benutzt, sind 2 sehr verschiedene Dinge. Noch schwieriger ist es diese im Fernsehen oder in einem Lied herauszuhören und zu verstehen. Erst wenn Du das schaffst, kannst Du wirklich von Dir behaupten das Wort zu beherrschen.

Vokabeln wiederholen heißt Vokabeln ordnen

Bring Ordnung in das Fremdsprachen-Chaos in deinem Kopf. Denn Vokabeln wiederholen heißt Vokabeln ordnen.

Wie geht das aber? Am schnellsten kannst Du die Vokabel auch verstehen, indem Du sie mehrmals korrekt raushörst.

Das geht, indem Du Muttersprachler (zum Beispiel beim Tandemgespräch) darum bittest das Wort in verschiedenen Kontexten zu benutzen. Also verschiedene Sätze mit diesem zu formen.

Eine weitere Taktik, um Dein Hörverständnis für neue Vokabeln zu verbessern, ist sie gleichzeitig zu hören und zu sehen. Das geht z. B. indem Du Fernsehen mit Untertiteln schaust.

Das heißt, wenn Du einen Film in der Fremdsprache anschaust, aktivierst Du auch gleich Untertitel in der Fremdsprache. Wenn Du ein Mal ein Wort nicht richtig verstanden hast, kannst Du es parallel lesen und verstehst es dadurch in jedem Fall.

Wenn Du eine Vokabel auf diese Weise mehrmals gehört hast, verstehst Du sie besser. Beim nächsten Mal verstehst Du sie meistens auch ohne Untertitel.

Lies hier: Wie Du mit Videos eine Fremdsprache mit Spaß lernen kannst.

Das Gleiche geht natürlich auch, indem Du einen Lehrbuchtext gleichzeitig liest und anhörst (viele Lehrbücher haben eine Audiovariante ihrer Texte). Ebenfalls möglich ist ein Hörbuch anhören und die Buchvariante lesen.

Fazit: Höre neue Vokabeln oftmals, dann wirst Du sie auch verstehen können.

Teil 9: Wie schnell Du Vokabeln lernen kannst und wie lange Du sie behalten wirst

Eine weitere wichtige Frage ist, wie lange es dauert um eine Vokabel zu behalten.

Die Werte dazu schwanken stark. Hier sind die Variablen, die diesen Umstand aus meiner Erfahrung am meisten beeinflussen:

  1. Wie schwer ist die Vokabel (z. B. Länge und Komplexität)?
  2. Welche Technik wird zum Lernen benutzt?
  3. Wie gut lernst Du im Allgemeinen?

Mit den Techniken aus diesem Beitrag erfährst Du wie Du Dir neue Wörter deutlich schneller merken kannst. Diese Variable ist auch die wichtigste.

Wenn Du oft Vokabeln lernst und sie Dir anfängst immer schneller zu merken, wird auch Deine Fertigkeit zu lernen stark trainiert.

Ich habe während meiner Schulzeit große Probleme gehabt mir neue Wörter in einer Fremdsprache zu merken. Ich habe es gehasst und es hat Ewigkeiten gedauert.

Heutzutage sieht das ganz anders aus. Ich sauge mittlerweile Vokabeln auf, wie ein Staubsauger. Ich merke sie mir richtig schnell und es macht mir viel Spaß zu lernen, weil ich mir alles so schnell merke. Wenn Du die hier vorgestellten Techniken übst, wirst auch Du deutlich schneller lernen.

Aber Achtung: Du kannst nicht alle Techniken von heute auf morgen umsetzen. Es wird ein bisschen Zeit kosten sie zu trainieren und sie erfolgreich zu nutzen. Du kannst es Dir vorstellen wie beim Sport. Je mehr Du trainierst, desto besser wirst Du.

Vokabeln lernen ist Gedächtnissport

Gedächtnissport ist auch ein Sport.

Kommen wir also wieder zur Originalfrage zurück. Wie lange dauert es sich Vokabeln zu merken?

Im Schnitt brauche ich 1 Minute, um mir ein neues Wort  zu merken. Danach wiederhole ich es noch etwa 10 Mal, was mich insgesamt nochmal etwa 1 Minute kostet. Das heißt, ich brauche 1 Minute um eine Vokabel zu lernen und 1 weitere Minute, um sie dauerhaft zu behalten.

Als Anfänger dauert es in der Regel doppelt oder dreimal so lange. Also 2-3 Minuten, um Dir eine Vokabel zu merken. Unter der Voraussetzung, dass Du einige der Techniken hier anwendest. Und dann wird es immer schneller.

Wenn Du einfach so nach der Ständig-Wiederholen-Methode vorgehst, kann es auch 5 oder mehr Minuten dauern. Und da Du im Anschluss die Wörter wieder so schnell vergisst, kann es auch nochmal ähnlich lange dauern, bis Du sie dauerhaft behält.

