[Artikelserie 2/10] Wie lernt man eine Sprache richtig? Was sind die besten Programme, Tools und Apps?

wie-lernt-man-eine-sprache-richtigWie lernt man eine Sprache richtig? Dazu nehmen wieder 24 Sprachexperten Stellung.

Letzten Monat fing die Serie an. Dort antworteten die Experten auf die Frage: „Wie sieht erfolgreiches Sprachen lernen aus, was ist für dich die beste Methode?“.

Diesen Monat kommen die Antworten auf die zweite Frage: „Mit welchen Programmen, Sprachtools und Sprach-Apps arbeitest du? Gibt es ein Lieblingsprogramm?“.

Die Hälfte der Experten antworten hier und die andere Hälfte im Beitrag von Christine „Artikelserie – Wie lernt man eine Sprache richtig? Experteninterviews (2/10)“ von Erfolgreiches Sprachenlernen.

Fast alle hier vorgestellten Tools werden in insgesamt 4 Beiträgen genauer unter die Lupe genommen:

  1. Was sind die besten Online-Wörterbücher und Übersetzer. Wir haben hier 17 verglichen.
  2. Was sind die besten Vokabeltrainer-Apps. Hier haben wir ebenfalls 17 verglichen.
  3. Was sind die besten Apps und Programme zum Sprachen lernen
  4. Auf welchen Webseiten findest Du Tandempartner

Dieses Mal wird wieder ein Experte (bzw. in diesem Fall 2) vorgestellt, und zwar Daniel und Vanessa:

Daniel bloggt gemeinsam mit seiner Frau Vanessa auf SprachenlernBlog.com (zurzeit inaktiv) zu Tipps, Tricks und Lernmethoden rund um das Thema Sprachen lernen. In einer Vielzahl von verschiedenen Artikeln wirst du dort motiviert, dein Sprachenlernprojekt weiter zu verfolgen.


Die zweite Frage lautet „Mit welchen Programmen, Tools und Apps arbeitest du? Gibt es ein Lieblingsprogramm?“

Anastasia

Anastasia Rylnikov, Technische Übersetzerin

Mein Hauptwerkzeug sind Wörterbücher (Leo, Dict.cc, Pons, IATE, Larousse, Linguee), heutzutage findet sich online alles mit Erklärungen und Anleitungen zum Gebrauch. Auf Linguee können ganze Ausdrucksweisen gesucht und verglichen werden.

Es hilft auch, wenn Seiten in mehreren Sprachen vorliegen. Dann kann man die Versionen vergleichen. Allein Wikipedia hat viele Artikel auf sehr vielen Sprachen, umschalten und lesen wie es in der anderen Sprache heißt.

Von Apps halte ich bisher nicht so viel, habe mir zum Spanisch lernen, mal zwei installiert (Spanisch lernen von Bravolol – Language Learning, Lerne Spanisch – Fabulo von Hallberg Ryman AB). Das Problem war sich zu zwingen sie zu starten und mit dem Handy zu lernen. Mobiltelefon hat nun mal einen anderen Zweck.


Birgit_Bauer

Birgit Bauer, Betreiberin von 2 Bildungszentren, Bloggerin auf Bildungsraum

Ich persönlich nütze fürs Sprachenlernen keine Programme, Tools oder Apps. Einzige Ausnahme: Ich verwende YouTube, um mir fremdsprachige Videos anzusehen. Für mich ist es am wichtigsten – wie schon in der ersten Frage beschrieben – eine Sprache zu (er)leben, sie zu spüren und sie in meinen Alltag zu integrieren.


Chiara Fortini

Chiara Fortini, Sprachlehrerin

Leider muss ich zugeben, dass ich, obwohl ich noch ziemlich jung bin, ein bisschen altmodisch bin, weil ich die neue Technologie nicht sehr nutze – außer das Internet (ich werde erst in der letzten Zeit ein bisschen moderner, seit ich deinen Blog lese, Christine), außerdem nutzen viele meiner Schüler kein Internet, weil es Geld kostet.

Die Programme zum Sprachen lernen, die mir nützlich erscheinen, auch wenn ich kein Abonnent bin, sind: Duolingo, Babbel, Busuu und Livemocha, Italki, die Podcasts von iTunes, dann verwende ich www.funkhaus.de, Deutsche Welle, und ich bin immer neugierig auf Blogs, um die deutsche Sprache zu lernen (ich habe den deutschlernerblog.de gefunden und alles-zum-deutschlernen.blogspot.it).


Christian-Roth

Christian Roth, Experte auf dem Gebiet “Zukunft des Lernens” und Blogger auf TalkReal

Die Frage nach meinem persönlichen Lieblingsprogramm ist nicht relevant. Die Frage ist doch, was ist dein Lieblingsprogramm und welches Tool passt am besten zu deinem ganz persönlichen Stil!? Wir alle sind nun mal verschiedenen und lernen verschieden. „One size fits all“ trifft es beim Lernen nicht.

Deswegen stellen wir bei talkREAL auch immer die Lerntypenanalyse an den Anfang. In der entsprechenden Auswertung empfehlen wir dann auch die für dich am besten geeigneten Programme, Tools und Apps.