Das sind natürlich nur Erfahrungswerte und kann bei jedem (zum Teil sogar stark) abweichen. In diesem Beitrag erfährst Du ausführlich, wie schnell Du Vokabeln lernst und auch wieder vergisst.

Fazit: Wenn Du Vokabeln oft nach den hier vorgestellten Techniken lernst, schaffst Du es schnell Dir Vokabeln zu merken.

Teil 10: Mache Vokabeln lernen zur Gewohnheit, dann geht es ganz automatisch

Am besten lernst Du Vokabeln, wenn es Deine Gewohnheit ist. Wahrscheinlich fällt es Dir schwer Dich jedes Mal zu motivieren wieder zu lernen. Jedes Mal ist es ein neuer Kraftakt Dich aufzuraffen.

So muss es aber nicht sein. Wenn Du es schaffst Vokabeln lernen zur Gewohnheit zu machen, brauchst Du Dich gar nicht mehr zu motivieren. Denke an das Zähneputzen. Musst Du Dich morgens und abends motivieren Zähne zu putzen? Wahrscheinlich nicht.

Mach genau dasselbe beim Vokabeln lernen.

Vokabeln lernen zur Gewohnheit machen

Drei Mal täglich Zähneputzen, drei Mal täglich Vokabeln wiederholen!

Wie machst Du etwas zur Gewohnheit? Indem Du es jeden Tag durchführst. Am besten auch immer zur selben Uhrzeit.

Bevor Du aber denkst, Du müsstest jeden Tage Dutzende neue Wörter lernen, kann ich Dich beruhigen. Es reicht bereits aus ein neues Wort pro Tag zu lernen. Die Hauptsache ist es wird zur Gewohnheit überhaupt zu lernen.

Nun wirst Du denken eine Vokabel pro Tag ist nicht viel und Du kannst es Dir eigentlich auch ganz sparen. Wenn Du es aber schaffst das Lernen zur Gewohnheit zu machen, wirst Du die meisten Tage mehr als nur ein Wort pro Tag lernen.

An Tagen wo Du keine Lust oder keine Zeit hast, wird es nur eines sein. An anderen Tagen werden es vielleicht zwei, drei oder sogar 10 sein. Und an ganz besonderen Tagen schaffst Du vielleicht sogar noch mehr.

Die Hauptsache ist es diese Gewohnheit aufzubauen. Wenn Du es nach einigen Wochen geschafft hast jeden Tag mindestens eine  Vokabel zu lernen, wird es ganz leicht an vielen Tagen auch mehr zu lernen. Und wenn Dir irgendwann ein Wort pro Tag zu wenig wird, kannst Du die Anzahl auch erhöhen.

Entscheidend ist nur, dass Du keinen einzigen Tag auslässt. Egal wie schlimm es ist oder egal wie wenig Zeit Du hast, eine Vokabel muss sein. Jeden Tag. Nur so schaffst Du es die Gewohnheit herzustellen.

Lies hier: Wie Du eine neue Sprache über Gewohnheiten ganz automatisch lernst.

Die ersten paar Tage oder sogar Wochen wirst Du Dich noch daran erinnern müssen. Aber irgendwann geht es ganz von alleine. Dafür stellst Du Dir am besten immer einen Alarm oder irgendeine andere Erinnerung.

So stellst Du sicher, dass Du die erste Zeit auch wirklich immer Dein Pensum erfüllst. Später geht es von alleine, weil es eben eine Gewohnheit geworden ist.

Fazit: Mache Vokabeln lernen zur Gewohnheit. Lerne jeden Tag mindestens 1 neues Wort in Deiner Fremdsprache.

Teil 11: Deine eigene Vokabeln-lernen-Strategie und wie Du damit mehrere hunderte Wörter in kürzester Zeit lernst

Das waren jetzt viele Techniken. Wahrscheinlich schwer den Überblick zu behalten, oder? Aber keine Sorge, Du kannst gar nicht alle diese Techniken auf einmal anwenden. Das wird viel zu kompliziert.

Wenn Du sie aber alle langsam Schritt-für-Schritt anwendest, schaffst Du es innerhalb von einigen Wochen erfolgreich Vokabeln lernen zu können. Wie Du es schaffst, all diese Techniken in Deinen Lernalltag zu integrieren, erfährst Du in diesem Teil.

Aber zunächst einmal schaffen wir uns nochmal einen Überblick zu allen 6 Techniken an:

  1. Vokabeln auf Karteikarten notieren
  2. Relevante Wörter und Ausdrücke lernen
  3. Lernen zur Gewohnheit machen (ein neues Wort pro Tag)
  4. Lernkartei-Methode (z. B. mit Vokabeltrainer-Apps)
  5. Sofortige Anwendung
  6. Eselsbrücken erstellen

Am besten fangen wir mit den einfachsten Techniken an. So gewöhnst Du Dich leichter und schneller an das neue Vokabeln lernen.

Zunächst fängst Du also an Dir Wörter auf Karteikarten zu notieren. Jedes Mal wenn Du einen neuen Ausdruck hörst, notierst Du Dir diesen. Das Gleiche machst Du, wenn Du etwas sagen möchtest, Dir aber das passende Wortl fehlt. Schreib es Dir auf eine Karteikarte und befrage einen Muttersprachler.

Wenn Du so vorgehst, befolgst Du auch gleich eine weitere Technik: Du notierst Dir nur relevante Vokabeln. Entweder Du notierst sie Dir auf Karteikarten oder Du wählst eine Vokabeltrainer-App und notierst sie dir dort (die meisten Apps unterstützen das).

Wenn Du so zu viele Wörter ansammelst, notierst Du Dir in weiterer Folge nur mehr die wichtigsten. Also diejenigen, die Du auch oft auf Deutsch benutzt. So kannst Du Dir jeden Tag 5-15 neue Vokabeln notieren. Wenn Du die Möglichkeit hast, so viel zu lernen. Ansonsten kannst Du Dir auch weniger oder nicht jeden Tag Vokabeln notieren.

Wenn Du allerdings zu wenige sammelst, kannst Du genauso auf Wörter aus einem Lehrbuch ausweichen. Oder kauf Dir vorgedruckte Karteikarten zu Deiner Fremdsprache (hier sind ein paar Karteikartensets auf Amazon).

Sobald Du anfängst relevante Vokabeln mit Karteikarten zu lernen, solltest Du es Dir zur Gewohnheit machen. Das kannst Du eine Woche später machen.

Setz Dir jeden Tag einen Termin, um mindestens ein Wort zu lernen. Wenn Du mehr schaffst ist das gut. Aber es sollte jeden Tag mindestens eines sein. Nach etwa 1-2 Wochen wirst Du wahrscheinlich keine Erinnerung mehr brauchen. Sobald Du aber mal einen Tag ausgesetzt hast, setzt Du Dir wieder eine Erinnerung.

Sobald Du es geschafft hast, Dir regelmäßig relevante Vokabeln auf Karteikarten zu notieren und diese jeden Tag zu lernen, kannst Du zum nächsten Schritt übergehen.

Gehe aber nur Schritt-für-Schritt vor. Erst wenn Du die vorherige Technik gemeistert hast, kannst Du zur nächsten übergehen. Ansonsten kann es passiert, dass Du auf einmal alle Techniken aufgibst, weil Du Dich noch nicht an sie gewöhnt hast.

Nun fängst Du an etwas systematischer zu lernen, und zwar mit der Lernkartei-Methode.

Wenn Du bisher neue Ausdrücke aus Deiner Fremdsprache in einer Vokabeltrainer-App notiert hast, wirst Du das wahrscheinlich bereits automatisch machen. Denn die meisten Apps fragen Dich nach der optimalen Zeit automatisch wieder ab.

Wenn Du mit Karteikarten lernst, gilt es nun diese regelmäßig zu wiederholen. Kauf Dir dazu eine Karteikartenbox.

Jetzt wiederholst Du Deine Vokabeln nach folgendem Zyklus:

Vokabeln wiederholen nach Plan

Am Anfang wird es etwas dauern Dich daran zu gewöhnen. Du brauchst auch nicht die Tage genauso befolgen. Du kannst auch mal einen Tag auslassen oder Tage verschieben.

Als nächsten Schritt lernst Du mit Eselsbrücken. Überleg Dir für einige Deiner Vokabeln Eselsbrücken. Denk 1 Minute darüber nach. Wenn Dir nichts einfällt, kannst Du zur nächsten übergehen.

In der Regel wirst Du für die Mehrzahl der Wörter  keine Eselsbrücken finden. Ich schaffe es für etwa 30%. Da ich aber schon so oft Eselsbrücken gebildet habe, und deshalb viel Übung besitze,  fallen mir auch oft automatisch welche ein. Es ist im Endeffekt alles Übungssache. Je öfter Du Eselsbrücken bildest, desto einfacher fällt es Dir und schneller geht es.

Der letzte Schritt ist der effektivste aber auch der schwerste: Die direkte Anwendung.

Dazu führst Du am besten regelmäßig Tandemgespräche mit Muttersprachlern. Vor jedem Gespräch bereitest Du 10 Ausdrücke vor, die Du in diesem Gespräch nutzen willst. Versuch jeden davon mindestens 5 Mal im Gespräch zu nutzen, damit Du ihn Dir wirklich merkst.