Damian

Damian, Student – Ziel: Dolmetscher

Seit der erwähnten “Sprachlernrevolution”, die ich erlebt hatte, habe ich auch verschiedene Tools, die Spaß machen, eingesetzt. Der Prozess des Vokabellernens beginnt mit einer Eselsbrücken – Lernen mit Assoziationen. Ich denke mir lustige, denkwürdige Geschichten aus. Dann male ich sie und daraufhin erzähle ich mir sie und nehme sie auch als Audio auf.

Ein Beispiel: Ich konnte mir das Wort für Schildkröte auf Italienisch nicht merken – la rana. Ran auf Polnisch bedeutet ‘die Wunde’. Das war meine Eselsbrücke:

Ich war einmal in Australien, bin in den Regenwald gefahren und habe eine wunderschöne, bunte, kleine Kröte gesehen. Ich konnte nicht widerstehen, mich ihr zu nähern, um sie betrachten und fotografieren zu können. Als ich ihr ganz nah war, kam sie immer näher und näher, derart, dass sie 2 cm entfernt von meinem Schuh war. Dann, dachte ich mir: ‘Vielleicht kann sie auch auf meine Hand springen, dann kann ich ein tolles Foto mit ihr machen’. Genau das passierte. Ich machte viele tolle Fotos mit ihr, später ließ ich sie endlich in Ruhe. Minuten später habe ich eine kleine Wunde auf meine Hand bemerkt. Es hat sich herausgestellt, dass diese Kröte giftig war und ich musste ins sofort Krankenhaus. Ich bekam ein Gegengift und auf meiner Hand ist keine Narbe geblieben.

Mit so einer lebendigen, spannenden und ziemlich gefährlichen Geschichte werde ich dieses Wort nie in meinem Leben vergessen.

Zur Wiederholung, benutze ich sehr gern Quizlet. Es gibt da auch verschiedene Spiele, die das Lernen zu einem ganz spannenden Erlebnis machen.


Daniel, Betreiber von Sprachenlernblog

Ich arbeite gern und viel mit Onlineportalen und Apps zum Sprachen lernen. Duolingo nutze ich meistens am Anfang, da es wie ein Spiel aufgebaut ist und ich schnell Einblicke in die Sprache bekomme. Mit der Zeit sind die Beispielsätze aber sehr kindlich und einseitig. Deswegen nutze ich dann eher Babbel. Dieses Lernportal hat im Gegensatz zu Duolingo ein größeres Angebot an Sprachen und die Fremdsprache wird letztendlich auch ernsthafter und effektiver vermittelt. Durch den integrierten Wortschatztrainer wird man regelmäßig an das Vokabel wiederholen erinnert und kann an seinen Fehlern arbeiten.


EmadEmad, Sprachlerner & beherrscht viele Sprachen

Persönlich finde ich einen Übersetzer z. B. Google Translate sehr hilfreich. Das hilft mir schnell, auch auf dem Weg (Handy) Wörter kennen zu lernen. Der Vorteil mit diesem Ansatz ist, dass man die Wörter lernt, die man tatsächlich verwendet, statt Vokabular das man nie nutzen würde.

Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit Rosetta Stone gehabt, womit man ziemlich schnell auf ein ausreichendes Niveau kommen kann, weil der Fokus auf das Nutzen der Sprache ist. Wenig Grammatik und Schreiben.


Francesca Laub

Francesca, Erasmus-Studentin

Ich arbeite gerne mit diesen Programmen: „Babbel“ und „Italki“, die sehr geeignet und effizient sind, weil man sich allmählich verbessern kann. Die Seite „YouTube“ ist auch notwendig, wenn man die Grammatik weiter lernen will.


Giulia Novali

Giulia Novali (Sprachwissenschaftlerin für Deutsch und Englisch)

Meine Hauptlernmittel waren zwei: das Buch und der Austausch mit Muttersprachlern. Ich nutze außerdem einige Internetseiten für Übungen und ein- und zweisprachige Wörterbücher.


Inge Elsner

Inge Elsner, Italienischlernerin

Mit Babbel lerne ich täglich meine Vokabeln. Bei LingoStudy schlage ich Wörter bzw. Verbformen nach.


Jane Eggers

Jane Eggers, Übersetzerin für Englisch und Bloggerin

Als ich anfing, Italienisch zu lernen, nutzte ich Duolingo, ein Programm, das ich sehr mag. Ich fand es motivierend, weil man für komplett bearbeitete Lektionen belohnt wird, ebenso für jeden Tag absolvierte Lerneinheiten. Ich finde auch Quizlet sehr gut zum Lernen von Vokabeln. Man kann dort Flashcard-Sets erstellen (oder welche nutzen, die andere Nutzer schon erstellt haben) und dann auf verschiedene Arten damit arbeiten, auch auf spielerische Art.


Das war der zweite Teil der 10-teiligen Artikelserie.

Nächsten Monat (19. Januar) wird die dritte Frage vorgestellt. Dieses Mal 2 Wochen verspätet, wegen Neujahr und dem Thema Neujahrsvorsätze.

Die Experten aus diesem Beitrag antworten dann wieder auf Erfolgreiches Sprachenlernen und umgekehrt.

Über den Autor

Gabriel Gelman ist Gründer von Sprachheld, Sprachenthusiast und nutzt gerne seine 6 Sprachen für Reisen und Kennenlernen neuer Leute. Er hilft Sprachlernern dabei schnell ihre Fremdsprache zu lernen.

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