Noch dazu oder stattdessen kannst Du Deinen Gesprächspartner nach Wörtern fragen, die Dir fehlen oder die Du nicht verstanden hast. Notiere sie Dir mitten im Gespräch und benutze sie danach jeweils 5 Mal oder mehr. Wenn Du noch dazu regelmäßig Selbstgespräche in der Fremdsprache führst und dort das neu Gelernte nutzt, wirst Du es Dir noch schneller merken.

Hier ist also Dein neuer Vokabeln-Lernen-Plan:

  • Woche 1: Alle neuen Ausdrücke, die Du hörst und die Dir beim Sprechen fehlen, notierst Du Dir auf Karteikarten.
  • Woche 2: Lernen zur Gewohnheit machen, indem Du jeden Tag mindestens ein neues Wort lernst.
  • Woche 3: Vokabeln regelmäßig wiederholen mit einer Karteikartenbox.
  • Woche 4: Eselsbrücken erstellen.
  • Woche 5: Anwendung durch Gespräche mit Muttersprachlern und Dir selbst.

Das sieht jetzt nach einem umfangreichen Plan aus und ist wahrscheinlich schwer sofort so umzusetzen. Du musst aber nicht alle Techniken umsetzen, um schnell Vokabeln zu lernen. Selbst eine Technik beschleunigt Dich. Je mehr Du umsetzt, desto schneller wirst Du.

Am Anfang kannst Du auch nur Techniken nutzen, die am einfachsten für Dich sind. Später entscheidest Du, ob Du weitere Techniken umsetzen willst. Hauptsache Du setzt irgendeine der Techniken um. Denn wenn Du weiter Vokabeln durch mehrfaches Wiederholen lernst, wirst Du sehr lange brauchen.

Teil 12: Zusammenfassung

Zunächst einmal ein Video, das Dir nochmal die wichtigsten Techniken zum Vokabeln lernen vorstellt:

Hier eine Präsentation, die diesen Leitfaden zusammenfasst:

Zu jedem Teil dieses Beitrags hast Du ein Fazit zur Zusammenfassung gesehen. In dieser abschließenden Zusammenfassung findest Du nochmal eine Gesamtübersicht zu allen diesen Faziten:

  • Wenn Du Vokabeln schnell lernen willst, nutze sie im Gespräch so oft wie möglich.
  • Lerne nur relevante Ausdrücke, die Du aktuell auch wirklich anwenden kannst.
  • Mit Eselsbrücken schaffst Du es Dir schnell und dauerhaft neue Wörter zu merken. Es erfordert etwas Übung, aber lohnt sich dafür ungemein.
  • Schreib Dir Deine Vokabeln auf Karteikarten und lerne sie überall und zwischendurch.
  • Wenn Du die neu gelernten Wörter in optimalen Abständen wiederholst, merkst Du sie Dir dauerhaft.
  • Höre neue Ausdrücke oftmals, dann wirst Du sie auch verstehen können.
  • Wenn Du nach den hier vorgestellten Techniken lernst, schaffst Du es schnell Dir Vokabeln zu merken.
  • Mache das Lernen zur Gewohnheit. Lerne jeden Tag mindestens ein neues Wort.

Nutze nun die Strategie aus Teil 11, um Schritt-für-Schritt diese ganzen Techniken umzusetzen. So wirst Du innerhalb von wenigen Wochen bereits deutlich schneller Vokabeln lernen und sie Dir dauerhaft merken können.

So wird aus der bisher nervigen und langweiligen  auf einmal ein großer Spaß. Hier findest Du nochmal einen Artikel vom Spiegel mit den besten Methoden für das Erlernen von Vokabeln. Darin findest Du auch einige Videos, in denen Lernmethoden vorgestellt werden.

Fazit: Viel Erfolg beim Vokabeln Lernen

Das war nun ein langer Beitrag. Ich hoffe er ist hilfreich für Dich und Du weißt nun, wie Du vorgehen solltest um Deine Englisch-Vokabeln, Französisch-Vokabeln, Spanisch-Vokabeln oder auch Latein Vokabeln zu lernen. Du findest in diesem Beitrag wirklich alles was ich über das Thema weiß.

Hier kannst Du meine effektivsten Techniken zum Sprachenlernen nachlesen.

Wie Du siehst ist es gar nicht so schwer neue Wörter in einer Fremdsprache zu lernen, wenn man nur weiß, wie man dabei vorgehen sollte. Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Lernen. Wenn Du noch Fragen hast, lass es mich in den Kommentaren wissen.

Was sind Deine besten Techniken, zum Vokabeln lernen? Kennst Du vielleicht noch weitere, die ich nicht aufgeführt habe. Dann lass es mich ebenfalls in den Kommentaren wissen!

Über den Autor

Gabriel Gelman ist Gründer von Sprachheld, Sprachenthusiast und nutzt gerne seine 6 Sprachen für Reisen und Kennenlernen neuer Leute. Er hilft Sprachlernern dabei schnell ihre Fremdsprache zu lernen.

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